Tom Felton
Die Galaaufführung von "Harry Potter and the Cursed Child" fand am 17. November 2025 in New York City, USA, statt und wurde von Tom Felton besucht.
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Tom Felton

Biografie von Tom Felton

Thomas Andrew Felton wurde als jüngster von vier Söhnen geboren. Sein Großvater mütterlicherseits, der Geophysiker Nigel Anstey, galt als Koryphäe auf seinem Gebiet. Die Eltern ließen sich scheiden, als Tom ein Teenager war. Aufgewachsen in der englischen Grafschaft Surrey, besuchte er zunächst die Cranmore School in West Horsley und wechselte später an die Howard of Effingham School. Schon früh zeigte sich sein musikalisches Talent. Der junge Tom sang in Schulchören und erhielt sogar ein Angebot für den Chor der Guildford Cathedral

Seine Schauspielkarriere begann mit acht Jahren, als eine befreundete Schauspielerin der Familie sein theatralisches Gespür erkannte. Erste Auftritte in Werbespots für Barclaycard und Commercial Union folgten, bevor er 1997 seine erste Filmrolle als Peagreen Clock in dem Film „The Borrowers“ ergatterte. Zwei Jahre später stand er neben Jodie Foster in „Anna and the King“ vor der Kamera, wo er den jungen Louis T. Leonowens verkörperte. Schon damals bewies der Junge aus Surrey, dass er mehr konnte als nur niedlich in die Kamera schauen

Harry Potter und der Weg zum Ruhm

Im Jahre 1999 fanden die Castings für die Verfilmung von J. K. Rowlings Bestseller statt. Felton, der die Bücher zu diesem Zeitpunkt nicht gelesen hatte, sprach zunächst für die Rollen von Harry Potter und Ron Weasley vor. Am Ende wurde er als Draco Malfoy besetzt, der arrogante Gegenspieler aus dem Hause Slytherin. Es war eine Entscheidung, die seine Karriere für ein Jahrzehnt definieren sollte. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erschien 2001 und wurde ein weltweiter Erfolg. Ein Kritiker beschrieb Feltons Darstellung als „die Verkörperung von aristokratischer Unverschämtheit“. Für „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (2002) erhielt er den Disney Channel Kids Award

Der Schulalltag gestaltete sich für den jungen Schauspieler allerdings kompliziert. Er lief mit gefärbten blonden Haaren durch die Gänge und spielte einen bösen Zauberer. „Das war nicht cool“, erinnerte er sich später an die Hänseleien seiner Mitschüler. Über acht Filme hinweg, von 2001 bis 2011, formte Felton die Figur des Draco Malfoy zu einem der denkwürdigsten Antagonisten des modernen Kinos. Besonders in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (2009) und „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“ (2010) zeigte er eine verletzlichere Seite der Figur. The Hollywood Reporter beschrieb seine Darstellung als „dauerhaft finster blickend“, während die Handlung „auf ihm lastet und seine selbstgefällige Fassade zum Schmelzen bringt“. Für diese beiden Filme gewann er zwei MTV Movie Awards als bester Bösewicht in Folge. Screen Rant nannte ihn den „wahren Kult-Helden“ der Reihe

Die Dreharbeiten prägten auch Feltons persönliches Leben nachhaltig. Er und Emma Watson, die Hermine Granger spielte, gestanden beide ein, während der Dreharbeiten ineinander verknallt gewesen zu sein. Allerdings nie zur gleichen Zeit. Watson bezeichnete sich und Felton im Vorwort zu seiner Autobiografie als „Seelenverwandte“. Die enge Freundschaft zu seinen Mitstreitern Daniel Radcliffe und Rupert Grint hält bis heute an

Parallel zum letzten Potter-Film wagte Felton 2011 den Sprung ins Hollywood-Actionkino. In „Planet der Affen: Prevolution“ spielte er den überheblichen Tierpfleger Dodge Landon und bewies einmal mehr sein Talent für arrogante Charaktere

Nach Hogwarts: Serien und neues Terrain

Die Jahre nach Harry Potter wurden für Felton zu einer bewussten Suche nach Rollen jenseits von Draco Malfoy. 2013 überzeugte er als adliger James Ashford in dem Historiendrama „Belle“, das beim Toronto International Film Festival Premiere feierte und positiv aufgenommen wurde. Im selben Jahr war er in der historischen Miniserie „Labyrinth“ als Viscount Trencavel zu sehen und stand neben Elizabeth Olsen in „In Secret“ vor der Kamera

Den Sprung ins amerikanische Serienfernsehen vollzog Felton 2015 mit Murder in the First auf TNT. Als Erich Blunt, ein Mordverdächtiger aus dem Silicon Valley, bewies er, dass er weit mehr konnte als den blonden Fiesling. Von 2016 bis 2017 spielte er Julian Albert in der dritten Staffel von The Flash. In 17 Episoden der Superheldenserie etablierte er sich im DC-Universum als Laborpartner des titelgebenden Helden und das geheimnisvolle Alter Ego Doctor Alchemy

