Warren Kole spielt in Yellowjackets den gutmütigen Jeff Sadecki und war zuvor als FBI-Agent Robert Stahl in Shades of Blue an der Seite von Jennifer Lopez zu sehen. Seit seinem berühmten Satz über den angeblichen Buchclub dürfte kein Ehemann mehr ganz entspannt bleiben, wenn die eigene Frau abends zum Lesekreis aufbricht.
Warren Kole stammt aus San Antonio in Texas, verbrachte einen Großteil seiner Kindheit aber in der Gegend um Washington. Schauspiel studierte er an der Boston University, wo er seinen Abschluss als Bachelor of Fine Arts machte und in kleinen Theatern der Stadt auftrat.
Nach dem Studium zog es ihn nach New York, wo er ab 2004 erste Gastrollen in Serien bekam. In Third Watch spielte er einen Tommy Shepherd, ein Jahr später folgte ein Auftritt in „Law & Order: Trial by Jury“.
Sein Kinodebüt gab Kole 2004 in „Lovesong für Bobby Long“ neben John Travolta und Scarlett Johansson. Im selben Jahr war er im Kriegsdrama „Company K“ als Soldat Jakie Brauer zu sehen, 2005 folgte die Tragikomödie „One Last Thing...“.
Eine größere Rolle spielte er im Horrorfilm „Mother's Day“ (2010) unter der Regie von Darren Lynn Bousman. Als Addley Koffin gehört er dort zu drei Brüdern, die nach einem missglückten Banküberfall ein Haus voller Partygäste in ihre Gewalt bringen.
Einen kurzen Auftritt hatte er 2012 in „Marvel's The Avengers“ als Techniker auf der Brücke des fliegenden Flugzeugträgers. Die kleine Rolle bot ihm Regisseur Joss Whedon persönlich an, und Kole sagte später, er würde jederzeit wieder in einem Marvel-Film mitspielen.
Ende der Zweitausender wurde Kole zum festen Gast in zahlreichen Krimiserien. In 24 spielte er 2009 in sechs Episoden den FBI-Agenten Brian Gedge, der während der siebten Staffel in Washington gemeinsam mit Jack Bauer gegen Terroristen ermittelt.
Im selben Jahr war er in fünf Episoden der kurzlebigen Arztserie „Mental“ als Rylan Moore zu sehen. Dazu kamen Gastauftritte in NCIS: Los Angeles als Captain der Luftwaffe und in Rizzoli & Isles als Sumner Fairfield.
In The Chicago Code (2011) übernahm er in fünf Episoden die Rolle des Ray Bidwell. Zuvor hatte er bereits in der Miniserie „Into the West“ (2005) von Steven Spielberg und in einer Episode der Horrorreihe „Masters of Horror“ mitgewirkt.
Seine erste Hauptrolle in einer Serie spielte Kole 2012 in Common Law. Als Detective Wes Mitchell bildet er bei der Polizei von Los Angeles ein Team mit Travis Marks, gespielt von Michael Ealy, doch die beiden streiten sich so heftig, dass ihr Vorgesetzter sie zur Paartherapie schickt.
Wes ist ein ehemaliger Anwalt, der jedes Detail nach Vorschrift erledigt und ständig mit seiner Exfrau über die Vergangenheit streitet. Die Serie wurde nach zwölf Episoden eingestellt, machte Kole aber bei Produzenten und Sendern bekannter.
Danach spielte er 2013 in sechs Episoden von The Following einen Anhänger des Serienmörders Joe Carroll. Als Roderick, der eigentlich Tim Nelson heißt, führt er einen Teil der Sekte an und hält die jüngeren Anhänger mit harter Hand unter Kontrolle. Zudem war er in Person of Interest und White Collar zu sehen.
In Stalker (2014-2015) spielte Kole in fünf Episoden den Detective Trent Wilkes. Die nächste große Rolle folgte in Shades of Blue (2016-2018), wo er an der Seite von Jennifer Lopez und Ray Liotta eine der Hauptrollen übernahm.
Als FBI-Agent Robert Stahl zwingt er die korrupte Polizistin Harlee Santos, ihre eigenen Kollegen auszuspionieren. Stahl wirkt kühl und berechnend, entwickelt aber eine fast besessene Zuneigung zu Harlee, die sein Urteilsvermögen zunehmend trübt.
