Phoebe Fox
Phoebe Fox nimmt an der New Yorker Premiere der HBO-Original-Dramaserie „WAR" teil.
© IMAGO/ZUMA Press

Phoebe Fox

Phoebe Fox spielte als Marial in The Great die stolze Vertraute von Katharina der Großen und führt in War als Anwältin Serena Byrne eine Londoner Kanzlei mit ihrem Ehemann. Mit zehn Jahren bewarb sie sich per Brief bei J. K. Rowling um die Rolle der Hermine, und weil daraus nichts wurde, las sie ihrem Mann später einfach alle Harry-Potter-Bände selbst vor.

Biografie von Phoebe Fox

Phoebe Fox wurde im Londoner Stadtteil Hammersmith geboren und wuchs im Westen der Stadt auf. Ihre Eltern arbeiteten beide als Schauspieler, mit der bekannten britischen Schauspielerfamilie Fox ist sie trotz des gleichen Nachnamens allerdings nicht verwandt.

Den Wunsch, selbst Schauspielerin zu werden, weckte kein Star aus dem West End, sondern ihr eigener Vater, den sie als Macbeth im kleinen Orange Tree Theatre sah. Ins Theater ging die Familie ohnehin meist nur dann, wenn einer der Eltern selbst auf der Bühne stand.

Nach der Chiswick School bewarb sie sich an der Royal Academy of Dramatic Art, kurz RADA. Erst beim dritten Versuch klappte es, ans Aufgeben dachte sie nach eigener Aussage nie, und ein Studium an einer Universität reizte sie nicht.

Durchbruch auf der Bühne

Ihr Debüt gab Phoebe Fox 2010 in „A Month in the Country“ am Chichester Festival Theatre. Im Jahr darauf spielte sie die Celia in „As You Like It“ am Rose Theatre in Kingston sowie Rollen in „The Acid Test“ am Royal Court und in „There Is a War“ am National Theatre.

Für diese drei Auftritte wurde sie 2011 bei den Evening Standard Theatre Awards als beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. Das Branchenblatt Screen International zählte sie im selben Jahr zu den Stars von morgen. 2012 stand sie als Cordelia an der Seite von Jonathan Pryce in „King Lear“ am Almeida Theatre auf der Bühne.

Der große Schritt folgte 2014 mit der Inszenierung von „A View from the Bridge“ durch Ivo van Hove am Young Vic. Als Catherine, die Nichte der von Mark Strong gespielten Hauptfigur Eddie Carbone, erhielt sie eine Nominierung für den Laurence Olivier Award und spielte die Rolle anschließend im West End und am Broadway. Die Arbeit ging an die Substanz, denn nach eigener Aussage weinte sie zwei Jahre lang jeden Abend auf der Bühne und rutschte in eine Depression.

Erste Rollen vor der Kamera

Vor der Kamera stand sie erstmals 2011 mit einem kleinen Auftritt in der Romanze „Zwei an einem Tag“. Im selben Jahr spielte sie in der Episode „The Entire History of You“ der Anthologieserie Black Mirror Hallam, die bei einem Abendessen unter Freunden als Einzige ohne das Implantat lebt, mit dem alle anderen ihre Erinnerungen aufzeichnen und abspielen.

2012 kamen Gastrollen in je einer Episode von „Coming Up“ und New Tricks hinzu, dazu ihre erste Hauptrolle. In der Comedyserie Switch (2012) spielte sie über sechs Episoden Grace, die jüngste von vier befreundeten Hexen aus Camden, die ihre Zaubersprüche gemeinsam wirken und sich mit einem rivalisierenden Hexenzirkel aus Kensington herumschlagen.

Grace hält am stärksten an der traditionellen Hexenkunst fest und bringt ihre Freundinnen mit ihrem klaren Sinn für Recht und Unrecht immer wieder zur Vernunft. Ihre Mutter, gespielt von Caroline Quentin, will sie am liebsten zurück in ihr Heimatdorf holen. 2014 übernahm Fox in The Musketeers in der Episode „The Good Soldier“ die Rolle der Herzogin von Savoyen und spielte im Fernsehfilm „A Poet in New York“ Liz Reitell, die Assistentin und Geliebte des Dichters Dylan Thomas.

