Das passiert in der 1. Episode der 1. Staffel von Reverie

© arah Shahi und Dennis Haysbert in „Reverie“ (c) NBC
Arme Sarah Shahi - ständig muss sie in ihrer neuen NBC-Dramaserie Reverie durch irgendwelche Plastikkulissen oder Greenscreen-Landschaften laufen und so tun, als sei das, was sie sieht, von überwältigender Schönheit. Sie macht das ganz ordentlich, nur leider besteht das große Problem, dass wir Zuschauer - im Gegensatz zu ihr - sehen können, an was sich ihre Figur angeblich so erfreut. Und das ist alles andere als bewundernswert, sondern einfach nur billig: billige Effekte, billige Kulissen, billige Beleuchtung, billige Kostüme, billiger Dialog.
Seelenlos
All diese Faktoren sowie das ebenfalls unterdurchschnittliche Drehbuch zeigen einmal mehr, wie stark Schauspieler von dem Material abhängig sind, das ihnen vorgesetzt wird. Im Ensemble befinden sich neben Shahi auch Dennis Haysbert und Sendhil Ramamurthy, die beide niemandem mehr ihr Können beweisen müssen. Aber hier werden sie zu reinen Aufsagern degradiert, weil das Drehbuch schlichtweg nicht mehr hergibt. Die Geschichte basiert auf viel zu viel uninteressantem „Technobabble“, das man schneller wieder vergisst, als man es gehört hat.

Ich will sie für alle Interessierten doch noch einmal kurz zusammenfassen: Mara Kint (Shahi) hat einst als Polizistin unter Charlie Ventana (Haysbert) gedient, arbeitet nun aber als Lehrerin für - ja, wofür eigentlich, Körpersprache vielleicht? Charlie ist derweil in die Privatwirtschaft gewechselt, wo er als Sicherheitschef einer Virtual-Reality-Firma - Achtung, buzzword! - arbeitet. Diese hat ein Programm namens „Reverie“ entwickelt, mit dem Menschen in ihre eigene VR-Traumwelt eintauchen können, indem sie Social-Media-Profile von sich und ihren Liebsten hochladen.
Der Konflikt besteht nun darin, dass sich einige Ausflügler weigern, aus ihren Träumen zurückzukommen und dadurch in eine Art Koma gefallen sind. Wegen ihrer Qualifikation auf dem Gebiet der Geiselverhandlungen - bei einer solchen hatte sie Schwester und Nichte verloren - wird Mara nun erneut von Charlie angeheuert, um die Verweigerungshaltung der Rückkehrunwilligen aufzubrechen. Im Falle der Pilotepisode Apertus (der Name bezeichnet den Öffnungsbefehl des Programms, mit „Exodus“ lässt es sich schließen) ist das schon so uninteressant, dass man nicht weiter darauf eingehen muss.
Es steht zu befürchten, dass es nun in jeder Episode der zehnteiligen ersten Staffel einen neuen Auftrag für Mara geben wird, eine/-n in der Traumwelt Verlorenen zurückzuholen. Gepaart mit dem dialogtechnisch schwer enttäuschenden Drehbuch sowie der unansehnlichen visuellen Umsetzung kann Reverie bereits zu Beginn als Niete eingestuft werden.