Sallie Harmsen

Sallie Harmsen spielte schon als Jugendliche in niederländischen Kinofilmen, war Vampirin in Die Erben der Nacht und Bankerin in Devils mit Patrick Dempsey. Wenn sie gerade keine Replikantin oder Vampirin spielt, steht sie in ihrem Atelier und malt Bilder, die zwischen Wirklichkeit und Traum pendeln, ganz wie ihre Rollen.

Biografie von Sallie Harmsen

Sallie Harmsen stammt aus Amsterdam und gehört seit ihrer Jugend zu den bekannten Gesichtern des niederländischen Films. Ihre ersten Rollen spielte sie bereits als Schülerin, ihren Durchbruch hatte sie mit gerade einmal neunzehn Jahren. Seitdem wechselt sie zwischen Kino, Fernsehen und Theater und arbeitet zunehmend auch an internationalen Produktionen.

Einem größeren Publikum außerhalb der Niederlande wurde sie durch einen kurzen Auftritt in „Blade Runner 2049“ und durch Serien wie Devils bekannt. In Deutschland war sie in der Fantasyserie Die Erben der Nacht zu sehen. In der Serie 12 12 12 spielt sie nun an der Seite von Anthony Mackie und Jamie Dornan eine der Hauptrollen.

Erste Rollen als Kind

Ihre ersten Schritte vor der Kamera machte Harmsen im Jahr 2004 im Fernsehfilm „Snacken“, in dem sie eine Figur namens Sanne spielte. Ein Jahr später folgten gleich mehrere Kinofilme. In dem niederländischen Familienfilm „Het paard van Sinterklaas“ spielte sie Sofie, eine Nebenfigur an der Seite der jungen Heldin Winky.

Die Rolle übernahm sie 2007 erneut in der Fortsetzung „Waar is het paard van Sinterklaas?“. Im selben Zeitraum war sie im Kurzfilm „Brommermeisjes“ als Kiki und in einer kleinen Rolle im Drama „Guernsey“ zu sehen. Im Film „De Muze“ stand sie 2007 gemeinsam mit Tara Elders vor der Kamera.

Durchbruch mit „Het echte leven“

Ihre erste Hauptrolle bekam Harmsen im Jahr 2008 in „Het echte leven“ von Regisseur Robert Jan Westdijk. Der Film erzählt von einem Regisseur, der seine Freundin Simone in einem Film im Film besetzt und ihre Liebe auf die Probe stellt. Harmsen spielte Simone, die sich während der Dreharbeiten tatsächlich in ihren Filmpartner verliebt.

Der Film eröffnete 2008 das Nederlands Film Festival in Utrecht. Für ihre Leistung erhielt Harmsen eine Nominierung für das Goldene Kalb als beste Hauptdarstellerin, den wichtigsten Filmpreis der Niederlande. Mit dieser Rolle wurde die junge Schauspielerin über Nacht in ihrer Heimat bekannt.

Ausbildung in Maastricht und erste Kinojahre

Trotz des frühen Erfolgs entschied sich Harmsen für eine solide Ausbildung. Sie studierte an der Theaterakademie in Maastricht und schloss die Schule erfolgreich ab. Nach eigener Aussage hätte sie auch eine Kunsthochschule besuchen können, wählte aber bewusst die Schauspielschule.

Parallel zum Studium drehte sie weiter regelmäßig. Im Jahr 2010 spielte sie im Film „De vliegenierster van Kazbek“ die Figur Kaat, im Thriller „Loft“ verkörperte sie Sarah Lunter. Ein Jahr später stand sie für „De Heineken ontvoering“ über die Entführung des Brauereichefs Freddy Heineken als Lisa vor der Kamera und erhielt dafür eine Nominierung für den Rembrandt Award als beste Schauspielerin.

Im Jahr 2012 drehte sie mit Paul Verhoeven dessen ungewöhnliches Projekt „Steekspel“, dessen Drehbuch zum Teil aus Vorschlägen des Publikums entstand. Harmsen spielte darin Nadja. Im Fernsehen sah man sie 2011 in der Miniserie De geheimen van Barslet als Manon de Vries, wofür sie erneut für das Goldene Kalb nominiert wurde.

Bühne beim Nationale Toneel

Neben Film und Fernsehen spielt das Theater eine große Rolle in Harmsens Laufbahn. Am Nationale Toneel in Den Haag übernahm sie zahlreiche Rollen in klassischen und modernen Stücken. Dazu gehörten unter anderem Irina in „Drei Schwestern“, Eleonore in „Tasso“ und Chrysothemis in „Elektra“.

Im Jahr 2014 spielte sie Christiane im Stück „Vrijdag“, ein Jahr später die Titelrolle in „Polleke“. Für ihre Arbeit in diesen Stücken und in Tasso erhielt sie 2015 den Guido de Moor Preis, eine Auszeichnung für junge Talente der niederländischen Bühne. Im Jahr 2017 übernahm sie die Rolle der Jeanne d'Arc in einer Inszenierung von Theu Boermans.