Historische Stoffe und Kino

Im Horrorfilm „Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes“ (2015) spielte Fox die junge Lehrerin Eve Parkins, die während des Zweiten Weltkriegs mit einer Gruppe evakuierter Schulkinder in das abgelegene Eel Marsh House zieht. Im selben Jahr war sie im Drohnenthriller „Eye in the Sky“ neben Helen Mirren und Alan Rickman† zu sehen.

In der BBC-Serie „Life in Squares“ (2015) verkörperte sie die junge Malerin Vanessa Bell, die Schwester von Virginia Woolf und eine zentrale Figur der Bloomsbury-Gruppe. 2016 spielte sie in „The Hollow Crown“ Lady Anne Neville, die sich ausgerechnet vom Mörder ihres Mannes umwerben lässt, dem von Benedict Cumberbatch gespielten Richard III. Für diese schwierige Szene blieb ihr nur eine einzige Stunde Probe, drei Monate vor dem Dreh.

Besonders nah war ihr Leah Hanwell im BBC-Fernsehfilm „NW“ (2016) nach dem Roman von Zadie Smith, eine Frau aus dem Londoner Nordwesten, deren Geheimnis ist, dass sie keine Kinder will. Die Figur sei ihr in fast allem ähnlich, sagte Fox. Ausgerechnet diese Rolle gefiel ihren alten Schulfreunden am besten, die sonst über ihren vornehmen Tonfall spotten.

Von Poliakoff bis Curfew

In der Miniserie Close to the Enemy (2016) von Stephen Poliakoff spielte Fox über sechs Episoden Kathy Griffiths, eine Nazijägerin im London der Nachkriegszeit. Die Serie spielt 1946 und erzählt von einem britischen Offizier, der einen deutschen Ingenieur für die Arbeit an einem Düsentriebwerk gewinnen soll.

In der Sky-Serie Curfew (2019) übernahm sie die Rolle der Kaye Newman, einer früheren Forscherin, die nach einem Virusausbruch als Sanitäterin arbeitet. Als ihre chaotische Schwester Ruby auftaucht, steht Kaye vor der Entscheidung, an einem illegalen nächtlichen Autorennen von London bis in den Norden Schottlands teilzunehmen, dessen Gewinnern die Freiheit von der staatlichen Ausgangssperre winkt.

Den Führerschein hatte Fox erst ein halbes Jahr vor Drehbeginn gemacht. Regisseur Colm McCarthy gab ihr als Hausaufgabe, „Stirb langsam“ zu schauen, und erklärte ihr, sie sei jetzt Bruce Willis. Ebenfalls 2019 war sie im Ballonabenteuer „The Aeronauts“ mit Felicity Jones und Eddie Redmayne sowie im Thriller „Intrigo: Samaria“ zu sehen.

Regelmäßig ist sie zudem in Hörspielen von BBC Radio 4 zu hören. Dort sprach sie in mehreren Lovecraft-Adaptionen die Figur Parker und in der Hörspielreihe um Aldrich Kemp die Clara Page.

Marial am Zarenhof

Ihre bekannteste Fernsehrolle spielte Fox in der Satire The Great (2020-2023) über den Aufstieg von Katharina der Großen. Als Marial verkörperte sie eine Adlige, die wegen eines Fehltritts ihres Vaters in Ungnade gefallen ist und am Hof von Peter III. als Dienerin arbeiten muss.

Marial wird zur Vertrauten und Ratgeberin der jungen Katharina, gespielt von Elle Fanning, und schmiedet mit ihr Pläne gegen den launischen Zaren, den Nicholas Hoult spielt. Ihren Stolz hat sie trotz der Degradierung nie abgelegt, und ihre scharfe Zunge bekommt der halbe Hof zu spüren.

