Bevor der US-amerikanische Schauspieler Steve Buscemi einer der besten und bekanntesten Charakterdarsteller Hollywoods wird, hatte er zahlreiche unterschiedliche Jobs. So verdingte sich der „Fargo“-Darsteller als Bartender, fuhr einen Eiswagen und versuchte sich sogar als Stand-Up Comedian, bevor er jahrelang als Freiwilliger bei der Feuerwehr arbeitete.
Nach den Terroranschlägen im September 2001 in New York City übernahm er daher eine Woche lang 12-stündige Schichten bei der Feuerwehr und half seinen alten Kollegen am Ground Zero.
Vom Feuerwehrmann zum Charakterdarsteller
Der US-amerikanische Film- und Theaterschauspieler und Regisseur Steve Buscemi wird am 13. Dezember 1957 in Brooklyn in New York City geboren. Als unverwechselbarer Charakterdarsteller macht er sich schon in den 1980er Jahren schnell einen Namen, nachdem er zuvor am renommierten Lee Strasberg Schauspielstudio studiert hat.
Bevor er als Performance-Künstler und Comedian erste Bühnenerfahrung sammelt, schlägt sich Buscemi mit diversen Jobs als Eisverkäufer, Möbelpacker und Feuerwehrmann durch. Im Jahr 1984 gibt er mit „So wie es ist“ sein Leinwanddebüt. Eine erste größere Rolle übernimmt er zwei Jahre später in dem Aids-Drama „Abschiedsblicke“. Nach kleineren Auftritten in Miami Vice und L.A. Law arbeitet er im Jahr 1990 für „Miller's“ Crossing erstmals mit den Coen-Brüdern zusammen - fünf weitere Engagements sollen folgen. So gelingt ihm im Jahr 1992 schließlich mit „Barton Fink“, einem weiterem Film der Coen-Brüder, sowie mit Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“ schließlich der Durchbruch: Fortan macht sich Buscemi als Charakterdarsteller oftmals paranoider, seltsam verschrobener oder skurriler Persönlichkeiten einen Namen.
Steve Buscemi übernimmt in den darauffolgenden Jahren tragende Rollen in Filmen, die heute zu den großen Klassikern des gegenwärtigen Kinos gelten: im Jahr 1994 ist er als Kellner in Tarantinos „Pulp Fiction“ zu sehen, 1995 spielt er in Robert Rodriguez' Film „Desperado“, dem zweiten Teil der „Mariachi-Trilogie“ mit. Im Jahr 1996 spielt Buscemi die unvergessliche Rolle des nervösen und unberechenbaren Kriminellen Carl Showalter in dem Oscar-prämierten Coen-Film „Fargo“, der im Jahr 2015 von Noah Hawley schließlich als Serie adaptiert wird.
Die 1990er Jahre verbringt Buscemi weiterhin damit, sich in großen Filmklassikern zu verewigen: Als Donny spielt er im jahr 1998 an der Seite von Jeff Bridges und John Goodman in einem weiteren Coen-Film, „The Big Lebowski“, mit. Der Schauspieler ist seit Beginn seiner Karriere jährlich an mehreren Filmprojekten gleichzeitig beteiligt. So arbeitet er im Jahr 2002 gleich an sechs Produktionen, ein Jahr später ist er sowohl in Tim Burtons „Big Fish“, als auch in Jim Jarmuschs „Coffee and Cigarettes“ zu sehen.
Von 2002 bis 2006 ist Steve Buscemi in einem weiteren Klassiker zu sehen, diesmal handelt es sich jedoch um eine Serie: In David Chases The Sporanos spielt Buscemi für zwei Jahre und 16 Episoden die Rolle des Tony Blundetto, der schließlich von seinem Cousin und Hauptfigur Tony Soprano (James Gandolfini) erschossen wird. An The Sopranos ist Buscemi sogar mit vier Episoden als Regisseur beteiligt. Von 2010 bis 2014 ist er in der HBO-Dramaserie Boardwalk Empire als Hauptdarsteller zu sehen, für seine Leistung wird er im Jahr 2011 mit einen Golden Globe prämiert und mehreren Nominierung und Screen Actors Guild Awards ausgezeichnet. Im Jahr 2016 spielt er in der Webserie „Horace and Pete“ mit.
Steve Buscemi lernt bereits in den späten 1980er Jahren seine spätere Ehefrau Jo Andres während einer seiner Performances kennen. Das Paar hat einen Sohn, Lucien Buscemi, der im Jahr 1990 geboren wurde. Seine Frau starb 2019.
Über seine typischen Rollen in Film und Serie bemerkt Steve Buscemi, dass ihn vor allem Charaktere interessieren, die aus der Gesellschaft herausfallen: „Ich nehme die Charaktere, die ich spiele, nicht als Verlierer wahr. Mich interessieren die Konflikte, die diese Menschen haben, Menschen, die sich so fühlen, als würden sie nicht in die Gesellschaft hinein passen, weil ich mich auch noch so ähnlich wahrnehme und fühle.“