Damit wird Stahl zum großen Gegenspieler der Truppe um den Polizisten Matt Wozniak. Nebenher übernahm Kole Gastauftritte in Blue Bloods (2016), in „68 Whiskey“ (2020) und in The Wilds (2020), für die er in Neuseeland drehte.
Seit 2021 spielt Kole in Yellowjackets den erwachsenen Jeff Sadecki, den Ehemann von Shauna und Vater der Tochter Callie. In der Jugend war Jeff mit der Kapitänin des Fußballteams zusammen, die nach dem Flugzeugabsturz in der Wildnis stirbt, und hatte zugleich eine heimliche Affäre mit Shauna.
Jeff führt ein Möbelgeschäft in New Jersey, das kaum noch Geld abwirft. In der ersten Staffel stellt sich heraus, dass er hinter den Erpresserbriefen an die Überlebenden steckt, um mit dem Geld seine Schulden zu tilgen.
Berühmt wurde seine Szene, in der er Shauna vorwirft, es gebe keinen Buchclub, was im Netz zum beliebten Witz wurde. Kole beschrieb seine Figur einmal als „Labrador, der unbedingt ein Ausstellungshund sein will“ und betonte, Jeff sei seiner Frau gegenüber zutiefst loyal und nehme ihre Vergangenheit ohne Vorbehalte an.
In der zweiten Staffel gerät die Familie Sadecki ins Visier der Polizei, weil die Ermittler den Tod von Shaunas Liebhaber Adam untersuchen. Jeff versucht mit wachsender Verzweiflung, Frau und Tochter zu schützen, und greift selbst zu fragwürdigen Mitteln, um die Polizei auf eine falsche Fährte zu locken.
In der dritten Staffel glaubt er, die Familie werde von schlechtem Karma verfolgt, und meldet sich mit Shauna zur ehrenamtlichen Arbeit im Seniorenheim. Als Callie ihm von den Ereignissen in der Wildnis erzählt, kommen ihm ernste Zweifel, ob seine Frau wirklich ein guter Mensch ist.
Im Finale gesteht ihm Callie, dass sie Lottie eine Treppe hinuntergestoßen hat, worauf Jeff mit seiner Tochter das Haus verlässt und den Kontakt zu Shauna abbricht. Die vierte und letzte Staffel startet am 20. November 2026, und Kole gehört erneut zur festen Besetzung.
Neben seiner Arbeit vor der Kamera hat sich Kole als Sprecher in Videospielen einen Namen gemacht. In „Uncharted 4: A Thief's End“ (2016) lieh er dem Schurken Rafe Adler die Stimme und spielte ihn auch per Bewegungserfassung, einen reichen Schatzsucher, der Nathan Drake um jeden Preis zuvorkommen will.
Für „Call of Duty: Modern Warfare II“ (2022) übernahm er die Rolle des Kommandeurs Phillip Graves, der eine private Söldnertruppe anführt. In „Call of Duty: Modern Warfare III“ (2023) und im Ableger „Call of Duty: Warzone“ kehrte er in dieser Rolle zurück.
Im Fernsehen war er 2021 in vier Episoden von Why Women Kill als Detective Rowbin zu sehen. In The Terminal List (2022) spielte er an der Seite von Chris Pratt den NCIS-Agenten Josh Holder, der die Ermittlungen zum Tod eines Navy-Trupps leitet und dabei bestechlich ist.
Über sein Privatleben spricht Kole nur selten. In einem Interview erwähnte er eine Freundin, mit der er gemeinsam Bücher liest, damals das Sachbuch „Sapiens“ von Yuval Noah Harari und davor Kurt Vonneguts Roman „Schlachthof 5“.
Eine Ehe oder Kinder sind öffentlich nicht bekannt. Kurios ist, dass ausgerechnet der gutmütige Jeff seine bekannteste Rolle wurde, obwohl Kole davor jahrelang vor allem kühle Agenten, Sektenmitglieder und Bösewichte spielte.
Manche Fans und Kritiker sprachen sogar von Super Jeff, weil er in der zweiten Staffel unerwartet Mut und Einfallsreichtum zeigt. Zudem dürften ihn viele Spieler eher als Rafe Adler aus Uncharted oder als Graves aus Call of Duty kennen als aus dem Fernsehen.