Historische Stoffe und „Lucia de B.“

Im Jahr 2014 war Harmsen in zwei viel beachteten Kinofilmen zu sehen. Im historischen Drama „Kenau“ über den Widerstand der Frauen von Haarlem gegen die spanische Belagerung spielte sie Kathelijne. Im Justizdrama „Lucia de B.“ übernahm sie die Rolle der ehrgeizigen Jurastudentin Judith Jansen.

Lucia de B. erzählt von einer Krankenschwester, die zu Unrecht wegen mehrerer Morde verurteilt wurde, und beruht auf einem echten Justizfall in den Niederlanden. Der Film wurde 2014 als niederländischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie für fremdsprachige Filme eingereicht. Harmsen erhielt für ihre Rolle 2016 eine Nominierung beim Filmfestival in Mailand.

Zu dieser Zeit arbeitete sie auch an der Fernsehserie „Catch“, in der sie Kim spielte. Die Geschichte war von einem niederländischen Paar inspiriert, das in der Presse als Bonnie und Clyde der Niederlande bekannt wurde. Bereits 2015 war eine Serie über dieses Paar mit ihr und Robert de Hoog angekündigt worden.

Hollywood und internationale Serien

Im Jahr 2017 hatte Harmsen eine kleine Rolle als Replikantin in Blade Runner 2049 von Denis Villeneuve. Sie nannte den Kanadier einen ihrer Lieblingsregisseure und beschrieb die Arbeit mit ihm und dem Kameramann Roger Deakins als einen Traum. Den größten Unterschied zum europäischen Autorenfilm sah sie im Budget, das mehr Zeit und Ausstattung erlaubt.

Ab 2019 spielte sie in 19 Episoden der Serie Die Erben der Nacht die Vampirin Tonka. Die europäische Koproduktion wurde über ZDF Enterprises vertrieben und erzählt von jungen Vampiren, die in verschiedenen Städten Europas ausgebildet werden. Im Jahr 2020 übernahm sie in der Finanzserie Devils mit Patrick Dempsey die Rolle der Carrie Price.

Im selben Jahr spielte sie im Thriller „The Postcard Killings“ die Figur Nienke Holl. Später folgten Gastrollen in Van der Valk als Hester Gill und 2024 in der Serie Máxima über die niederländische Königin. Für den britischen Sender ITV spielte sie 2024 in drei Episoden der Serie Until I Kill You die Figur Astrid De Vries.

Horror, Dramen und neue Filme

Im Jahr 2022 übernahm Harmsen die Hauptrolle im Horrorfilm „Moloch“ von Nico van den Brink. Sie spielt Betriek, eine Frau, die mit ihrer Familie am Rand eines Moores im Norden der Niederlande lebt und von einem rätselhaften Fremden angegriffen wird. Für die Rolle erhielt sie beim Anatomy Crime and Horror Film Festival den Preis der Jury als beste Hauptdarstellerin.

Im selben Jahr spielte sie Johanna im Drama „Zee van tijd“ und wurde dafür beim Filmfestival in Mailand als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Im Jahr 2021 war sie bereits im Film „Mitra“ als Clara zu sehen gewesen. Es folgten 2023 der Film „Noise“ als Liv, die Komödie „Oje, ich wachse!“ als Anne und das Drama „De Vuurlinie“ als Mirjam van den Hoven.

Im Jahr 2024 übernahm sie in der Verfilmung „Het boek van alle dingen“ die Rolle der Mutter. Im Jahr 2025 folgte der Film „Der Ballonfahrer“, in dem sie eine Frau namens Gaby spielt.

Lena in „12 12 12“

Im Mai 2025 wurde bekannt, dass Harmsen eine Hauptrolle in der Serie 12 12 12 übernimmt. Sie spielt Lena in der Geschichte um einen Raub auf einen Banktresor in Zürich. Jamie Dornan spielt den Berufsverbrecher Paul Galvin, Anthony Mackie den in Ungnade gefallenen FBI-Agenten Jack Strickland, der ihn quer durch Europa jagt.

Die Handlung ist auf drei Zeitebenen verteilt, nämlich zwölf Monate Planung, zwölf Stunden Überfall und zwölf Tage danach. Zum Ensemble gehören auch Jack Kesy, Agathe Rousselle und Kali Reis. Produziert wird die Serie von Anonymous Content und Paramount Television Studios für Apple TV, der Start ist am 13. November 2026.

Sallie Harmsen Privatleben

Abseits der Kamera malt und zeichnet Harmsen in einem eigenen Atelier, und das schon seit ihrer frühen Kindheit. Ihre Bilder verbinden nach eigener Beschreibung realistische und surreale Elemente. Schauspiel und Kunst sieht sie als ihre zwei großen Leidenschaften, die sie beide weiterverfolgen möchte.

Ruhm strebt sie nach eigenen Worten nicht an und beschreibt sich selbst eher als zurückhaltend. Sie tauche lieber in eine Figur ein, als in der Öffentlichkeit sie selbst zu sein. Über die Schauspielerei sagte sie einmal, sie liebe diesen Beruf und wolle „nicht ohne ihn leben“.

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