Im Lauf der drei Staffeln gerät die Freundschaft der beiden Frauen mehrfach unter Druck. Mit dem Ensemble wurde Fox für den Screen Actors Guild Award nominiert. Die zwölf Stunden täglich im Korsett nannte sie eine echte „Form der Folter“, die ihr aber half, den stolzen Gang der Figur zu finden.

Vom Theater zu HBO

Dem Theater blieb Fox trotz der Fernseharbeit treu. 2017 spielte sie am National Theatre die Gräfin Olivia in „Twelfth Night“, die sich in einen jungen Mann verliebt, der in Wahrheit eine verkleidete Frau ist. Den Haushofmeister Malvolio gab in dieser Inszenierung Tamsin Greig als Malvolia, 2019 folgte am selben Haus die Titelrolle im Thriller „Anna“.

Den Moment, allein vor 1500 Menschen auf der riesigen Bühne des Olivier Theatre zu stehen, verglich sie mit einem Adrenalinstoß direkt in die Venen. Das Theater sei ihre Lebenskraft, bezahle aber nicht die Rechnungen, sagte sie einmal.

2025 stand sie für das HBO-Drama TASK vor der Kamera. Sie spielt Sara, die leibliche Tochter des FBI-Agenten Tom Brandis, den Mark Ruffalo verkörpert, und ringt nach dem gewaltsamen Tod der Mutter gemeinsam mit ihrer Adoptivschwester Emily um das, was von der Familie übrig ist. In der zweiten Staffel ist sie nicht mehr dabei, weil Sara in einer ganz anderen Stadt lebt, wie Fox erklärte.

Anwältin Serena Byrne

In der Serie War (2026) von George Kay, die bei Sky und HBO läuft, spielt Fox die Hauptrolle der Anwältin Serena Byrne. Mit ihrem Ehemann Nicholas Taylor führt sie die junge Londoner Kanzlei Taylor & Byrne, die den Filmstar Carla Duval in der Scheidung vom Milliardär Morgan Henderson vertritt.

Carla wird von Sienna Miller gespielt, Morgan von Dominic West. Serena ist schwanger und will den Fall trotzdem unbedingt, weil er die Kanzlei nach oben bringen kann, während ihr Mann Bedenken hat. Sky und HBO haben vorab gleich zwei Staffeln bestellt.

Zur Vorbereitung sprach Fox mit einer Anwältin darüber, wie es ist, schwanger im Beruf zu stehen, und ob Serena die Schwangerschaft eher verstecken oder offen zeigen würde. Weil die Klientin eine Frau im gleichen Alter ist, setzt Serena auf das Gespräch von Frau zu Frau.

Nicholas wird von James McArdle gespielt, mit dem Fox die Schauspielschule besucht hat. Der Regisseur gab den beiden alte Screwball-Komödien als Vorbild mit. Zwischen all dem juristischen Fachjargon genoss Fox besonders einen Satz über Lasagne, der für sie wie ein kühles Getränk an einem heißen Tag war.

Phoebe Fox Privatleben

Phoebe Fox ist seit 2010 mit dem Schauspieler Kyle Soller verheiratet, den sie an der RADA kennenlernte. Das Paar lebt in London, Soller ist vor allem aus Poldark und Andor bekannt.

Ihre Karrieren verliefen nach ihren Worten fast im Gleichschritt, sie spricht von einer Art „Seelenverwandtschaft“ ohne jedes Konkurrenzdenken und nennt ihn ihren besten Freund. Als Soller sonntags als Francis Poldark im Fernsehen lief, schaute sie begeistert zu, während er selbst wenig Interesse zeigte.

Mit zehn Jahren schrieb Fox an J. K. Rowling und fragte, ob sie im ersten Film die Hermine spielen dürfe. Die Liebe zu den Büchern blieb, denn über fünf Jahre las sie ihrem Mann alle Bände von „Harry Potter“ laut vor, mit eigenen Akzenten für jede Figur. Am stärksten strapazierte dabei Dumbledore ihre Stimme.

Darsteller Updates