Park Ji-hu gewann als Teenagerin für House of Hummingbird einen Preis beim Tribeca Film Festival und wurde später als Nam On-jo in All of Us Are Dead international bekannt. Die Trophäe aus New York wurde ohne sie vergeben, weil sie zu Hause eine Schulprüfung schreiben musste.
Park Ji-hu stammt aus Daegu im Südosten Südkoreas und wurde als Jugendliche mit einem preisgekrönten Independent-Film bekannt. Als Teenagerin spielte sie die Hauptrolle in „House of Hummingbird“ und gewann dafür unter anderem beim Tribeca Film Festival in New York den Preis als beste Darstellerin. Ein breites internationales Publikum lernte sie 2022 als Nam On-jo in der Netflix-Zombieserie All of Us Are Dead (seit 2022) kennen.
Seitdem wechselt sie zwischen Kino, Fernsehen und Streaming. Auf die Literaturverfilmung „Little Women“ folgten der Katastrophenfilm „Concrete Utopia“ sowie die Serien „Spring of Youth“ und „Spirit Fingers“. Nebenbei studiert sie Theater und Film an der Hanyang-Universität in Seoul.
Zur Schauspielerei kam Park Ji-hu 2014 eher zufällig, nachdem sie auf der Straße angesprochen worden war. In der Grundschule wollte sie eigentlich Nachrichtensprecherin im Fernsehen werden, und das Schauspiel sollte ihr zunächst nur bei diesem Berufswunsch helfen. Mit der Zeit gefiel ihr die Arbeit vor der Kamera so gut, dass aus dem Hobby ein Beruf wurde.
Ihr Debüt gab sie 2016 im Kurzfilm „Home Without Me“. Im selben Jahr hatte sie eine kleine Rolle im Fantasyfilm „Vanishing Time: A Boy Who Returned“, ein Jahr später spielte sie im Thriller „Fabricated City“ eine Schülerin. 2018 folgten der Film „The Witness“ und die Webserie „Sweet Revenge 2“, in der sie Lee Ha-yan verkörperte.
Die erste Hauptrolle ihrer Karriere übernahm sie mit 14 Jahren im Spielfilmdebüt der Regisseurin Kim Bo-ra. In House of Hummingbird spielt sie Kim Eun-hee, eine unsichere und zurückhaltende Schülerin im Seoul des Jahres 1994. Eun-hee ist das jüngste von drei Geschwistern, leidet unter dem Leistungsdruck der Schule, der Gleichgültigkeit der Eltern und der Gewalt ihres älteren Bruders.
Der Film hatte 2018 beim Busan International Film Festival Premiere und lief danach auf zahlreichen internationalen Festivals, darunter die Berlinale. Insgesamt sammelte das Drama auf 15 Festivals 25 Preise ein, bevor es im August 2019 in die koreanischen Kinos kam. Zur Premiere beim Tribeca Film Festival 2019 in New York konnte Park nicht reisen, weil sie eine Prüfung in der Schule schreiben musste. Die Jury zeichnete sie trotzdem als beste Hauptdarstellerin in einem internationalen Spielfilm aus.
In Südkorea folgten weitere Preise, etwa von der Vereinigung der Filmkritiker und vom Magazin Cine21. Bei den Blue Dragon Film Awards, den Baeksang Arts Awards und den Grand Bell Awards wurde sie jeweils als beste neue Schauspielerin nominiert.
Parallel zu den Festivalreisen war Park Ji-hu 2019 im Fernsehen zu sehen. In der JTBC-Serie „Beautiful World“ über Gewalt an einer Schule spielte sie die Schülerin Jung Da-hee. Regisseur Bae Jong-dae hatte ihre Leistung in House of Hummingbird in Busan gesehen und bot ihr daraufhin eine Rolle in seinem ersten Spielfilm an.
So entstand der Kinofilm „Black Light“, der im Februar 2021 in die koreanischen Kinos kam. Park spielt darin die Teenagerin Eun-young, deren Vater nach einem Verkehrsunfall im Koma liegt. Die Witwe des Unfallverursachers findet heraus, dass der Vater schon vorher versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, und beginnt Fragen zu stellen.
Als die Dreharbeiten zu All of Us Are Dead begannen, ging Park Ji-hu als einzige im jungen Ensemble selbst noch zur Schule. Sie spielt Nam On-jo, eine aufgeweckte und mitfühlende Schülerin der Klasse 2-5 an der Hyosan High School. Ihr Vater ist bei der Feuerwehr und hat ihr beigebracht, wie man sich in Notfällen verhält, was der Klasse beim Ausbruch des Virus hilft.
