Die Anthologie-Serie Room 104 haben Jay und Mark Duplass für den Sender HBO kreiert. Die zwölf Episoden erzählen jeweils eine in sich geschlossene und voneinander unabhängige Geschichte. Mit der Pilotepisode Ralphie betreten wir das Horror-Genre.

Szene aus der Pilotepisode von „Room 104“ / (c) HBO
Szene aus der Pilotepisode von „Room 104“ / (c) HBO
© zene aus der Pilotepisode von „Room 104“ / (c) HBO

Das besondere an Anthologie-Serien ist, dass jede Folge eine in sich abgeschlossene Geschichte darstellt. Die einzelnen Episoden können Schauspieler, Genre, Themen, Regisseure und Schreiber wechseln. Im Gegensatz zu den weitverbreiteten Binge-Serien, deren Plot sich im Verlauf zu einem Gesamtkonzept entwickelt, hat der Zuschauer hier die Möglichkeit, sich in 30 Minuten eine in sich geschlossene Erzählung anzusehen. Die Schöpfer der HBO-Serie Room 104 Jay und Mark Duplass haben sich auf lediglich zwei Grundregeln geeinigt: Jede Folge wurde an nur drei Tagen gedreht und spielt sich, wie der Name schon vermuten lässt, in Zimmer 104 eines Motels ab. Was genau in dem Raum passiert, ist nicht vorherzusehen.

Worum geht es?

Die erste Episode von „Room 104“ trägt den Namen Ralphie und lässt sich in das Horror-Genre einordnen. Zu Beginn werfen wir einen Blick durch das Fenster des besagten Zimmers und sehen einen Mann (Ross Partridge), der scheinbar verzweifelt seinen Kopf in seine Hände vergräbt. Was ihn so beschäftigt, stellt sich im Laufe des Geschehens heraus. Sein Name ist Bradley und er hat die Babysitterin Meg zu sich ins Hotel bestellt, damit sie auf seinen Sohn Ralph (Ethan Kent) aufpasst. Offensichtlich hat er es sehr eilig das Hotel zu verlassen. Es interessieren ihn weder Referenzen der ihm unbekannten Frau noch wartet er darauf, dass Ralph das Bad verlässt, damit er ihm Meg vorstellen kann. Wo genau er hingeht, können wir später einer der zahlreichen, etwas wirren Geschichten des Jungen entnehmen.

Nachdem es Meg nach mehreren Versuchen doch schafft Ralph aus dem Bad zu locken, berichtet dieser von „Ralphie“, einer bis dahin nicht genauer definierten Person, die man aber besser nicht verärgert. Mehrfach ermahnt Ralph seine Aufpasserin leiser zu sprechen, um Ralphie nicht zu provozieren. Wieso im Umgang mit dem Unbekannten Vorsicht geboten ist, erfahren wir als Ralph angeblich von ihm ins Bad zitiert wird, nachdem Meg äußerte, sie glaube nicht, dass sich jemand dort versteckt. Kurz nachdem Ralph im Bad verschwindet, stürmt plötzlich ein Junge, der genauso aussieht wie Ralph aus dem Bad und stürzt sich auf Meg mit den Worten: „Ich werde dich töten.“ Als dieser sich wieder ins Bad zurückzieht, kehrt Ralph zurück und trifft auf eine sichtlich verängstigte Babysitterin. Im weiteren Verlauf unterhalten sich Meg und Ralph eine ganze Weile. Doch nach einer erneuten unbedachten Äußerung von ihr, fliegt Ralphie wieder heran und würgt Ralph solange, bis dieser stirbt. Mehrere Versuche von Meg einzugreifen, scheitern. Als Ralphie am Ende auch versucht sie zu erwürgen, wehrt sie sich und es gelingt ihr die Oberhand zu gewinnen. Sie kniet sich auf den brutalen Jungen und drückt ihre Hände fest um seinen Hals. In dem Moment als Bradley zurückkehrt, sieht man die blutverschmierte Meg sitzend auf einem Jungen, der sich in der nächsten Kameraeinstellung als Ralph herausstellt. Der Vater packt den leblosen Körper seines Jungen und aus der Ferne hört man die Sirenen der Polizei, die Meg vorher alarmierte.

Fazit

Die Geschichte der ersten Folge von „Room 104“ ist keine kreative Höchstleistung. Sehr schnell konnte ich das Ende vorhersehen. Zudem wirkte der erste Angriff von Ralphie eher albern als gruselig. Nichtsdestotrotz ist die Episode andauernd unterschwellig spannend. Positiv fand ich auch die schauspielerischen Leistungen der drei Darsteller, die es schaffen, eine gewisse fesselnde Atmosphäre, in der ihnen zur Verfügung stehenden minimalen Kulisse, zu kreieren. Besonders überzeugt hat mich „Ralphie“ allerdings nicht, aber das ist ja eben das schöne an Anthologie-Serien. Die Qualität der folgenden Episoden kann sich verändern. Ich vergebe 2,5 Sterne und schaue mir die nächsten Folgen auf jeden Fall noch an.

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