Wer bei ihrem Rollenrepertoire von Fotomodell ĂŒber Baroness in einem Actionfilm bis hin zu Tippi Hedren mithalten will, braucht fast so viele KostĂŒmwechsel wie sie selbst in ihrer Karriere.
Sienna Miller wurde als Sienna Rose Diana Miller in New York City geboren und zog bereits im Alter von achtzehn Monaten mit ihrer Familie nach London um. Ihr Vater Edwin Miller arbeitete als Banker und spĂ€terer KunsthĂ€ndler, wĂ€hrend ihre Mutter Josephine Miller als Model und Assistentin von David Bowie tĂ€tig war und anschlieĂend das Lee Strasberg Theatre and Film Institute in London leitete
Als Sienna sechs Jahre alt war, lieĂen sich ihre Eltern scheiden, sodass sie gemeinsam mit ihrer Ă€lteren Schwester Savannah bei der Mutter aufwuchs. Ihre Schulzeit verbrachte sie am renommierten Internat Heathfield School in Ascot, wo sie erste Erfahrungen mit Theaterspiel sammelte
Nach dem Schulabschluss kehrte sie nach New York zurĂŒck und studierte am Lee Strasberg Theatre and Film Institute Method Acting, bevor sie erste kleine Rollen in Off-Broadway-Produktionen ĂŒbernahm
Ihren ersten Auftritt vor der Kamera hatte Miller 2001 in dem britischen Drama „South Kensington“ (2001) an der Seite von Rupert Everett, gefolgt von einer Hauptrolle in der kurzlebigen Fernsehserie Keen Eddie (2003-2003), in der sie ĂŒber dreizehn Episoden die Figur Fiona Bickerton spielte, eine schlagfertige Londoner Polizistin, die einem amerikanischen Kollegen bei Ermittlungen zur Seite steht
Der eigentliche Durchbruch gelang ihr jedoch 2004 gleich zweifach, als sie in „Layer Cake“ (2004) die Rolle der Tammy ĂŒbernahm, einer selbstbewussten jungen Frau im Umfeld des Londoner Drogenmilieus, und parallel in „Alfie“ (2004) als Nikki auftrat, eine Figur, die den Titelhelden gespielt von Jude Law emotional aus der Bahn wirft
Nach ihrem Durchbruch ĂŒbernahm Miller 2006 die Rolle der Edie Sedgwick in „Factory Girl“ (2006), einem biografischen Drama ĂŒber die Muse von Andy Warhol, in dem sie den Aufstieg und tragischen Niedergang der New Yorker Sozialite nachzeichnete
Im Fantasyfilm „Stardust“ (2007) spielte sie die eitle und machtbesessene Victoria, die den Auslöser fĂŒr die Abenteuerreise des Protagonisten darstellt. 2008 folgte die Rolle der Caitlin MacNamara in „The Edge of Love“ (2008), der Ehefrau des walisischen Dichters Dylan Thomas, fĂŒr die sie eine Nominierung fĂŒr den BAFTA Rising Star Award erhielt
Im selben Zeitraum entschied sie sich fĂŒr die Rolle der Baroness in „G.I. Joe: The Rise of Cobra“ (2009), eine Comicverfilmung, die sie nach eigener Aussage vor allem wegen der unbeschwerten Art der Figur reizte
Nach diesem Actionfilm reduzierte Miller ihre PrĂ€senz auf der Leinwand fĂŒr einige Zeit, da die intensive mediale Beobachtung ihres Privatlebens zunehmend belastend wurde
2012 kehrte Miller mit der Hauptrolle in dem Fernsehfilm The Girl zurĂŒck, in dem sie die Schauspielerin Tippi Hedren darstellte und deren schwierige Zusammenarbeit mit Regisseur Alfred Hitchcock wĂ€hrend der Dreharbeiten zu dessen Filmen beleuchtete. FĂŒr diese Darstellung erhielt sie Nominierungen fĂŒr den BAFTA Television Award und den Golden Globe Award in der Kategorie Beste Schauspielerin in einer Miniserie
Im Jahre 2014 spielte Miller im Film „Foxcatcher“ Nancy Schultz, die Ehefrau des Ringer-Olympioniken Dave Schultz, und stand damit an der Seite von Channing Tatum und Steve Carell in einem der meistdiskutierten Dramen des Jahres
Im selben Jahr ĂŒbernahm sie in „American Sniper“ (2014) die Rolle der Taya Renae Kyle, der Ehefrau des ScharfschĂŒtzen Chris Kyle, gespielt von Bradley Cooper, und zeichnete den Alltag einer MilitĂ€rfamilie unter dem Druck wiederkehrender KriegseinsĂ€tze nach
In „High-Rise“ (2015) verkörperte sie die Nachbarin Charlotte Melville in einem dystopischen Wohnhaus, wĂ€hrend sie in „The Lost City of Z“ (2016) als Nina Fawcett die Frau eines britischen Entdeckers darstellte, die dessen Expeditionen nach SĂŒdamerika aus der Ferne begleitet
Mit „American Woman“ (2018) ĂŒbernahm sie die Rolle der Deb Callahan, einer alleinerziehenden Mutter aus einfachen VerhĂ€ltnissen, die nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Tochter deren Sohn groĂzieht
In der Miniserie The Loudest Voice (2019) spielte Miller ĂŒber sieben Episoden die Elizabeth Ailes, Ehefrau des Fox-News-GrĂŒnders Roger Ailes, und begleitete dessen Aufstieg und Fall innerhalb des Senders aus nĂ€chster NĂ€he
In der Serie Anatomy of a Scandal (2022) ĂŒbernahm sie ĂŒber sechs Episoden die Hauptrolle der Sophie Whitehouse, deren Ehe durch einen politischen Skandal um ihren Mann ins Wanken gerĂ€t und die zwischen LoyalitĂ€t und Zweifel schwankt
In der Science-Fiction-Anthologieserie Extrapolations (2023) verkörperte sie ĂŒber drei Episoden die Figur Becca Shearer in einer Zukunftswelt, die von den Folgen des Klimawandels geprĂ€gt ist
In der Serie Chivalry (2022) spielte sie ĂŒber zwei Episoden die Figur Lark in einer Auseinandersetzung um moderne Geschlechterrollen am Filmset
Ihr BĂŒhnendebĂŒt im Londoner West End gab sie als Celia in einer Inszenierung von „As You Like It“ am Young Vic, in der sie neben Helen McCrory und Dominic West auftrat
Am Broadway spielte sie in „After Miss Julie“ von Patrick Marber gemeinsam mit Jonny Lee Miller und ĂŒbernahm spĂ€ter kurzfristig die Rolle der Sally Bowles in der Broadway-Wiederaufnahme von „Cabaret“, als Emma Stone das Engagement beendete
In „Flare Path“ von Terence Rattigan stand sie unter der Regie von Trevor Nunn am Theatre Royal Haymarket auf der BĂŒhne und ĂŒbernahm damit eine der anspruchsvollsten klassischen Rollen ihrer Theaterlaufbahn
Miller war von 2004 bis 2011 mit Unterbrechungen mit dem Schauspieler Jude Law verlobt, wobei die Beziehung nach einer öffentlich gewordenen AffÀre zunÀchst zerbrach und spÀter kurzzeitig wieder aufgenommen wurde
Von 2011 bis 2015 war sie mit dem Schauspieler Tom Sturridge zusammen, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat und bis heute ein freundschaftliches VerhÀltnis als Co-Eltern pflegt
Seit einigen Jahren fĂŒhrt sie eine Beziehung mit dem Schauspieler und Model Oli Green, mit dem sie eine weitere Tochter hat.