Punky Brewster: Review der Pilotepisode

© erienposter zu Punky Brewster (c) Peacock
Mit Punky Brewster setzt Peacock den Reboot-Trend von Sitcoms aus den 80er Jahren fort. Die neue Version ist Fortsetzung und Neustart in einem, denn wir begleiten sowohl die erwachsene Punky als auch eine jugendliche Doppelgängerin im Geiste durch einen jeweils chaotischen Alltag.
Wovon handelt die Serie Punky Brewster?
Soleil Moon Frye schlüpft wieder in die Rolle der Punky Brewster. Sie hat eine gemeinsame Tochter namens Hannah (Lauren Lindsey Donzis) und zwei Adoptivsöhne namens Diego (Noah Cottrell) and Daniel (Oliver De Los Santos) mit ihrem Exmann Travis (Freddie Prinze Jr.). Letzterer hängt immer noch viel zu oft in dem liebenswert-chaotischen Apartment der Familie ab, was den Chaosfaktor insgesamt jedoch nicht wesentlich erhöht, denn die Patchwork-Familie mag es unkonventionell.
Punky arbeitet als Fotografin - vor allem auf Hochzeiten, wie wir erfahren. in jüngeren Jahren hatte sie als Fotoreporterin gearbeitet, diesen turbulenten und zeitintensiven Job jedoch an den Nagel gehängt, um sich mehr auf ihre Familie konzentrieren zu können. Als wir sie treffen steckt sie gerade in einem kleinen „Funk“ weil sie das Gefühl hat, sich selbst zu verlieren.
Viel Zeit, darüber zu sinnieren, bleibt ihr jedoch nicht, denn sie muss zu ihrer besten Freundin Cherie (Cherie Johnson), um in der Pflegestelle Bilder zu machen. Dort lernt sie die schlagfertige Izzy (Quinn Copeland) kennen, in der sie sich sofort selbst erkennt: ein charmantes Kind, das von seinen Eltern verlassen wurde und sich nun weigert, in die traurig-lächelnde Opferrolle zu passen, die die Gesellschaft ihr gerne zuschreiben würde, damit potentielle Adoptiveltern schneller angelockt werden können.
Izzy plant stattdessen, einfach abzuhauen. Cherie jedoch hat ihren eigenen Plan und bittet Punky, Izzy zu sich zu nehmen, bis der Papierkram mit interessierten Adoptiveltern geklärt ist, damit Izzy derweil nicht aus der Pflegestelle abhaut. Wieso Cherie davon ausgeht, dass eine arbeitende, alleinerziehende dreifache Mutter besser darauf achten kann, dass Izzy nicht abhaut, wird vor allem damit erklärt, dass die beiden sich ja so ähnlich sind.
Nach den Gesetzen der Sitcom kommt es dann, wie es kommen muss: Izzy und die Brewsters schließen sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gegenseitig ins Herz. Die Adoptiveltern sind dann zum Glück derart zugeknöpft und konservativ, dass Punky mit der Unterstützung aller anderen Izzy für ihre Familie beanspruchen kann. Auch Exmann Travis engagiert sich für den Neuzugang in der Familie und so wird schon nach 22 Minuten aus der chaotisch-liebenswerten Familie eine chaotisch-liebenswerte Familie mit einem Kopf mehr.
Wie kommt es rüber?
Sicher, das Leben auf der Mattscheibe funktioniert nicht so wie in echt. Mordfälle werden nicht von Duos mit gegensätzlichen Charakteren aufgeklärt und das Sofa steht nicht zum Publikum gerichtet zwischen Eingangs- und Küchentür. Das bringt das Fernsehen so mit sich, doch wenn die Gegensätze zwischen dem, was in der Serie passiert, und den Gesetzen der wahren Welt zu groß werden, dann muss die Serie schon mit ordentlich anderen Pluspunkten aufwarten, damit die Zuschauer nicht genervt weiterzappen. Besonders anfällig sind in diesem Sinne Pilotepisoden, weil oft in wenigen Minuten komplexe Zusammenhänge etabliert werden müssen. Da darf man schon mal ein Auge zudrücken und den Machern noch ein paar Episoden geben, aber in der neuen Peacock-Sitcom scheint der Graben zur Realität Teil eines größeren Problems zu sein.
Denn die Sitcom schafft es zumindest in den ersten 22 Minuten nicht, sich von ihrer Mutterserie aus den 80ern nennenswert abzuheben. Doch die Welt des Fernsehens ist weitergezogen, was nicht zuletzt die Serienmacher wissen sollten, deren Erzeugnisse nicht im linearen Fernsehen, sondern in den Streamingdiensten gezeigt werden. Punky war ein selbstbewusstes, schlagfertiges, optimistisches Mädchen, das die Welt mit ihren chaotischen Abenteuern begeistert hat. Doch freche Sprüche und schnelle Gags reichen nicht mehr, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen.
Es ist noch nicht lange her, da schickte Peacock das Reboot zu Saved by the Bell auf die Mattscheiben und zeigte damit, wie man eine Serie entstauben und ihr gleichzeitig treu bleiben kann. Den Machern von Punky Brewster ist das jedoch insgesamt nicht gelungen - wie man vielleicht schon an der geschilderten Grundprämisse ablesen kann. Jeder Gag ist veraltet, die Klischees sind langweilig bis schon fast ärgerlich und die Story ist vorhersehbar.
Hier abschließend noch der Trailer zur Neuauflage der US-Serie „Punky Brewster“: