Sean Maher ist als Dr. Simon Tam aus Firefly bekannt und lieh in sieben DC-Animationsfilmen dem erwachsenen Robin alias Nightwing seine Stimme. Bei seiner Serienauswahl hatte er allerdings oft Pech, denn kaum eine seiner Hauptrollen überlebte die erste Staffel, und ausgerechnet die kürzeste wurde zum Kult.
Sean Maher stammt aus Pleasantville im US-Bundesstaat New York, einem kleinen Ort nördlich von Manhattan. Nach der Highschool ging er an die New York University und schloss dort 1997 sein Schauspielstudium ab.
Schon während der Ausbildung stand er regelmäßig auf der Bühne, unter anderem in Inszenierungen von „Yerma“ und dem Musical „Into the Woods“. Den Sprung vor die Kamera schaffte er kurz darauf, und zwar gleich mit einer Hauptrolle.
1999 spielte Maher den Titelhelden der Krimiserie „Ryan Caulfield: Year One“. Als junger Streifenpolizist in Philadelphia muss Ryan Caulfield seine ersten Monate im Dienst überstehen und sich gegen Kollegen behaupten, die ihm wenig zutrauen.
Der Sender setzte die Serie allerdings schon nach wenigen ausgestrahlten Episoden wieder ab. Direkt im Anschluss landete Maher die nächste Hauptrolle im Börsendrama „The $treet“ (2000-2001), in dem er den ehrgeizigen Nachwuchsbroker Chris McConnell verkörperte.
Auch hier war nach zwölf Episoden Schluss. Parallel dazu tauchte er in sieben Episoden von Party of Five als Adam Matthews auf, und 2001 übernahm er im Fernsehfilm „Brian's Song“ die Rolle des Footballspielers Brian Piccolo, dessen Freundschaft mit Teamkollege Gale Sayers und dessen früher Krebstod im Mittelpunkt stehen.
2002 besetzte Joss Whedon ihn in der Science-Fiction-Serie Firefly (2002-2003) als Dr. Simon Tam. Simon ist ein hochbegabter Chirurg aus wohlhabendem Haus, der seine Karriere auf dem Zentralplaneten Osiris aufgibt, um seine jüngere Schwester River Tam aus einer geheimen Einrichtung der Allianz zu befreien.
Mit der verstörten River im Gepäck bucht er eine Passage auf dem Transportschiff Serenity und wird dort bald zum Schiffsarzt. Seine steife, gutbürgerliche Art sorgt für Reibung mit Kapitän Capt. Malcolm Reynolds und dem Söldner Jayne Cobb, während die Mechanikerin Kaywinnit Lee Frye ein Auge auf ihn wirft.
In der Episode „Ariel“ schleust sich Simon mit River in ein Krankenhaus ein, um ihr Gehirn untersuchen zu lassen, und entdeckt dabei die Spuren der Experimente. Nach nur 14 Episoden war Schluss, doch die treuen Fans erzwangen 2005 den Kinofilm „Serenity - Flucht in neue Welten“, in dem Simon endlich erfährt, welches Geheimnis die Allianz in Rivers Kopf vergraben hat.
Im Film rückt Simon noch stärker in den Mittelpunkt, weil die Allianz einen namenlosen Agenten auf die Geschwister ansetzt. Auf dem abgelegenen Planeten Miranda finden sie schließlich die Wahrheit über ein gescheitertes Experiment, und ganz nebenbei gesteht Simon der geduldigen Kaylee endlich seine Gefühle.
Nach dem Ende von Firefly übernahm Maher Gastrollen in CSI: Miami (2003) und Ghost Whisperer (2005). Dazu kamen Fernsehfilme wie „The Dive from Clausen's Pier“ (2005) und die Komödie „Wedding Wars“ (2006), in der er an der Seite von John Stamos spielte.
Nach der Geburt seiner Tochter im Jahr 2007 legte er eine bewusste Pause ein und kümmerte sich rund zwei Jahre lang als Hausmann um die Familie. Für einen Schauspieler Anfang dreißig war das ein ungewöhnlicher Schritt.
2009 meldete er sich mit einem Gastauftritt in der Pilotepisode von Drop Dead Diva zurück. Im Jahr darauf folgten weitere Gastrollen in The Mentalist, Human Target und Warehouse 13.
