Pretty Smart: Review der Pilotepisode der Netflix-Sitcom

Pretty Smart: Review der Pilotepisode der Netflix-Sitcom

Die Netflix-Sitcom Pretty Smart erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die uns als gegensätzlich präsentiert werden. Eine ist optimistisch, liebenswürdig und trägt bauchfrei, die andere ist schlau, an der Grenze zum Zynismus und trägt Blazer. Wie werden die beiden mit uns auskommen?

Poster zur Serie Pretty Smart (c) Netflix
Poster zur Serie Pretty Smart (c) Netflix
© oster zur Serie Pretty Smart (c) Netflix

Immer wieder bringt Netflix innovative und clevere Serien raus - um sich dann aber doch umzudrehen und, zum Beispiel, unaufhörlich überraschend billig wirkende Sitcoms zu bestellen. In welche Schublade kann sich die neue Produktion mit Emily Osment, die Serie Pretty Smart, nun einreihen?

Wovon handelt die Serie Pretty Smart?

Die schlaue Chelsea (Osment) interessiert sich vor allem für die Literatur des Mittelalters und andere Gassenhauer, von denen man bei Partys super erzählen kann. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem angehenden Literaturprofessor Dwayne, will sie nach Kalifornien ziehen. Während er noch die letzten Dinge erledigt, reist sie schon mal vor und kommt für drei Tage bei ihrer entfremdeten Schwester Claire (Olivia Macklin) unter. Die ist weitaus weniger belesen als ihre Schwester, dafür aber umso liebenswürdiger. Sie arbeitet als Kellnerin, die schlechteste im ganzen Laden, wie ihr Boss feststellt. Doch die Kunden lieben sie, weil sie ihnen zuhört und sich an sie erinnert.

Nebenbei lernen wir an Chelseas Seite noch die Mitbewohner ihrer Schwester kennen, dazu gehören der sexy Personal Trainer Grant (Gregg Sulkin), der nur wenige T-Shirts zu besitzen scheint, der Influencer Jayden (Michael Hus Rosen) und die spirituelle Solana (Cinthya Carmona), die mal Anwältin war. Zusammen nimmt die Wohngemeinschaft die Schwester mit offenen Armen auf, aber Chelsea weiß das nicht zu schätzen. Mit aller klischeehaften Arroganz einer Intellektuellen schaut sie auf die anderen herab und sehnt sich nur danach, dass ihr Freund sie endlich aus diesem Albtraum erlöst.

Doch dann kommt alles ganz anders, denn Dwayne bekommt eine Stelle in Harvard angeboten und lässt seine Partnerin angesichts besserer Aussichten eiskalt fallen. Über den Schmerz kommen sich dann immerhin die beiden Schwestern wieder näher und sprechen sich aus. So kann aus der ungewöhnlichen Kombo dann doch noch eine Wohngemeinschaft werden, in der Chelsea wohl lernen darf, dass Intelligenz nicht nur aus Büchern kommen kann.

Wie kommt es rüber?

Die qualitativen Ausreißer im Netflix-Eigenproduktionskatalog sind nicht so zahlreich, aber machen dafür oft umso sprachloser. Denn an Serien wie Pretty Smart ist schwer zu erkennen, was man schon im Grundriss anderes erwarten durfte, als eine simple Sitcom, die von der Zeit bereits überholt wurde. Das Niveau scheint hierbei kein Versehen, sondern eingeplant zu sein.

Das große Problem an der Sache ist nicht einmal die überaus vorhersehbare Ausgangskonstellation mit einer schlauen und einer naiven Schwester. Wirklich ärgerlich wird es, wenn man bemerkt, was die Drehbuch-Autoren auf Biegen und Brechen unter Intelligenz verstehen wollen. Chelsea ist belesen und arrogant, während Claire sich ein Leben voller liebenswürdiger Menschen aufgebaut hat, die sie schätzen. Schon früh kann man Chelsea mehr Cleverness als Claire bescheinigen. Doch diesem Umstand trägt die Serie keine Rechnung, schließlich basiert die Prämisse auf einem Verständnis von Charakterzügen, das direkt aus den schwarz-weiß gestrickten Sitcoms der 90er kommt.

Am Ende der Pilotepisode ist die Marschrichtung der Serie mehr als deutlich. Im vorletzten Moment irritiert die Serie dann mit einem Geständnis von Chelsea, dass sie heimlich ein großer Fan von Instagram-Star Jayden ist. Um das Thema der geplanten love interests schnell unterzubringen, beichtet Grant ihr daraufhin, dass er immer noch in seine Exfreundin Claire verliebt ist. Viel effektiver und uninteressanter hätte man das kaum in der Pilotepisode unterbringen können...

Doch die größte Hürde, über die man hinwegkommen muss bei dem Versuch, diese übertrieben fröhliche WG zu mögen, ist nicht die Intelligenz der Charaktere. Es ist vielmehr die Tatsache, dass die Serienmacher leider uns vor der Mattscheibe für dumm halten. Denn so richtig clever ist niemand in dieser Serie und selbst Chelseas Darstellungen von Intelligenz mangeln an Zurechnungsfähigkeit.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Pretty Smart“ auf Netflix:

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