
In den dunklen Gassen von East London wird in der Pilotepisode der Serie Ripper Street eine Leiche gefunden. Und es ist an Inspektor Edmund Reid (Matthew Macfadyen, Spooks, Die Säulen der Erde), diesen Fall aufzuklären, bevor eine erneute Panik vor der Rückkehr Jack The Rippers die Stadt ergreift.
Zur Seite stehen ihm sein Sergeant Bennett Drake (Jerome Flynn, Game of Thrones), ein Mann der Faust, und der US-Arzt Captain Homer Jackson (Adam Rothenberg, The Ex List).
Das Team
Inspektor Reid ist ein Polizist, der sich von Fakten leiten lässt. Während sein Vorgänger schon die Rückkehr des Rippers beschreit, sucht Reid nach Beweisen bevor er eine Vermutung ausspricht. Er ist ein Vorbildcop, charismatisch, aber schon fast zu sauber. Bis der Zuschauer von einem dunklen Geheimnis erfährt, dass den Saubermann sogar erpressbar macht.
Ein anderes Geheimnis lässt die Pilotepisode der Serie Ripper Street fürs Erste im Dunkeln: Das des brillanten US-Arztes Jackson, der auf der Flucht vor seiner Vergangenheit gemeinsam mit der Bordellwirtin Long Susan (MyAnna Buring, „Breaking Dawn“) nach London kam. Anders als Reid genießt er das Leben in vollen Zügen und zeigt sich besonders zu einer Angestellten seiner ehemaligen Vertrauten hingezogen.
Die Faust der Truppe ist Drake, der für das Grobe zuständig ist und eingreift, wenn es darum geht, einem Verdächtigen Hinweise aus dem Leib zu foltern.
Mit diesem Trio hat die Serie Ripper Street nicht gerade den Krimi neu erfunden, aber schon nach kurzer Zeit hat der Zuschauer sich in die Gruppe eingefühlt. Die Zusammenstellung funktioniert und neben dem Fall werden der mysteriöse Reid und die Bromance zwischen dem intellektuellen Jackson und dem eher rohen Drake zu wichtigen Bausteinen der Serie.
Neue Technik
Ein weiterer Bonus, den die Serie Ripper Street anderen Krimi-Serien voraus hat, ist das Zeitkolorit aus einem dunklen London, kurz nachdem Jack the Ripper sich von der Bildfläche verabschiedet hat. Es ist eine Zeit der Veränderungen und nicht nur die Polizisten, auch die Kriminellen bekommen die Vor- und Nachteile der neuen Möglichkeiten zu spüren. Der Fall der Pilotepisode ist dementsprechend dann auch ein früher Pornoring, der auch erste Snuff-Videos produziert.
Interessant daran ist für den Zuschauer, dass die Zeit der Serie sich auf der Schnittstelle zwischen damals und heute befindet. Einerseits sind die Themen vertraut, die Zustände und Möglichkeiten ähneln denen, die wir kennen. Doch sie stecken noch in den Babyschuhen, in einer Welt, die dunkel und fremd wirkt.
Fazit
Am Ende der Episode macht Reid sich von der Erwartung, Jack the Ripper zu finden frei, er blickt einer Zukunft entgegen, in die der geneigte Zuschauer ihm gerne folgt. Diese Aufbruchstimmung durchzieht die gesamte Pilotepisode der Serie Ripper Street. Neue Mittel und Wege der Ermittlung eröffnen neue Chancen, bieten aber auch kriminellen Energien ungeahnte Möglichkeiten. Dieses Zusammenspielt macht den Reiz der Serie zu einem großen Teil aus. Den Rest erledigt die gelungene Zusammenstellung des Teams aus dem kontrollierten Reid, dem genialen, aber zügellosen Jackson und dem rauen, aber herzlichen Drake.