Owen Wilson schrieb mit Wes Anderson das Drehbuch zu Die Royal Tenenbaums und war dafür für den Oscar nominiert, Serienfans kennen ihn als Zeitagent Mobius aus Loki und als Golfer Pryce Cahill aus Stick. Sein staunendes Wow fällt in so vielen Filmen, dass Fans daraus minutenlange Zusammenschnitte gebaut haben.
Owen Wilson wuchs in Dallas, Texas, als mittlerer von drei Brüdern auf, seine Mutter arbeitete als Fotografin, sein Vater in der Werbung und beim öffentlichen Fernsehen. Auch der ältere Bruder Andrew und der jüngere Bruder Luke Wilson wurden später Schauspieler, und alle drei standen immer wieder gemeinsam vor der Kamera.
In der Schule fiel Wilson eher durch Streiche als durch gute Noten auf. Weil er sich vor einer Geometrieprüfung die Lösungen besorgt hatte, musste er die private St. Mark's School in Dallas verlassen und machte seinen Abschluss am New Mexico Military Institute in Roswell. Dort schrieb er für die Schülerzeitung und entdeckte, dass ihm das Erzählen von Geschichten liegt.
Danach studierte er Englisch an der University of Texas in Austin, verließ die Universität aber ohne Abschluss. In einem Kurs für Theaterautoren lernte er dort den späteren Regisseur Wes Anderson kennen, mit dem er bald eine Wohnung teilte und erste Drehbücher schrieb.
Aus der Wohngemeinschaft entstand der Kurzfilm „Bottle Rocket“, den die beiden 1993 beim Sundance Film Festival zeigten. Die Vorführung brachte ihnen einen Vertrag mit Columbia Pictures ein, und so drehte Anderson die Geschichte über drei unbeholfene Kleinganoven 1996 noch einmal als Spielfilm. Wilson spielte den planlosen Anführer Dignan, sein Bruder Luke war ebenfalls dabei.
Kommerziell ging der Film unter, in Hollywood sprach er sich trotzdem herum. Für „Rushmore“ (1998) schrieben Wilson und Anderson wieder gemeinsam das Drehbuch, vor der Kamera taucht Wilson dort nur auf einem Foto auf. Bei „Die Royal Tenenbaums“ (2001) spielte er den Westernautor Eli Cash, der seit Kindertagen zur Familie gehören will, und erhielt mit Anderson eine Oscarnominierung für das beste Originaldrehbuch.
Seitdem ist Wilson fester Teil von Andersons Ensemble. Er spielte in „Die Tiefseetaucher“ (2004) den möglichen Sohn von Bill Murray, in „Darjeeling Limited“ (2007) den ältesten von drei Brüdern auf Zugreise durch Indien und war in „Grand Budapest Hotel“ (2014) sowie „The French Dispatch“ (2021) zu sehen.
Seine ersten größeren Studiorollen bekam Wilson Ende der neunziger Jahre. Ben Stiller, ein früher Bewunderer von Bottle Rocket, besetzte ihn in „Cable Guy“ (1996), danach folgten der Abenteuerfilm „Anaconda“ (1997), der Katastrophenfilm „Armageddon“ (1998) mit Bruce Willis und der Gruselfilm „Das Geisterschloss“ (1999).
Als die Westernkomödie „Shanghai Noon“ (2000) an der Seite von Jackie Chan fast 100 Millionen US-Dollar einspielte, war Wilson als Komiker etabliert. Er spielt dort den eitlen Revolverhelden Roy O'Bannon, der lieber Geschichten erzählt als schießt, und kehrte für „Shanghai Knights“ (2003) in die Rolle zurück.
Parallel dazu spielte er in „Meine Braut, ihr Vater und ich“ (2000) den reichen und rundum perfekten Exverlobten Kevin Rawley, an dem Ben Stillers Figur Greg Focker ständig gemessen wird. In „Zoolander“ (2001) folgte das Männermodel Hansel, das sich mit Stillers Figur ein Duell um den Titel des besten Models liefert, während Will Ferrell den Bösewicht spielt. Gene Hackman † holte ihn danach für den Kriegsfilm „Im Fadenkreuz“ (2001).
Gemeinsam mit Stiller, Vince Vaughn, Will Ferrell und Jack Black zählte die Presse Wilson zum sogenannten Frat Pack, einer Gruppe von Komikern, die sich gegenseitig in ihren Filmen besetzten. Den größten Erfolg dieser Phase hatte er mit „Die Hochzeits-Crasher“ (2005), in dem er und Vaughn als Scheidungsanwälte fremde Hochzeiten stürmen, um Frauen kennenzulernen. Allein in den USA spielte die Komödie über 200 Millionen US-Dollar ein.
Ein Jahr später sprach Wilson zum ersten Mal den Rennwagen Lightning McQueen in dem Pixar-Film „Cars“ (2006). Die Rolle begleitet ihn bis heute, über zwei Fortsetzungen, Kurzfilme und die Serie „Cars on the Road“ (2022) bis zu der für 2027 geplanten Serie „Cars: Lightning Racers“. Ebenfalls 2006 spielte er in „Nachts im Museum“ den kleinen Cowboy Jedediah, der nachts als Miniaturfigur lebendig wird und sich mit einem römischen Feldherrn streitet.
In „Ich, du und der Andere“ (2006) zog er als arbeitsloser Kumpel bei Kate Hudson und Matt Dillon ein, in „Marley & Ich“ (2008) spielte er neben Jennifer Aniston einen Journalisten, dessen Familie von einem chaotischen Labrador auf Trab gehalten wird. Aus dieser Zeit stammt auch sein Markenzeichen, ein langgezogenes Wow, das er in so vielen Filmen sagt, dass Fans ganze Zusammenschnitte davon gebaut haben.
