
Rosemary's Baby - 1967 erschien der Roman von Ira Levin, im Jahr darauf lief der Roman Polanski-Film in den Kinos an. 2014 folgt nun die Serienverfilmung des Stoffes durch NBC. Viel Neues oder Überraschendes gibt es hier nicht zu sehen. Auf der Seite der wenigen Pluspunkte sticht besonders der Handlungsort Paris heraus. Auch Zoe Saldana („Avatar“) als Hauptdarstellerin wird den einen oder anderen Zuschauer wohl bis zum bitteren Ende dabei halten können.
Die Story
Rosemary und ihr Ehemann Guy (Patrick J. Adams, Suits, Luck) tun sich schwer damit, ihr Leben in die gewünschten Bahnen zu bringen, es fehlen insbesondere ein Kind und sein beruflicher Erfolg. In der Serienversion ziehen die beiden nach einer Fehlgeburt nach Paris, um neu anzufangen. Guy ist vom schriftstellerischen Erfolg getrieben, Rosemary vor allem von dem Wunsch nach einer Familie.
Schnell treffen sie auf die spendablen Gönner Margaux (Carole Bouquet) und Roman Castevet (Jason Isaacs, Brotherhood), die das junge Paar einladen, in ihr nobles Apartmenthaus zu ziehen. Doch aus unverfänglicher Hilfsbereitschaft wird schnell unangenehme Vereinnahmung. Im Schrank hängen teure Kleider in den Größen der beiden neuen Mieter, und die Castevets lassen keine Gelegenheit aus, sich in das Leben der beiden einzumischen - was so weit geht, dass Margaux Rosemary ungefragt einen Fruchtbarkeitstrank nach asiatischem Rezept kredenzt.
Es kommt, wie es kommen muss. Die Zeichen, dass die großzügigen Gönner etwas im Schilde führen, verdichten sich immer weiter. Schließlich findet Rosemary heraus, dass ihre Vorgängerin in der Wohnung unter mysteriösen Umständen aus dem Leben geschieden ist. Guy wird unterdessen vom Witwer jener Frau gewarnt.
Mit Hilfe der Castevets stellt sich endlich der große Erfolg als Schriftsteller ein, und für Rosemary gibt's eine Schwangerschaft, die strengstens überwacht wird. Jedes Mal, wenn sie versucht, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, muss jemand dran glauben. Und doch dauert es lange, bis sie auf den springenden Punkt kommt: Sie ist umgeben von Satanisten, denen ihr Ehemann bereits seine Seele verkauft hat.
Wie kommt es rüber?
Besonders der erste Teil der Miniserie Rosemary's Baby bleibt enttäuschend ereignislos und langatmig. Die Rosemary der Serienverfilmung wirkt weniger naiv als die aus dem Film, doch das hindert sie nicht daran, jede Menge Zeichen und Hinweise zu vergessen oder einfach zu ignorieren. Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht mal schlecht angelegt. Rosemary kommt in ein fremdes Land, dessen Sprache sie nicht beherrscht, was ihrer Verlorenheit eine zusätzliche Ebene verleiht. Sie kann sich nur mühsam verständigen und bleibt außen vor, anders als ihr Mann, der sich mit voller Kraft in seinen Erfolg stürzt.
Und doch reihen sich die Zeichen des Bösartigen ein bisschen motivationslos aneinander. Einmal findet sie ein Foto ihrer Vormieter, ein anderes Mal überrascht sie Margaux mit einem mysteriösen Mann in ihrer Wohnung. Es ist nicht so, dass sie alles hinnimmt, sie geht den Spuren nach, mit zunehmender Paranoia sucht sie die Kirche ihrer toten Vormieterin auf und wendet sich sogar an den Polizeichef. Doch nichts von alledem fühlt sich an wie eine schwindelerregende Treppe in die Tragödie.
Mit ein paar halbherzigen Worten oder einem großen Scheck ist sie immer wieder geneigt, alle vorherigen Ereignisse zu vergessen. Statt sich langsam zusammenbrauender Spannung bietet ihr Weg ein fast schon nerviges Abgrasen von Hinweisen, die sich schließlich alle mehr oder weniger verlaufen. Die Langatmigkeit dieses Teils macht das Ganze nicht besser.
Auch die Bedrohlichkeit des Bösen hält sich in Grenzen. Gewollt eindringliche Bilder wirken eher entzaubernd, lediglich der Tod von Rosemarys Freundin kann Beklemmung hervorrufen.
Was jedoch sehr gut funktioniert sind die Bilder aus Paris. Zwischen den schönen Aufnahmen des Eifelturms und von Notre Dame ergeben plötzlich auch die Hinweise auf die nebulöse Vergangenheit des Gönnerpaares mehr Sinn.
Fazit
Die Miniserie Rosemary's Baby ist sicher etwas für einen langweiligen, verregneten Sommerabend, an dem sich kein anderes Programm finden lässt. Doch wer mit hohen Erwartungen anrückt, der dürfte enttäuscht werden.
Wertung: 2,5 Sterne