Silke Matthias spielt seit 2011 in SOKO Wismar die Kriminaltechnikerin Roswitha Prinzler und ist die deutsche Stimme von Agent Melinda May aus Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. Als ausgebildete Astrologin könnte sie den Tätern wohl auch ohne DNA-Probe sagen, was die Sterne für sie bereithalten.
Silke Matthias wuchs in Berlin auf und stand schon als Schülerin auf einer der bekanntesten Bühnen der Stadt. Ab 1974 spielte sie am Berliner Ensemble mehrere Jahre lang die Wendla in Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“, inszeniert von B. K. Tragelehn und Einar Schleef.
Die Inszenierung erregte damals überregionale Aufmerksamkeit. Für die junge Darstellerin war sie der Beginn einer Laufbahn, die bis heute zwischen Theater, Kamera und Synchronstudio pendelt.
Von 1978 bis 1982 besuchte Matthias die Theaterhochschule Hans Otto in Leipzig. Direkt im Anschluss wurde sie Ensemblemitglied am Schauspielhaus Leipzig, wo sie bis 1986 blieb.
Danach wechselte sie an die Volksbühne Berlin und spielte dort bis 1994. Zu ihren Rollen gehörten die Luciana in Shakespeares „Die Komödie der Irrungen“ und eine Rolle in „Hamlet“, 1992 kam am caroussel Theater Berlin eine Produktion nach Volker Braun und Bertolt Brecht hinzu.
Vor der Kamera stand Matthias schon in den Achtzigern, etwa 1985 im „Polizeiruf 110“ „Verführung“ und in Fernsehfilmen wie „Die erste Reihe“ über den Berliner Widerstand. Nach der Wende spielte sie in „Kanzlei Bürger“ und in Krimis wie Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei und dem Tatort.
In „Unser Lehrer Doktor Specht“ war sie 1999 in zwölf Episoden zu sehen, in „Wolffs Revier“ in fünf und in „Hinter Gittern“ in sechs. Von 2007 bis 2008 übernahm sie in der ZDF-Serie „Wege zum Glück“ die Rolle der Helena Van Weyden, die sie in 23 Episoden spielte.
Bei SOKO Wismar ist Matthias schon seit 2007 dabei, zunächst als Kriminaltechnikerin Silke Schwarz. Seit 2011 spielt sie die Kriminaltechnikerin Roswitha Prinzler, die Spuren sichert, Laboranalysen auswertet und sich um die digitale Forensik kümmert.
Ob Fingerabdrücke, DNA-Spuren oder ausgelesene Handydaten, Prinzler liefert dem Team die Fakten, auf die sich die Ermittler stützen. In vielen Episoden arbeitet sie eng mit Lars Pöhlmann zusammen, der ihre Ergebnisse in die Befragungen trägt.
Parallel zur Kameraarbeit ist Matthias eine gefragte Synchronsprecherin. Für Ming-Na Wen sprach sie Agent Melinda May in Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und Fennec Shand in The Book of Boba Fett, für Maura Tierney die Ärztin Abby Lockhart in Emergency Room und Helen Solloway in The Affair.
In Reign lieh sie Megan Follows als Katharina von Medici die Stimme, in Daredevil und Daredevil: Born Again Ayelet Zurer als Vanessa. Hinzu kommen Jennifer Ehle in 1923, Mare Winningham in Dopesick und American Horror Story sowie Jamie Lee Curtis in „Everything Everywhere All at Once“.
Auch im Kino und in Videospielen ist ihre Stimme präsent. In den „Die Tribute von Panem“-Filmen sprach sie Katniss' Mutter, gespielt von Paula Malcomson, in „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ und „Tears of the Kingdom“ die Shiekah Impa.
Über ihr Privatleben spricht Matthias öffentlich kaum. Sie lebt in Berlin, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist und den Großteil ihrer Bühnenjahre verbracht hat.
Weniger bekannt ist, dass sie neben der Schauspielerei eine Ausbildung als Astrologin hat. Wer sie hört, erkennt sie womöglich eher als Stimme aus dem Marvel-Universum denn als Spurensicherin von der Ostsee.