2017 bewies Felton seine Vielseitigkeit in gleich drei unterschiedlichen Filmen. In „Megan Leavey“ verkörperte er einen Hundeführer der US-Armee, im Drama „Feed“ und im Action-Thriller „Stratton“ zeigte er weitere Facetten seines Könnens. Im darauffolgenden Jahr übernahm er die Hauptrolle in der Science-Fiction-Serie Origin auf YouTube Premium. An der Seite von Natalia Tena spielte er Logan Maine auf einem Raumschiff mit dunklen Geheimnissen. The Hollywood Reporter bemerkte, Felton sei „nicht wiederzuerkennen seit seinen Tagen als böser Junge Malfoy“

Feltons Filmografie dieser Jahre liest sich wie ein bewusster Versuch, möglichst verschiedene Register zu bedienen. Er spielte Laertes in „Ophelia“, einer modernen Hamlet-Adaption, die 2018 beim Sundance Film Festival lief. 2020 übernahm er den Bösewicht Grand Guignol in der Netflix-Produktion „A Babysitter's Guide to Monster Hunting“. Im niederländischen Weltkriegsfilm „The Forgotten Battle“ (2021) verkörperte er einen britischen Soldaten. Der Film fand über den SVoD-Dienst Netflix ein weltweites Publikum

Bühne, Buch und Broadway

Anfang 2022 kehrte Felton gemeinsam mit Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint für das HBO-Special „Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts“ auf die Leinwand zurück. Im Mai desselben Jahres gab er sein West-End-Debüt in London. In dem Theaterstück „2:22 A Ghost Story“ am Criterion Theatre spielte er die Hauptrolle Sam und erhielt dafür enthusiastische Kritiken

Im Oktober 2022 veröffentlichte Felton seine Autobiografie „Beyond the Wand: The Magic and Mayhem of Growing Up a Wizard“. Das Buch landete direkt auf Platz eins der New York Times-Bestsellerliste und verkaufte in der ersten Woche über 33.000 Exemplare. Darin schildert er offen die Höhen und Tiefen seiner Kindheit am Filmset, das komplizierte Erwachsenwerden im Rampenlicht und die Freundschaften, die ihn durch alles hindurch getragen haben

Neben der Schauspielerei verfolgt Felton seit Jahren eine Musikkarriere. 2008 gründete er zusammen mit Freunden das unabhängige Label Six String Productions. Seitdem hat er acht EPs veröffentlicht, darunter das Debüt „Time Well Spent“ (2008) und die 2024 erschienene Trilogie „ReD“, „ORaNgE“ und „YelLoW“. Seine Songs zeichnen sich durch nachdenkliche Texte und akustische Arrangements aus, die wenig mit seinem Film-Image gemein haben

Der wohl bedeutendste Karriereschritt der jüngsten Zeit kam im Juni 2025, als bekannt wurde, dass Felton die Rolle des Draco Malfoy in der Broadway-Produktion von „Harry Potter and the Cursed Child“ übernehmen würde. Als erster Schauspieler aus den Originalfilmen, der in die Bühnenproduktion wechselte, betrat er am 11. November 2025 die Bühne des Lyric Theatre in New York. Sein erster Auftritt sorgte für tosenden Applaus, der das Stück minutenlang zum Stillstand brachte. Das Engagement wurde inzwischen bis Mai 2026 verlängert. Im selben Jahr präsentierte er einen Award bei der 78. Tony-Verleihung. Weitere Projekte sind bereits angekündigt, darunter die indische TV-Serie „Gandhi“ als Josiah Oldfield und der Horrorfilm „They Will Kill You“, der 2026 in die Kinos kommen soll

Tom Felton Privatleben

Tom Felton war von 2008 bis Anfang 2016 mit der Stunt-Assistentin Jade Olivia Gordon liiert. Gordon spielte in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2“ seine Filmfrau Astoria Greengrass. Trotz anhaltender Fan-Spekulationen blieb die Beziehung zu Emma Watson stets freundschaftlich

Felton ist ein begeisterter Hundebesitzer. Sein Labrador Timber starb 2014 an Krebs, woraufhin er 2018 die schwarze Labrador-Hündin Willow adoptierte. 2022 kam der gelbe Labrador Forrest dazu. An Halloween 2021 verkleidete er sich gemeinsam mit Willow in Gryffindor-Farben, was seine Fans in den sozialen Medien begeisterte

Im September 2021 sorgte Felton für Schlagzeilen, als er während eines Celebrity-Golf-Turniers im Rahmen des Ryder Cup in Wisconsin auf dem Platz zusammenbrach und auf einer Trage abtransportiert werden musste. Er klärte später auf, dass Jetlag und Erschöpfung die Ursache waren.

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