Salvation 1x01

© er Cast der Serie „Salvation“ / (c) CBS
In der Pilotepisode der US-Serie Salvation stößt ein junger MIT-Student (Charlie Rowe) bei seinen Forschungsarbeiten auf einen Meteoriten, der mit der Erde kollidieren und den gesamten Planeten zerstören könnte. Wie das Pentagon ihm und dem Techmilliardär Darius Tanz (Santiago Cabrera) jedoch versichert, hat die Regierung dieses Problem völlig im Griff. Doch kurz darauf kommen bereits erhebliche Zweifel an deren Behauptung auf...
Armageddon trifft auf Verschwörungsthriller
Student Liam teilt seine erschreckende Entdeckung zunächst mit seinem Professor, der kurz darauf verschwindet. Als Liam dessen auf den Kopf gestelltes Haus ohne ihn vorfindet, muss er beim Verlassen des Grundstücks feststellen, dass er verfolgt wird.
Nachdem es ihm gelungen ist, den Verfolger abzuschütteln, sucht er Zuflucht beim Techmilliardär Tanz, der mittels seines gehobenen Status Kontakt zum Pentagon aufnimmt und dieses mit den Daten konfrontiert. Dort weiht Deputy Secretary of State Denfense Harris Edwards (Ian Anthony Dale) die beiden in das bereits bestehende Projekt zur Abwehr des Meteoriten ein und versichert ihnen, die Regierung habe die Situation unter Kontrolle.
An dieser Darstellung wird jedoch gezweifelt und so setzt man einen eigenen Plan in Bewegung und versucht dabei, die Pressesekretärin Grace Barrows (Jennifer Finnigan) als Quelle innerhalb des Regierungszirkels mit an Bord zu holen.
Nachdem diese festgestellt hat, dass Edwards' Projekt zur Abwehr nach einem eindeutigen und explosiven Probelauf zum Scheitern verurteilt ist, schließt sie sich dem Milliardär und dem Studenten mit der Bedingung an, dass dieser nicht wie ursprünglich geplant nur eine kleine Auswahl von Menschen in seiner Weltraumarche rettet, sondern seine Ressourcen einsetzt, um den gesamten Planeten vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren.
Streamlining in Perfektion
Salvation ist ein durch und durch stromlinienförmiger Thriller, der die Handschrift und den Stil seines Heimatsenders CBS deutlich erkennbar trägt. Komplett auf die bisherige Zielgruppe des US-Networks zugeschnitten, vereinen sich sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften von dessen Dramaserien.
Das bedeutet zunächst, dass „Salvation“ routiniert und gekonnt inszeniert und technisch einwandfrei realisiert ist, dafür aber auch keine Risiken eingeht oder besondere Alleinstellungsmerkmale vorweisen kann. Dabei setzt man auf vertraute Bausteine, die sich angenehm gewohnt anfühlen. Andererseits hat man diese Dinge bereits schon unzählige Male sowohl schlechter als auch besser umgesetzt gesehen. Will man dies negativ formulieren, könnte man behaupten, die Serie sei seelenlos.

Das Tempo ist flott, die Figuren werden ausreichend eingeführt und sind sympathisch genug, um ihnen und den Geschehnissen weiter zu folgen. Aber genau das bringt auch einige Kritikpunkte mit sich: Salvation ist kurzweilig, aber gleichzeitig auch viel zu glatt. Zwar dreht sich die Geschichte um kluge Köpfe, doch Anspruch sollte man nicht wirklich erwarten, denn der Thriller ist leichtverdauliche Kost.
Das ist an sich natürlich kein Problem, wäre da als großes Manko nicht die furchtbare Vorhersagbarkeit der Pilotepisode, welche die Spannung erheblich drückt: Die junge Frau (Jacqueline Byers), die unseren Protagonisten in der Vorlesung anlächelt, wird später zu dessen Freundin. Der Professor, der die Entdeckung überreicht bekommt, verschwindet (was später schnell wieder unter den Tisch fallen gelassen wird). Der IT-Mitarbeiter, der das verbotene Material zu Gesicht bekommt, wird eliminiert und natürlich hat die Regierung die Situation nicht unter Kontrolle. Dann wäre da noch die junge Reporterin (Shazi Raja), die scharfsinniger als alle ihre Kollegen eine Story wittert und diese zweifellos auch bald entdecken wird.
All diese wenig überraschenden Dinge stammen aus dem Klischeebaukasten für Verschwörungsthriller, sie erfüllen ihren Zweck, unterstreichen jedoch das Déjà-vu-Gefühl ungemein.
Darüber hinaus sollte man nicht zu sehr über den Tellerrand in Bezug auf plot holes oder Logikfehler hinausschauen, denn „Salvation“ ist als pure lockere Unterhaltung konzipiert und nimmt sich gerne Freiheiten, damit die Erzählung nicht aus seinem geordneten Rahmen rutscht. Entsprechend des Materials sind die darstellerischen Leistungen ordentlich und stechen nicht wirklich heraus.
Die Pilotfolge vermittelt keineswegs einen schlechten Eindruck und läuft angenehm kurzweilig ab, doch darüber hinaus hat sie leider auch einfach nichts Besonderes zu bieten. Betrachtet man das Ganze allerdings zu sehr aus künstlerisch-kritischer Sicht, ist es sicherlich einfach, die Serie zu verreißen. Doch schaut man auf den puren Unterhaltungsfaktor, so erfüllt sie ihr Ziel schnörkellos.
Fazit
Salvation funktioniert als routinierte CBS-Produktion wie ein Uhrwerk. Wer den anderen Dramaserien des Networks etwas abgewinnen kann und gewillt ist, sich auf leichtere Unterhaltung einzulassen, dürfte sich auch hier wohlfühlen, denn genau darauf setzen die Macher.
Wer allerdings ein originelles Konzept und Anspruch sucht oder sich an kleinen Plotschwächen stört, ist bei der derzeitigen Vielzahl an hochkarätigen Serien woanders besser aufgehoben. Auf Kosten der Vorhersagbarkeit liefert „Salvation“ das Gewohnte, um das Sommerloch auf möglichst einfache Weise zu füllen. Ob das einem tatsächlich reicht, um dranzubleiben, ist jedem selbst überlassen.
Der Trailer zur US-Serie „Salvation“:
Verfasser: Tim Krüger am Donnerstag, 13. Juli 2017Salvation 1x01 Trailer
(Salvation 1x01)
Schauspieler in der Episode Salvation 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?