Eine Nominierung für den Golden Globe brachte Wilson die Komödie „Midnight in Paris“ (2011) von Woody Allen ein. Er spielt den Drehbuchautor Gil Pender, der bei einem Urlaub in Paris jede Nacht um Mitternacht in die zwanziger Jahre gerät und dort Hemingway und Fitzgerald begegnet. Der Film wurde zu Allens erfolgreichster Arbeit an den Kinokassen und lief zur Eröffnung des Filmfestivals in Cannes.
Danach wechselte er zwischen Komödien und ernsteren Stoffen. In „Prakti.com“ (2013) bewarb er sich mit Vaughn um ein Praktikum bei Google, in „No Escape“ (2015) geriet er als Familienvater in Südostasien in einen Militärputsch. Paul Thomas Anderson besetzte ihn in „Inherent Vice“ (2014) als verschwundenen Saxofonisten, der als Spitzel der Polizei arbeitet.
In dem Familiendrama „Wunder“ (2017) spielte er den Vater eines Jungen mit entstelltem Gesicht, der zum ersten Mal eine normale Schule besucht. In „Paint“ (2023) spielte er den eitlen Malkursleiter Carl Nargle, der seit Jahrzehnten im Lokalfernsehen von Vermont Landschaften malt, in „Geistervilla“ (2023) gehörte er als Priester zu einer Gruppe von Geisterjägern.
Im Fernsehen hatte Wilson lange nur Gastauftritte, etwa in „King of the Hill“ und „Community“. Das änderte sich mit Loki (2021-2023) beim Streamingdienst Disney+. Dort spielt er an der Seite von Tom Hiddleston den Agenten Mobius M. Mobius, der für die Time Variance Authority Abweichungen in der Zeitlinie verfolgt.
Mobius soll Loki als Helfer gewinnen, um eine gefährliche Variante zu fangen, und entwickelt dabei eine echte Freundschaft zu dem Gott des Unfugs. Er liebt Jetskis, glaubt lange fest an seine Behörde und muss erkennen, dass auch sein eigenes Leben auf einer Lüge der TVA beruht.
In der zweiten Staffel versucht Mobius gemeinsam mit Loki, die zerfallende Zeitachse zu retten. In elf Episoden war Wilson als Mobius zu sehen, einen kurzen Auftritt hatte er zudem in der Abspannszene von „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ (2023).
Seit 2025 spielt Wilson die Hauptrolle in der Golfkomödie Stick beim SVoD-Anbieter Apple TV, die er auch als Produzent begleitet. Er spielt dort Pryce Cahill, einen früheren Profigolfer, dessen Karriere nach einem Ausraster auf dem Platz endete und der nach dem Tod seines kleinen Sohnes auch seine Ehe verloren hat.
Als Pryce auf einer Driving Range den 17-jährigen Santi Wheeler entdeckt, verkauft er sein Haus und zieht mit dem Talent im Wohnmobil von Turnier zu Turnier. Mit auf die Reise gehen Santis Mutter Elena Wheeler und Pryces alter Caddie Mitts, der als Einziger noch zu ihm hält.
Die zweite Staffel startete am 4. November 2026 mit zehn Episoden. Diesmal will Pryce selbst zurück auf die Tour und als ältester Spieler der Geschichte ein Major gewinnen, angestachelt von seinem alten Rivalen Clark Ross. Neu dabei ist Rhea Seehorn als seine Trainerin Amanda.
Im Kino ist Wilson 2026 wieder als Kevin Rawley zu sehen. In „Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich“, der am 26. November 2026 in Deutschland startet, ist Greg Focker selbst zum misstrauischen Schwiegervater geworden. Neben Stiller und Robert De Niro gehört diesmal Ariana Grande als künftige Schwiegertochter zur Besetzung.
Kurz zuvor kam der Actionthriller „Runner“ in die Kinos, in dem er an der Seite von Alan Ritchson in eine Geschichte um einen medizinischen Transport verwickelt wird. Im Animationsfilm „Charlie the Wonderdog“ lieh er dem Titelhelden, einem Hund mit Superkräften, seine Stimme.
Zudem steht er für den neuen Film von Nancy Meyers vor der Kamera, der Weihnachten 2027 starten soll. An seiner Seite spielen Penélope Cruz, Jude Law, Kieran Culkin und Emma Mackey. Auch die Komödie „Rolling Loud“ über ein Hip-Hop-Festival ist bereits abgedreht.
Wilson war nie verheiratet, er hatte aber Beziehungen mit der Sängerin Sheryl Crow und mit seiner Filmpartnerin Kate Hudson. Er ist Vater von drei Kindern. Sein Sohn Robert Ford kam im Januar 2011 zur Welt, sein Sohn Finn im Januar 2014 und seine Tochter Lyla im Oktober 2018, jedes Kind hat eine andere Mutter.
Im August 2007 kam Wilson nach einem Suizidversuch ins Krankenhaus und wurde danach wegen Depressionen behandelt. Er gab damals seine Rolle in der Komödie „Tropic Thunder“ ab und mied jahrelang Interviews. Später erzählte er, wie sehr ihm seine Brüder in dieser Zeit beigestanden haben.
Seine markante Nase hat eine eigene Geschichte, denn er brach sie sich als Jugendlicher zweimal, einmal bei einer Schlägerei in der Schule und einmal beim Football mit Freunden. Er selbst nimmt das gelassen und meinte einmal „Wahrscheinlich wäre meine Nase auch ohne die Brüche nicht besonders schön geworden“. In Großbritannien kennt man ihn zudem als Werbegesicht einer Sofamarke, für die er zwischen 2017 und 2019 vor der Kamera stand.