2011 übernahm Maher eine Hauptrolle im Periodendrama The Playboy Club, das im Chicago der frühen Sechziger spielt. Er verkörperte Sean Beasley, einen schwulen Anwalt, der zur Tarnung mit der lesbischen Hasendame Alice verheiratet ist und sich heimlich für die Rechte Homosexueller engagiert.
Die Rolle nahm er zum Anlass, sich selbst öffentlich zu outen, nachdem er jahrelang aus Sorge um seine Karriere geschwiegen hatte. Der Sender zog die Serie allerdings schon nach drei ausgestrahlten Episoden aus dem Programm, insgesamt wurden nur sieben gedreht.
Ebenfalls 2011 begann seine wiederkehrende Rolle als Marcus in der Turnerinnenserie Make it or Break it. Bis 2012 war er dort in acht Episoden zu sehen, als Freund und Vertrauter rund um das Trainingszentrum in Boulder.
2012 holte Whedon ihn für seine Shakespeare-Verfilmung „Much Ado About Nothing“ zurück, die in nur zwölf Tagen im Wohnhaus des Regisseurs in Schwarzweiß entstand. Maher spielte den finsteren Don John, der aus purer Missgunst die Hochzeit von Claudio und Hero sabotiert.
In Arrow trat er 2013 und 2014 in zwei Episoden als Mark Scheffer auf, ein Bombenleger, der sich Shrapnel nennt. 2015 folgten ein Gastauftritt in Looking und ein Auftritt als er selbst in der Webserie „Con Man“ seines früheren Kollegen Alan Tudyk, dazu das Drama „People You May Know“.
Als Sprecher wurde Maher zur festen Stimme von Dick Grayson alias Nightwing in den DC-Animationsfilmen. Er war unter anderem in „Son of Batman“ (2014), „Batman vs. Robin“ (2015), „Batman: Bad Blood“ (2016), „Teen Titans: The Judas Contract“ (2017) und „Batman: Hush“ (2019) zu hören. Im Zusammenspiel mit Damian Wayne, dem aufmüpfigen Sohn von Batman, spielt Nightwing dort oft den älteren Bruder, der zwischen Vater und Sohn vermittelt.
Dazu kam 2019 der Crossover „Teen Titans Go! vs. Teen Titans“, in dem die ernste und die alberne Version der jungen Helden aufeinandertreffen. Maher lieh dabei erneut dem erwachsenen Robin seine Stimme.
2017 übernahm er die Hauptrolle im Independentfilm „Beyond the Edge“. Danach folgten Gastauftritte in 9-1-1 (2018) und The Rookie (2019), wo er seinem alten Kapitän Nathan Fillion wieder vor der Kamera begegnete.
Im März 2026 kündigte Fillion auf der Awesome Con in Washington eine animierte Fortsetzung von Firefly an. Die Bekanntgabe fand während einer Liveaufnahme des Podcasts „Once We Were Spacemen“ statt, den Fillion gemeinsam mit Tudyk betreibt.
Die Serie mit dem Arbeitstitel „Firefly: Still Flyin'“ soll zwischen der Originalserie und dem Kinofilm spielen. Die überlebende Stammbesetzung soll ihre Rollen sprechen, Maher also wieder den Schiffsarzt Simon, ein Sender hatte bis zuletzt aber noch nicht zugegriffen.
Maher lebt mit seinem langjährigen Partner Paul Mareski zusammen, den er 2016 heiratete. Das Paar hat zwei adoptierte Kinder, eine Tochter und einen Sohn.
Kurios ist, dass ausgerechnet sein Seriendebüt „Ryan Caulfield: Year One“ schon den Ton für seine Karriere setzte, denn kaum eine seiner Serien überlebte die erste Staffel. Ausgerechnet die kurzlebigste davon wurde allerdings zum Dauerbrenner auf jeder Fanmesse.
Als Nightwing hat er übrigens in mehr Filmen mitgewirkt als als Simon Tam. Sieben DC-Animationsfilme stehen dem einen Kinoauftritt der Serenity gegenüber, wobei die Fans auf Messen trotzdem fast ausschließlich nach dem Schiffsarzt fragen.