Russian Doll 1x01

© zenenfoto aus „Russian Doll“ (c) Netflix
Die Anzahl an Filmen und Episoden, in denen es um Zeitschleifen geht, sind so endlos wie ihr Inhalt. Nachdem Klassiker wie „Und täglich grüßt das Murmeltier" oder „Butterfly Effect" den Standard gesetzt haben, ist uns das Prinzip mittlerweile sehr bekannt: Den Protagonisten wird nie geglaubt (denn wie absurd ist das Ganze eigentlich?), sie müssen irgendeinen Weg finden, die Zeit weiterlaufen zu lassen und oftmals hat die Geschichte eine moralische Komponente. Und ganz oft ertappen wir uns dabei, wie wir uns selbst in so eine Geschichte reindenken...
Nachdem Netflix mit seinem 2018 veröffentlichen Original „When We First Met" den Startschuss für die Zeitschleifenproduktion gegeben hat, folgt im Februar 2019 nun die ebenfalls von Netflix produzierte Serie Russian Doll alias „Matrjoschka“. Uns stellt sich die Frage: Wie kann das bereits zum Erbrechen ausgeführte Konzept Zeitschleife überhaupt noch Unterhaltungspotential bieten?
Birthday Joint
Nadia (Natasha Lyonne) ist auf einer Party in New York, die ihre Freunde ihr zum 36. Geburtstag schmeißen. Es gibt viel Alkohol, viele Drogen und einen Mann, den Nadia mit zu sich nach Hause nimmt. Eine schnelle Nummer, dann wird der Typ wieder aus der Wohnung geschmissen und Nadia, die eine Kippe nach der anderen inhaliert, muss raus, um sich neue Zigaretten zu kaufen. Draußen entdeckt sie ihre seit Tagen verschwundene Katze Oatmeal, geht über die Straße und wird dabei prompt von einem Taxi erfasst.
Nach ihrem Tod wird sie an den Anfang der Story zurückgeworfen und durchlebt die Party noch einmal. Dieses Mal trifft sie auf ihren Exmann, der sie später vor dem vorbeifahrenden Taxi bewahrt. Doch im weiteren Verlauf der Episode stirbt sie erneut und die ganze Geschichte geht wieder von vorne los. Die Episode endet mit Nadia, die die Party verlässt und dabei aufs Höchste bemüht ist, nicht zu sterben.

Bitte, was?
Was ich aus der ersten Folge von „Russian Doll“ mitnehmen konnte, ist absolute Verwirrung. Aus keiner der Geschehnisse kann man sich einen Reim machen und der Zuschauer wird dermaßen perplex und ratlos zurückgelassen, dass alleine die Neugier auf die Auflösung einen zum Weiterschauen zwingt.
Dabei ist die Story an sich erst mal sehr schleppend beziehungsweise fast einschläfernd. Die Gespräche sind eher möchtegernphilosophisch und alle Ereignisse erscheinen sehr zusammenhanglos. Gelangweilt schaut man Nadia zu, wie sie ihre Lunge zerstört, sich schon in einer verfrühten Midlife-Crisis sieht und über das Fehlen ihrer Katze sinniert. Ihre Person ist dabei recht schwer einzuschätzen. Einerseits scheint sie vom Leben erschöpft, sie wohnt alleine, hat keine Familie, ihre Mutter ist früh gestorben und auch sie weiß nicht, ob sie die 60 jemals erreichen wird. Andererseits lässt sie das Ganze so kalt, dass sie auch einfach nichts auf den gesellschaftlichen Zwang geben könnte.
Die anfängliche Langeweile wird durch den Schock durchbrochen, den der wirklich gut gemachte Zusammenstoß von Nadia und dem Taxi erzeugt. Nach dem Zeitsprung stapeln sich die merkwürdigen Ereignisse, aus denen man sich beim besten Willen keinen Reim machen kann. Waren es die Drogen? Ist sie vielleicht geistesgestört? Oder will ihr das Universum nur eine sehr schleierhafte Botschaft schicken? Als sich dann auch noch ihre wiedergefundene Katze in Luft auflöst, ergibt wirklich nichts mehr einen Sinn. Was zur Hölle passiert hier gerade?
Und was genau hat es mit dem Titel „Matrjoschka“, den ineinander verschachtelten russischen Puppen, auf sich?
Eindeutig überzeugen kann „Russian Doll“ durch das verrückte Künstlerdesign der Kulisse und dem trockenen Humor der Protagonisten, dargestellt von Orange Is the New Black-Star Natasha Lyonne. Wir werden sehen, was der Rest der Story noch auf Lager hat.

Fazit
Eine ganze Serie, die auf dem Konzept der Zeitschleife aufbaut, gab es (meiner Kenntnis nach) bis jetzt noch nicht. Netflix arbeitet hier ganz klar mit dem Konzept „Was du nicht verstehst, musst du wohl in der nächste Episode erfahren" und lockt den Zuschauer so in den weiteren Verlauf der Story. Doch das Prinzip funktioniert und zum Glück muss man nicht auf die weiteren Folgen warten. Fröhliches Binge-Watching also!
Der offizielle Trailer zur Auftaktstaffel der Netflix-Serie Russian Doll mit Natasha Lyonne:
Verfasser: Greta Kaiser am Freitag, 1. Februar 2019Russian Doll 1x01 Trailer
(Russian Doll 1x01)
Schauspieler in der Episode Russian Doll 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?