On-jo ist seit Kindertagen mit ihrem Nachbarn Lee Cheong-san befreundet, der heimlich in sie verliebt ist. Viele Ideen zur Flucht stammen von ihr, etwa die Leiter aus einem Feuerwehrschlauch hinunter zum Rundfunkraum. Sie bemerkt auch als Erste, dass einige Infizierte ihr Bewusstsein behalten. Für die Rolle erhielt Park 2022 bei den APAN Star Awards den Preis als beste neue Schauspielerin.
Noch 2022 übernahm sie in der tvN-Serie Little Women die Rolle der Oh In-hye, der jüngsten von drei Schwestern. In-hye ist eine begabte Malerin, die trotz der Geldsorgen ihrer Familie an einer angesehenen Kunstschule aufgenommen wird. Sie fühlt sich ihren älteren Schwestern, gespielt von Kim Go-eun und Nam Ji-hyun, dankbar und zugleich schuldig, weil diese so viel für sie opfern.
Im Dezember 2022 war sie im Musikvideo zu „Ditto“ der Gruppe NewJeans zu sehen, wo sie eine geheimnisvolle Schülerin spielt, deren Gesicht nie ganz zu sehen ist. Das Angebot nahm sie gern an, schließlich bezeichnete sie sich selbst als Fan der Band. 2023 folgte der Film Concrete Utopia von Regisseur Um Tae-hwa mit Lee Byung-hun in der Hauptrolle. Südkorea schickte das Drama später ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film. Nach einem Erdbeben steht in Seoul nur noch ein einziger Wohnblock, und Park spielt die Schülerin Hye-won, die zurückkehrt und gemeinsam mit einer Bewohnerin die wahre Identität des Anführers aufdeckt.
Von 2023 bis 2024 moderierte sie gemeinsam mit Yeonjun und Woonhak die SBS-Musiksendung „Inkigayo“. In der Serie „Miraculous Brothers“ hatte sie 2023 zudem einen Gastauftritt als junge Chae Woo-jung. Das Magazin Cine21 hatte sie schon Ende 2021 auf Platz sechs seiner Liste neuer Schauspielerinnen gesetzt, auf die man achten sollte, und der Korean Film Council nahm sie in seine Auswahl der 200 koreanischen Schauspieler auf.
Im Mai 2025 startete bei SBS die Musikserie Spring of Youth, in der sie die Studentin Kim Bom spielt. Bom wollte einst an eine Eliteuniversität, hält sich aber seit dem Tod ihrer Mutter vor sechs Jahren mit Nebenjobs über Wasser. Gemeinsam mit den Figuren von Ha Yoo-jun und Lee Seung-hyub gründet sie eine Band und zieht mit ihnen unter ein Dach.
Ende Oktober 2025 folgte bei TVING die Serie Spirit Fingers nach dem gleichnamigen Webtoon von Han Kyoung-chal mit zwölf Episoden. Park spielt die schüchterne Oberschülerin Song Woo-yeon, die sich zu Hause übersehen fühlt, weil ihre Eltern die beiden Brüder bevorzugen. Erst in einem Zeichenclub, der sie als Modell gewinnt, wächst ihr Selbstvertrauen, und die Mitglieder geben ihr den Spitznamen Baby Blue Finger.
Für die zweite Staffel von All of Us Are Dead stand sie von Juli 2025 bis Februar 2026 erneut vor der Kamera. On-jo studiert dann in Seoul und muss sich gemeinsam mit Freunden von der Universität einem neuen Ausbruch stellen.
Ihre Familie lebte während ihrer Schulzeit in Daegu, und Park pendelte für Dreharbeiten regelmäßig nach Seoul, weil alle ihre Freundinnen und Freunde in Daegu zur Schule gingen. Im Februar 2022 machte sie ihren Abschluss an der Dongmoon-Oberschule. Seit 2022 studiert sie an der Hanyang-Universität, wo auch ihr Serienpartner Yoon Chan-young eingeschrieben ist, und wohnt in Seoul bei ihrer älteren Schwester.
Privat bezeichnet sie sich als Nachteule und als großen Fan von Zombiefilmen, was bei ihrer bekanntesten Rolle durchaus praktisch war. Zudem schwärmt sie für die Gruppe EXO und besonders für deren Sänger D.O. Über eine Beziehung ist öffentlich nichts bekannt.