Ripley 1x01

© Netflix
Der Streamer Netflix wartet am heutigen Donnerstag, den 4. April 2024 mit der neuen Miniserie Ripley auf, die in insgesamt acht Folgen den Krimiklassiker „Der talentierte Mr. Ripley“ (1955) der US-Autorin Patricia Highsmith neu adaptiert. Es ist nun 25 Jahre her, dass der Regisseur Anthony Minghella die Geschichte mit den damaligen Shooting-Stars Matt Damon, Jude Law und Gwyneth Paltrow in die Kinos brachte. An die französische Verfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“ (im Original: „Plein soleil“) von 1960 erinnern sich wohl nur noch die Wenigsten.
Wer aber den Namen „Ripley“ hört, denkt wahrscheinlich zunĂ€chst an die idyllischen Sommerlandschaften Italiens und an junge, schöne, reiche Menschen, die das sĂŒĂe Leben genieĂen. In diesem Lichte scheint die erste und auffĂ€lligste kreative Entscheidung vom neuen Serienmacher Steven Zaillian (The Night Of, „Schindlers Liste“), nĂ€mlich alles in SchwarzweiĂ zu drehen, wie ein Wagnis - eben, weil einem so die optischen Reize entgehen können. Doch richtig angewandt, bringt die Farblosigkeit ihre ganz eigene Eleganz.
AuĂerdem gelingt es Zaillian, der tatsĂ€chlich alle Episoden seiner „Ripley“-Serie eigenhĂ€ndig geschrieben und inszeniert hat, die UrsprĂŒnge der Buchvorlage und den damaligen Stil des klassischen Hollywood-Krimis und des Hitchcock'schen Film-noir zu ehren. Und sein charismatischer Hauptdarsteller Andrew Scott (Sherlock, Fleabag, „All of Us Strangers“) trĂ€gt das Ăbrige dazu bei, um aus der ersten Episode, I Schwer zu finden, einen optimistisch stimmenden Auftakt zu kreieren. Wobei nach nur einer Folge natĂŒrlich auch noch viele Fragezeichen bleiben?
Wovon handelt die Netflix-Miniserie âRipleyâ?
Wir lernen die Titelfigur Tom Ripley (Scott) zunĂ€chst in den 1960er Jahren in New York City kennen. Wir sehen, wie er sich seinen Lebensunterhalt mit zwielichtigen Machenschaften verdient, aber alles solo und nur im kleinen Rahmen. Er ist ein EinzelgĂ€nger, der weit unter seinem Potential geblieben ist. Sein Leben wirkt trostlos und trotz der kriminellen Facetten irgendwie auch langweilig. Zusammengenommen sind das die perfekten Startbedingungen fĂŒr einen Job, der alles auf einen Schlag verĂ€ndern kann...
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Ein wohlhabender Mann will von Ripley, dass er nach Europa reist, um seinen verlorenen Sohn zurĂŒckzuholen, der dort als Möchtegern-Maler - oder zumindest als LebenskĂŒnstler - seine Zeit und vor allem auch viel Geld verschwendet. Ripley lĂ€sst sich auf das Abenteuer ein und merkt schnell, dass seine New Yorker StraĂenschlĂ€ue in Neapel vollkommen nutzlos ist. Schon bei der ersten Taxifahrt vom Bahnhof wird er ausgenommen ein bedröppeltes Huhn und muss sich nun ganz auf seinen Charme verlassen, damit seine Zielperson Gefallen an ihm findet und ihn durchfĂŒttert.
Dabei ist das erste Aufeinandertreffen mit dem schönen und selbstbewussten Dickie Greenleaf (Johnny Flynn, Lovesick) und dessen Begleitung Marge (Dakota Fanning, The Alienist) denkbar unangenehm. Am Strand spielt Ripley in viel zu körperbetonten Speedos eine Zufallsbegegnung vor. Schon wenige Minuten spÀter verplappert er sich beinahe, als ihm eine Information von Dickies Vater rausrutscht. Das Gute: Sein TÀuschungsopfer ist anfangs viel zu desinteressiert an ihm, um ihn zu durchschauen.
Aus der GrundprĂ€misse zur Serie wissen wir bereits, was in den kommenden Folgen auf uns und Ripley zukommt: Je mehr Zeit er mit Dickie verbringt, desto faszinierter wird er von ihm sein. StĂŒck fĂŒr StĂŒck wird er seinen Auftrag aus den Augen und sich selbst in diesem besonderen neuen Leben verlieren. Und jede LĂŒge, die er erzĂ€hlen muss, um nicht aufzufliegen, bringt weitere LĂŒgen mit sich...
Wie gut ist der Auftakt der Netflix-Miniserie âRipleyâ?
Die neue Netflix-Miniserie „Ripley“ profitiert in der ersten Episode vor allem von ihrer Stimmung und ihrem Hauptdarsteller. Das SchwarzweiĂ funktioniert erstaunlich gut und verleiht dem Ganzen eine Ruhe, als wĂŒrde man wirklich einen Film aus den 50ern oder 60ern sehen. Andrew Scott spielt die Unsicherheit der Figur auch sehr schön und sorgt sogar fĂŒr ein paar lustige Momente, die den Einstieg erleichtern. Was die fĂŒr die Geschichte so zentrale Chemie zwischen ihm und dem Dickie-Darsteller Flynn angeht, trauen wir uns nach nur einer Folge noch kein Urteil zu.
GrundsĂ€tzlich scheint es natĂŒrlich sehr mutig, sich mit Jude Law zu messen, der im Film von 1999 eine unvergessliche Darbietung hingelegt hat. Viele werden sich bei Netflix' „Ripley“ wohl auch an den Film „Saltburn“ mit Barry Keoghan und Jacob Elordi erinnert fĂŒhlen, der in eine ganz Ă€hnliche Kerbe schlĂ€gt und zur allgemeinen Eat-the-Rich-Stimmung passt, die seit ein paar Jahren in der Filmwelt herrscht. Der Neustart kommt genau zur rechten Zeit und hĂ€lt im Lauf der Staffel hoffentlich, was er verspricht.
FĂŒr die erste Episode gibt es von uns vier von fĂŒnf Speedos!
Verfasser: Bjarne Bock am Donnerstag, 4. April 2024Ripley 1x01 Trailer
(Ripley 1x01)
Schauspieler in der Episode Ripley 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?