Tanvi Azmi

Tanvi Azmi gewann für ihre Rolle als Radhabai in Bajirao Mastani den National Film Award und spielt in Akka die alte Matriarchin Mutthakka. Für die Rolle der strengen Witwe ließ sie sich eine Glatze scheren und landete bei manchen Preisen gleichzeitig unter den besten Nebendarstellerinnen und den besten Bösewichten.

Biografie von Tanvi Azmi

Tanvi Azmi steht seit Mitte der 1980er Jahre vor der Kamera und gehört zu den profiliertesten Charakterdarstellerinnen des Hindi-Kinos. Für ihre Rolle als strenge Mutter des Feldherrn Bajirao in „Bajirao Mastani“ (2015) erhielt sie den National Film Award als beste Nebendarstellerin.

Fünfmal war sie für den Filmfare Award als beste Nebendarstellerin nominiert, zuletzt für das Drama „Thappad“ (2020). In der Netflix-Serie Akka (2026) spielt sie mit Mutthakka die alte Matriarchin, die einst die Herrschaft der Frauen über eine ganze Stadt verteidigte.

Anfänge im Fernsehen der 1980er

Tanvi Azmi ist die Tochter einer Schauspielerin, die im Marathi- und Hindi-Kino bekannt wurde. Ihre erste Kinorolle hatte sie 1985 in „Pyari Behna“, die ihr sofort eine Nominierung für den Filmfare Award einbrachte. Im Fernsehfilm „Rao Saheb“ (1986) der Regisseurin Vijaya Mehta spielte sie eine junge Witwe.

In der Fernsehserie „Jeevanrekha“ war sie als Ärztin mit persönlichen Problemen zu sehen. 1988 übernahm sie in Gulzars Serie „Mirza Ghalib“ die Rolle der Umrao Begum, der Ehefrau des berühmten Dichters. Ende der 1990er Jahre spielte sie zudem in der Sitcom „Family No. 1“.

Von Adoor Gopalakrishnan bis Yash Chopra

Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie mit sehr unterschiedlichen Regisseuren. Im Malayalam-Film „Vidheyan“ (1993) von Adoor Gopalakrishnan spielte sie Sarojakka, im selben Jahr war sie in Yash Chopras Thriller „Darr“ zu sehen. Mit „English, August“ (1994) folgte ein englischsprachiger Film über einen jungen Beamten in der indischen Provinz.

Ihre Nebenrolle in „Akele Hum Akele Tum“ (1995) an der Seite von Aamir Khan und Manisha Koirala brachte ihr die zweite Filmfare-Nominierung. Die dritte folgte für den Psychothriller „Dushman“ (1998), in dem sie die Psychologin Poornima Sehgal spielt, die der von Kajol gespielten Hauptfigur beisteht.

Mütter, Tanten und Nebenfiguren

In den 2000er Jahren war sie vor allem in Nebenrollen zu sehen, etwa in „Dhai Akshar Prem Ke“ (2000), „Aks“ (2001) und Rakeysh Omprakash Mehras „Delhi-6“ (2009). Hinzu kamen „Aarakshan“ (2011) und der Kinohit „Yeh Jawaani Hai Deewani“ (2013), in dem sie die Stiefmutter der von Ranbir Kapoor gespielten Hauptfigur verkörpert.

2014 stand sie für den Krimi „Bobby Jasoos“ und die Marathi-Komödie „Lai Bhaari“ vor der Kamera. In Lai Bhaari spielte übrigens auch Radhika Apte mit, die ihr zwölf Jahre später in Akka als Gegenspielerin ihres Clans wiederbegegnet.

Glatze für „Bajirao Mastani“

Sanjay Leela Bhansalis Historienfilm „Bajirao Mastani“ (2015) wurde zum Höhepunkt ihrer Laufbahn. Sie spielt Radhabai, die Mutter des von Ranveer Singh gespielten Peshwa Bajirao I. Radhabai stellt sich der Liebe ihres Sohnes zu der Kriegerin Mastani entgegen. Für die Rolle einer Witwe des 18. Jahrhunderts ließ sie sich den Kopf kahl scheren.

Neben dem National Film Award gewann sie dafür den Producers Guild Film Award und wurde für den Filmfare Award und den IIFA Award nominiert. Im selben Film spielte auch Mahesh Manjrekar den Herrscher Shahu, mit dem sie in Akka erneut zusammenarbeitet.

Späte Hauptrollen und Streaming

2017 übernahm sie in der Fernsehserie „Vani Rani“ eine Doppelrolle als getrennt aufgewachsene Zwillingsschwestern. In „Thappad“ (2020) von Anubhav Sinha spielt sie Sulekha, die Schwiegermutter einer Frau, die nach einer Ohrfeige ihres Mannes die Scheidung will.

Im Netflix-Film „Tribhanga“ (2021) von Renuka Shahane ist sie Nayantara Apte, eine eigenwillige Schriftstellerin, deren Tochter von Kajol gespielt wird. Danach folgten die Serie „Jugaadistan“ (2022), die Gerichtskomödie „Maamla Legal Hai“ (2024) als Richterin Bainsla, die Jugendserie Dil Dosti Dilemma (2024) als Großmutter der Hauptfigur sowie der Netflix-Film „Do Patti“ (2024).

Matriarchin in „Akka“

In Akka, das am 30. Oktober 2026 mit fünf Episoden startete, spielt sie Mutthakka, das Oberhaupt des Malemar-Clans. Pernuru wird seit Jahrhunderten von den Anführerinnen dreier Clans regiert, und rund vierzig Jahre vor der Handlung war Mutthakka die mächtigste Akka der Stadt.

Nach der Unabhängigkeit Indiens wehrte sie den Versuch der Regierung ab, Pernuru unter staatliche Kontrolle zu bringen. In den 1980er Jahren trägt sie zwar noch ihren Titel, die eigentliche Macht liegt aber bei ihrer Adoptivtochter Bhavani, gespielt von Keerthy Suresh.

Tanvi Azmi Privatleben

Tanvi Azmi ist mit dem Kameramann Baba Azmi verheiratet, einem Bruder der Schauspielerin Shabana Azmi. Damit gehört sie zur weit verzweigten Filmfamilie Akhtar-Azmi, ihre Nichte ist die Schauspielerin Saiyami Kher.

Ihr National Film Award für Bajirao Mastani war nach Zählung der Branchenpresse bereits der achtzehnte für diese Familie, ein Rekord, um den sie jede Filmdynastie beneiden dürfte. Kurios ist auch, dass die Rolle der Radhabai bei mehreren Preisen gleichzeitig als beste Nebenrolle und als beste Schurkenrolle im Rennen war.

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