Die neue Comedy Playing House des Senders USA Network erfindet das Rad zwar nicht neu, doch das Format kann in seiner 20-minütigen Pilotepisode durchaus überzeugen. Dies liegt vor allem an der Chemie der beiden Hauptdarstellerinnen zueinander und einigen sehr gelungenen Gags.

Beste Freundinnen durch dick und dünn: Maggie (Lennon Parham) und Emma (Jessica St. Clair) in „Playing House“ / (c) USA Network
Beste Freundinnen durch dick und dünn: Maggie (Lennon Parham) und Emma (Jessica St. Clair) in „Playing House“ / (c) USA Network

Mit Playing House versucht sich der amerikanische Kabelsender USA Network an einer Comedy und kann dabei sogleich einen kleinen Erfolg verzeichnen. Der Serie, die den Köpfen der beiden Hauptdarstellerinnen Lennon Parham und Jessica St. Clair entsprang, gelingt es in ihrer Auftaktepisode nämlich ohne Weiteres, zu überzeugen. Großen Anteil daran haben die beiden Frontdamen der Show, die eine gute Dynamik miteinander haben und zusätzlich zu den guten Nebendarstellern für ein paar herzhafte Lacher sorgen können.

Die Prämisse von Playing House ist zwar recht einfach gehalten und die Witze sind oft nicht die niveauvollsten, aber dennoch fühlt man sich von der Comedy unterhalten. Der Grund dafür ist mit großer Wahrscheinlichkeit der sympathische Cast sowie eine gewisse Art von Wärme, die das Format ausstrahlt und es im Gesamtbild sehr angenehm zum Anschauen macht.

That's a real friend

Wie so oft bei 20-minütigen Comedyformaten ist auch im Falle von Playing House die Prämisse der Serie schnell umrissen: Emma (Jessica St. Clair) führt ein erfolgreiches Karriereleben in China, wo sie für eine große Immobilienfirma im Kasinogewerbe tätig ist. Ihre beste Freundin Maggie (Lennon Parham) erwartet mit ihrem Ehemann derweil ihr erstes Kind in deren Heimatort. Um dies mit Maggie zu feiern, reist Emma extra an, doch kurz nach ihrer Ankunft bricht das komplette Chaos aus. Maggies Mann betrügt diese auf skurrile Weise, also trennt sie sich von ihm und bittet Emma darum, Maggies Kind mit ihr gemeinsam aufzuziehen. Emma schwankt noch, muss sie dafür doch ihren Job aufgeben. Letztendlich raffen sich die beiden Freundinnen jedoch zusammen und starten ihr eigentümliches Familienleben in einer überschaulichen Kleinstadt im US-Bundesstaat Connecticut.

Auf den ersten Blick wirkt Playing House nicht besonders originell und in der Tat handelt es sich hierbei um eine Art geistiges Spin-off zu der NBC-Comedy Best Friends Forever. In dieser standen Parham und St. Clair nicht nur ebenfalls als beste Freunde vor der Kamera, sondern lieferten ebenso die Idee zur Serie. Hinsichtlich „Playing House“ ist die Situation also fast identisch.

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Die altbewährte Formel macht sich auch durchaus bezahlt, denn es ist offensichtlich, dass die beiden Darstellerinnen und ihre Chemie zueinander ein Comedyformat dieser Art tragen können. Parham und St. Clair sind auch im wahren Leben gute Freunde und so merkt man ihnen in Playing House diese Verbindung stark an, was damit wiederum der Serie selbst guttut. Beide liefern sympathische Auftritte ab und können mit ihrem warmherzigen Zusammenspiel sicherlich den einen oder anderen Zuschauer erreichen.

Aber auch die Nebendarsteller wissen durch kleine amüsante Szenen zu gefallen. Zach Woods (Silicon Valley, The Office) tut sich hier beispielsweise showstehlend hervor, aber auch Comedian Keegan-Michael Key (Fargo) fügt sich in seiner Rolle als Kleinstadtpolizist nahtlos ins Gefüge ein. Generell bekommt man den Eindruck, dass es sich bei der Auftaktepisode von Playing House um eine sehr runde Pilotfolge handelt, die vor allem ein wichtiges Kritierium von letzteren erfüllt: Sie unterhält.

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Die Gagdichte ist hier zweifellos sehr hoch und ein Großteil der hier gerissenen Witze zündet auch und steigert die Sympathiepunkte der einzelnen Charaktere. Jedoch deutet sich jetzt schon ein wenig an, in welche Richtung sich der Humor in Playing House entwickeln könnte. Überaus geistreiche Gags darf man wohl eher weniger erwarten, dennoch unterhält der eher einfache Humor sehr ordentlich. In der Pilotepisode sorgen vor allem die besondere Beziehung von Emma und Maggie, sämtliche Ereignisse um die „Affäre“ von Maggies Ehemann und Woods' Charakter für die meisten Lacher.

Zusätzlich zur komödiantischen Ebene wird in Playing House auch zwischendurch auf Drama gesetzt, was man nur begrüßen kann. Auch hier zahlt sich das überzeugende Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen aus. Es ist wichtig, dass auch diese Komponente innerhalb der Prämisse nicht zu kurz kommt. Auch interessant wird zu sehen sein, inwiefern die Autoren mit abwechslungsreichen Geschichten aufwarten können und ob man im Laufe der zehnteiligen ersten Staffel der Comedy nicht zu viel Einheitsbrei serviert bekommt. Außerdem wirken einige Situationen ab und an noch arg chaotisch. Dies kann als komödiantisches Stilmittel genutzt werden, aber auch schnell ausufern und damit vielleicht mehr Schaden anrichten, als man es eigentlich beabsichtigt.

Fazit

Die Auftaktfolge von Playing House macht Spaß und kann durch mehrere clever geschriebene sowie gut platzierte Gags punkten. Die beiden Hauptdarstellerinnen/Serienautorinnen Lennon Parham und Jessica St. Clair passen wie die Faust aufs Auge und bilden ein formidables Duo. Aber auch die Nebendarsteller überzeugen und fallen durch humorvolle Momente auf.

Aus der Marterie kann man sicherlich noch viel mehr herauskitzeln, außerdem muss sich erst noch zeigen, ob die zweifellos sympathische und kurzweilige Dynamik der beiden Hauptfiguren auf Dauer auch Substanz hat. Den Serienmachern ist nach diesem Start jedenfalls eine gehaltvolle Geschichte mit sehenswerten Charakteren zuzutrauen. Nun heißt es abwarten, was das Team hinter Playing House aus diesem Potential machen wird.

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