Tote erwachen zum Leben und kehren zurück in die Kleinstadt Arcadia im mittleren Westen der USA. Die Serie Resurrection führt uns an der Hand des Beamten Martin durch die mysteriösen Ereignisse in eine Gemeinschaft voller Geheimnisse.

Cast der Serie „Resurrection“ / (c) ABC
Cast der Serie „Resurrection“ / (c) ABC

Eine Kleinstadt, in der Tote zum Leben erwachen - die Story der Serie Resurrection erinnert an die Geschichte, die seit gut einem Jahr von der französischen Serie Les Revenants erzählt wird. Doch bei der ABC-Serie handelt es sich nicht um eine amerikanische Adaption der europäischen Produktion, die Geschichte um den Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde Martin Bellamy (Omar Epps, House) basiert auf dem Buch „The Returned“ von Jason Mott.

Die Story

Martin Bellamy arbeitet bei der US-Einwanderungsbehörde. Als ein Junge (Landon Gimenez) in einem chinesischen Reisfeld aufwacht, der aller Wahrscheinlichkeit nach amerikanischer Staatsbürger ist, wird er auf den Fall angesetzt. Er soll den Jungen vom Flughafen abholen, doch daraus entwickelt sich schnell ein längeres Abenteuer. Weil keine Vermisstenanzeigen auf den Jungen zutreffen, verlässt der Staatsbedienstete sich auf den einzigen brauchbaren Hinweis des Jungen, dass seine Heimatstadt Aracdia in Missouri sei und fährt den Gestrandeten zu seinem Elternhaus. Doch dort angekommen beginnt das Mysterium, denn die Eltern sind in ihren Sechzigern und erklären, ihr achtjähriger Sohn Jacob sei vor über 30 Jahren in einem Fluss ertrunken. Jacob und seine Eltern erkennen sich dennoch sofort, was bei Martin dazu führt, dem Geheimnis weiter auf den Grund zu gehen statt den Jungen wie besprochen in die Obhut der Adoptionsbehörde zu geben.

Nach und nach entfaltet sich in der Pilotepisode The Returned eine Kleinstadtgemeinschaft aus Menschen, die mit dem Jungen in Verbindung standen. Neben den Eltern Lucille (Frances Fisher, Eureka) und Harold (Kurtwood Smith, That '70s Show, 24) sind das Fred (Matt Craven, Justified, NCIS), der Onkel des Jungen und Sheriff der Kleinstadt sowie dessen Tochter Gail (Devin Kelley, Covert Affairs), die als Ärztin im hiesigen Krankenhaus arbeitet. Dazu kommt der Pastor des Ortes, Tom (Mark Hildreth, V, The Tudors), der einst Jacobs bester Freund war.

Die Umstände des Unfalls, bei dem Jacob vor mehreren Jahrzehnten ums Leben kam, werden durch die neuen Ereignisse in Frage gestellt. Die Geschichte, die sich die Familie und die Stadt bisher erzählen geht so: Als der Achtjährige ins Wasser fiel, versuchte seine Tante ihn zu retten, doch beide wurden von den Fluten mitgerissen. Der zurückgekehrte Jacob erzählt Einzelheiten zu diesem Tag, die bisher niemand kannte, so zum Beispiel, dass ein Freund der Familie am Ort des Unfalls war.

Während alle Beteiligten noch versuchen, das Unglaubliche zu fassen, tut sich bereits das nächste Rätsel auf: Gails Freundin Elaine (Samaire Armstrong, The OC, The Mentalist) und deren Bruder sehen sich ihrem verstorbenen, aber nun äußerst lebendig wirkenden Vater gegenüber.

Wie kommt das an?

Die Resurrection-Autoren verpacken die Geschichte um auferstandene Tote in einer ruhigen Art. Die Pilotepisode The Returned) ist geprägt von der Trauer aller Beteiligten über die Tode der ihnen Nahestehenden. Zeit, um den Wahnsinn deren Wiederkehr zu erleben, ist in der ersten Episode nur am Rande. Im Mittelpunkt steht das Rätsel. Doch über das erfahren wir bisher nur wenig. Bisher sind es zwei Personen, die zurückgekehrt sind, beide an anderen Orten als denen, an denen sie gelebt haben oder gestorben sind. Jacob wird in China gefunden, wo Elaines Vater herkommt, wissen wir noch nicht, begleiten ihn aber auf seinem Weg nach Arcadia.

Was an der Serie Resurrection bisher am besten funktioniert sind die Charaktere, das Bild einer amerikanischen Kleinstadt, die von übernatürlichen Ereignissen erschüttert wird. Wer mit der ABC-Serie ein zweites Les Revenants erhofft, der wird enttäuscht werden, aber gegen eine andere US-Serie mit ähnlicher Grundidee schneidet Resurrection ganz gut ab: Wie in der Stephen-King-Adaption Under the Dome lernen wir in der neuen Serie eine Kleinstadt kennen, in der die Bewohner wohl mehr als ein Geheimnis begraben haben. Doch anders als in der Serie mit der Kuppel erscheinen die Bewohner von Arcadia zumindest in der Pilotepisode vielschichtiger. Auch die Atmosphäre erscheint dichter, die Richtung, in die die Autoren uns locken wollen weniger offensichtlich.

Lucille und Harold reagieren mit Freude und Verwirrung auf die Rückkehr ihres Sohnes, im Laufe der Pilotepisode kristallisiert sich heraus, dass Lucille bereit ist, das Geheimnis ein Geheimnis bleiben zu lassen solange sie ihren Sohn zurück hat, während Harold dem Wunder misstraut. Zu den Geheimnissen um die Toten gesellen sich alte Geschichten, wie die, dass die ebenfalls bei dem Unfall ums Leben gekommene Tante ein Verhältnis mit dem Mann hatte, den Jacob am Ort des Geschehens gesehen hat.

Fazit

Bisher sind es kleine Hinweise, die darauf deuten können, dass Resurrection uns eine vielschichtige Story zu erzählen hat. Die Stadt wird uns von Gail als Grenzstadt beschrieben, die im Krieg von allen Seiten belagert wurde, was zu Misstrauen gegen Fremde geführt hat. Der Unfall ist an einem Ort geschehen, an dem sich zwei Flüsse treffen. Die Autoren geben sich Mühe, die Erwartung auf etwas Unheimliches aufzubauen, in der Pilotepisode gelingt das mithilfe der Schauspieler gut.

Trailer zur Serie „Resurrection“

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