Radhika Apte

Radhika Apte wurde als erste indische Schauspielerin für einen International Emmy nominiert und gehört mit Sacred Games, Ghoul und Akka zu den bekanntesten Gesichtern von Netflix in Indien. Ihre erste Filmrolle übernahm sie nach eigener Aussage einfach zum Spaß, noch während sie in Pune Wirtschaft und Mathematik studierte.

Biografie von Radhika Apte

Radhika Apte kam in Vellore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu zur Welt und wuchs in Pune auf. Sie spielt vor allem im Hindi-Kino, dreht aber ebenso in Bengali, Marathi, Tamil, Telugu und Malayalam. Mit ihrer Rolle in der Anthologie „Lust Stories“ wurde sie als erste indische Schauspielerin für einen International Emmy nominiert.

Kaum eine indische Darstellerin ist so eng mit Netflix verbunden wie sie, die Fachpresse nennt sie gern das Aushängeschild der indischen Streamingwelt. In Akka (2026) spielt sie die rätselhafte Außenseiterin Rudra, die eine von Frauen regierte Stadt ins Chaos stürzt.

Tanz, Theater und erste Filme

Ihre Eltern arbeiteten als Ärzte, ihr Vater wurde später Neurochirurg in Pune. Radhika Apte studierte Wirtschaft und Mathematik am Fergusson College und lernte acht Jahre lang den klassischen Tanz Kathak bei der Tänzerin Rohini Bhate. Parallel entdeckte sie das Theater und spielte in der Truppe des Regisseurs Mohit Takalkar Stücke auf Marathi, Hindi und Englisch.

Noch während des Studiums übernahm sie eine kleine Rolle in „Vaah! Life Ho Toh Aisi!“ (2005), inszeniert von Mahesh Manjrekar, der gut zwanzig Jahre später mit ihr in Akka vor der Kamera steht. Ihre erste Hauptrolle folgte 2009 im bengalischen Drama „Antaheen“, in dem sie die Fernsehjournalistin Brinda spielt. Danach drehte sie mit Ram Gopal Varma die Gangsterfilme „Rakta Charitra“ und „Rakta Charitra 2“ (beide 2010).

Ein Jahr in London

Enttäuscht von ihren ersten Erfahrungen in Mumbai, ging sie spontan für ein Jahr nach London und studierte zeitgenössischen Tanz am Trinity Laban Conservatoire. Dort lernte sie den Musiker Benedict Taylor kennen. Die Zeit in England beschrieb sie später als Wendepunkt, weil sie dort eine viel freiere Art des Arbeitens kennenlernte.

Zurück in Indien drehte sie kurz hintereinander in mehreren Sprachen. Auf „Shor in the City“ (2011) folgten das tamilische Drama „Dhoni“ (2012), der Telugu-Actionfilm „Legend“ (2014) und die Marathi-Komödie „Lai Bhaari“ (2014), die damals zum erfolgreichsten Marathi-Film aller Zeiten wurde.

Aufstieg im Hindi-Kino

2015 wurde zu ihrem Jahr. In Sriram Raghavans Rachethriller „Badlapur“ hatte sie nur wenige Szenen, für die sie sechs Tage drehte, doch gerade diese Auftritte machten sie bekannt. Es folgten die Komödie „Hunterrr“, das Biopic „Manjhi The Mountain Man“ als Ehefrau des Titelhelden und Sujoy Ghoshs Kurzfilm „Ahalya“.

Im Jahr darauf spielte sie in „Parched“ eine von ihrem Ehemann misshandelte Frau in einem Dorf in Rajasthan und gewann dafür beim Indian Film Festival of Los Angeles. In „Phobia“ (2016) verkörpert sie eine Malerin mit Angststörung, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann. Im tamilischen Blockbuster „Kabali“ (2016) war sie die Ehefrau von Superstar Rajinikanth.

