Revenge 3x02

Die Episode Sin war zwar nicht kurz und knackig, wie der Titel klingt, aber dafür eine deutliche Steigerung zur Premiere der neuen Staffel. Wir haben es schon in den Artikeln zur zweiten Staffel mehrmals erwähnt, aber Conrad Grayson (Henry Czerny) bleibt nach wie vor die mit Abstand interessanteste Figur. Vielleicht liegt es daran, dass es die Figur ist, mit der die Autoren die meiste Arbeit verrichtet haben.
Vielleicht würde es manche überraschen, aber Sin ist eine Conrad-Episode. Wenn eine Serie es schafft die Zuschauer eine ihrer Figuren gleichzeitig zu hassen und zu genießen, dann stimmt die Richtung. Conrad ist ein Paradebeispiel. Innerhalb derselben Episode hasst man ihn, hat gleichzeitig Mitleid und erfreut sich seiner sarkastischen Bemerkungen über Gott und die Welt.
Das macht Conrad mehrdimensional und dadurch interessant im Vergleich zu den restlichen Figuren, die ziemlich flach daherkommen. Aber das ist nichts Neues bei Revenge. Hier zählt es nur herauszufinden, wer mit wem und warum zusammenarbeitet. Fangen wir mit Victoria (Madeleine Stowe) und Aiden (Barry Sloane) an. Er ist fest entschlossen Emily (Emily VanCamp) zu erledigen. Wirklich? Wo kommt plötzlich der ganze Hass her?
Wenn sich das Ganze nicht als ein Spiel seitens Aiden herausstellt, dann kann man den Handlungsstrang als einen weiteren misslungenen Zug seitens der Autoren sehen. Klar - Eifersucht kann Berge in Bewegung setzen und vielleicht ist Daniel (Joshua Bowman) Aidens Ziel. In dieser Episode wird auch Daniel auf den Prüfstand gestellt und er besteht. Daniel begeht keine Sünde und Margaux' (Karine Vanasse) Versuch ihn zu verführen bleibt erfolglos. Da kann man sich den Schweiß von der Stirn wischen - „Revenge“ schafft es einer der eigenen Fallen zu entgehen.
Eigentlich ist Emily die einzige in dieser Episode, die eine Sünde begeht, weil sie sich nach wie vor wie ein verzweifelter Teenager benimmt, der durch die Gegend rennt und „Rache, Rache“ schreit. Nicht einmal Nolan (Gabriel Mann) kann ihr Vernunft einreden, als sie sich auf einen der ehemaligen Grayson-Global-Mitglieder stürzt, der im Moment als Pfarrer Gutes zu leisten versucht.
Father Whitley (James LeGros) ist im Grunde ein weiteres Warnzeichen für Emily und für das, was sie tut. Manchmal kann man verzeihen. Manchmal kann man sich zum Besseren ändern. Manchmal ist es unmöglich zwischen Richtig und Falsch abzuwägen. Das Problem: Man/frau kann sich nie sicher sein - jede Vergebung kann eine verpasste Rachemöglichkeit sein. Emily geht auf Nummer sicher und führt ihren Plan durch. Damit trifft sie viele Unschuldige. Sie sieht es ein, aber es ist zu spät.

Ist es auch für Victoria zu spät? Sie hat nicht weniger furchtbare Dinge getan, um ihren Namen und ihren Sozialstatus zu behalten. Ihren ersten Sohn hat sie zweimal vor die Tür gesetzt und jetzt liebt sie ihn plötzlich und alle sollen ihre Entscheidung respektieren? Victoria bleibt nach wie vor die Figur mit den meisten Widersprüchen und das ist nicht im positiven Sinne gemeint.
Wäre nicht der Korb mit den Muffins, könnte man die ganze Handlung um Victoria, Aiden und Patrick (Justin Hartley) in die Tonne treten. Aber vielleicht ist Patrick mehr als er zu sein scheint? Revenge hat bestimmte eine weitere Enthüllung im Ärmel.
Ob Emilys Plan Conrad zur Beichte zu bewegen ein guter ist? Das wagt man zu bezweifeln. Immerhin handelt es sich hier um Conrad. Egal wie zerstört er aussieht, er ist immer für eine Überraschung gut. Diese Episode gibt ein bisschen Hoffnung, dass die ABC-Serie noch die Kurve kriegen könnte.
Verfasser: Mariano Glas am Montag, 7. Oktober 2013(Revenge 3x02)
Schauspieler in der Episode Revenge 3x02
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