Das Netflix-Jahr 2018

2018 erschienen gleich drei Netflix-Produktionen mit ihr. In Anurag Kashyaps Episode von „Lust Stories“ spielt sie die Dozentin Kalindi, das Drehbuch schrieb sie mit. In Sacred Games, der ersten indischen Netflix-Serie, ist sie die Geheimdienstagentin Anjali Mathur, die dem Polizisten Sartaj Singh bei seinen Ermittlungen hilft.

In der Horrorserie Ghoul spielt sie Nida Rahim, eine junge Verhörspezialistin in einem geheimen Militärgefängnis, in dem ein Dämon sein Unwesen treibt. Im Kino war sie im selben Jahr neben Akshay Kumar in „Pad Man“ und als Sophie in der schwarzen Komödie „Andhadhun“ zu sehen.

Krimis, Spionage und internationale Filme

In „A Call to Spy“ (2019) verkörpert sie die britische Agentin Noor Inayat Khan, die im Zweiten Weltkrieg im besetzten Frankreich arbeitete. Für Netflix spielte sie in „Raat Akeli Hai“ (2020) eine junge Frau im Zentrum eines Mordfalls um einen reichen Gutsherrn und in „Monica, O My Darling“ (2022) die Kommissarin Vijayashanti Naidu.

Hinzu kamen „Vikram Vedha“ (2022) an der Seite von Saif Ali Khan, die Comedy-Serie „OK Computer“ und ein Auftritt in der zweiten Staffel von „Made in Heaven“. Für den britischen Film „Sister Midnight“ (2024) erhielt sie eine Nominierung für den British Independent Film Award, 2025 folgte Justin Lins „Last Days“. Im selben Jahr spielte sie in „Saali Mohabbat“, dem Regiedebüt von Tisca Chopra, an der Seite von Anshumaan Pushkar.

Auch hinter der Kamera ist sie aktiv. Mit dem Kurzfilm „The Sleepwalkers“ gab sie ihr Debüt als Regisseurin, er lief 2020 im Wettbewerb des Kurzfilmfestivals von Palm Springs. 2026 war sie in der dritten Ausgabe der Netflix-Anthologie „Lust Stories 3“ als Padma zu sehen.

Herausforderin in „Akka“

In Akka ist Rudra die engste Vertraute des Mafiabosses Shankar Anna aus Bombay. Sie überzeugt ihn, dass sich die Stadt Pernuru als Hafen für Schmuggelware aus den Golfstaaten eignet, und reist dorthin. In Wahrheit verfolgt sie ein eigenes Ziel, denn sie hat eine alte Verbindung zu den Familien der Matriarchinnen.

Schon kurz nach ihrer Ankunft wird klar, dass sie die Schwesternschaft um Bhavani, gespielt von Keerthy Suresh, vernichten will. „Rudra ist eine faszinierende Figur, angetrieben von ihren eigenen Überzeugungen und dem Instinkt, die Welt um sie herum herauszufordern“, sagte Radhika Apte vor dem Start der Serie, die am 30. Oktober 2026 mit fünf Episoden erschien.

Radhika Apte Privatleben

Radhika Apte ist seit 2012 mit dem Musiker Benedict Taylor verheiratet, den sie während ihres Jahres in London kennengelernt hatte. Taylor zog zunächst mit ihr nach Pune, später zog das Paar nach Mumbai. Ende 2024 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt, die Schwangerschaft hatte sie kurz zuvor auf dem roten Teppich des Londoner Filmfestivals öffentlich gemacht.

Zur Schule ging sie nur anfangs regulär, danach unterrichteten mehrere Eltern aus ihrem Wohnhaus sie und vier Freunde zu Hause. Diese Erfahrung habe ihr Selbstvertrauen enorm gestärkt, sagte sie später. Öffentlich setzt sie sich gegen sexuelle Belästigung in der indischen Filmbranche ein und unterstützte die MeToo-Bewegung in Indien.

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