Nina Sosanya
Nina Sosanya ist zu Gast. Prominente nehmen am 22. September 2026 in New York City an der New Yorker Premiere der HBO-Serie „War" im Perelman Performing Arts Center teil.
© IMAGO/ZUMA Press Wire

Nina Sosanya

Nina Sosanya ist seit über 30 Jahren eine feste Größe im britischen Fernsehen und war unter anderem in Good Omens, Screw und Baby Reindeer zu sehen. Ihre schrillste Rolle spielte sie als satanische Nonne mit Monobraue, in der sie wegen Kostüm und Maske kaum jemand wiedererkennt.

Biografie von Nina Sosanya

Nina Sosanya wurde im Londoner Stadtteil Islington geboren und wuchs bei ihrer Mutter auf. In der Schule interessierten sie bald nur noch Englisch, Kunst und Literatur, in Mathematik und Naturwissenschaften lief es dagegen schlecht.

Als Teenager zog sie mit zwei Freundinnen durch die Clubs der Gothic- und Punkszene, trug batikgefärbte Kleidung, Nieten und metallisch blauen Lippenstift. Die Oberstufe besuchte sie an einer Schule in Melton Mowbray in den Midlands, die eine eigene Theaterbühne besaß und für sie wie eine kleine Schauspielschule war.

Für eine Bewerbung an einer Schauspielschule fehlte ihr nach eigener Aussage der Mut. Stattdessen ließ sie sich an der Northern School of Contemporary Dance in Leeds zur Tänzerin ausbilden.

Vom Straßentheater auf die großen Bühnen

Nach der Ausbildung schloss sich Sosanya der Gruppe für Körpertheater „The Kosh“ an und trat mit ihr beim Festival in Edinburgh auf. Kurz darauf lernte sie Alan Rickman† kennen, der ihre Vorstellung gesehen hatte. Als man sie ihm als Tänzerin vorstellte, widersprach er und nannte sie eine Schauspielerin.

Sosanya war lange ihre eigene Agentin, schickte Fotos an alle Theater und spazierte einfach in Vorsprechen hinein. Mit der Truppe „Odd Socks“ spuckte sie Feuer, jonglierte und lief auf Stelzen, denn ausgebildet war sie eigentlich als Clown für Slapstick.

Über eine Stelle als Zweitbesetzung kam sie zur Royal Shakespeare Company, wo sie unter anderem in „Henry V“ und „The White Devil“ spielte. Am National Theatre stand sie 1998 in „Antony and Cleopatra“ neben Helen Mirren und Rickman auf der Bühne, was sie selbst als ihren ersten großen Durchbruch im Theater sieht.

Erste Fernsehrollen und „Teachers“

Vor der Kamera begann sie Anfang der 1990er mit kleinen Rollen, etwa in „The Bill“ und dem Fernsehfilm „Prime Suspect 2“ (1992). In einer Episode von „Jonathan Creek“ spielte sie 1999 die Figur Karen Blaine.

Der Durchbruch im Fernsehen kam 2001 mit der Comedyserie „Teachers“ (2001-2002). Darin verkörperte sie in 18 Episoden die Englischlehrerin Jenny Paige, die sich an einer Schule in Bristol mit Kollegen und Schülern herumschlägt.

Ebenfalls 2001 war sie in zwei Episoden der Scheindokumentation „People Like Us“ zu sehen. Dabei lernte sie, dass eine Szene umso komischer wirkt, je ernster man sie spielt, eine Erfahrung, die ihr später noch nützen sollte.

Kino mit „Tatsächlich... Liebe“ und Episodenrollen

2003 spielte sie in „Tatsächlich... Liebe“ die Annie, die Privatsekretärin des Premierministers, den Hugh Grant verkörpert. Im selben Jahr drehte sie mit „Code 46“, danach folgte 2005 „Manderlay“ von Lars von Trier.

Im Fernsehen sah man sie 2005 in drei Episoden von „Casanova“ neben David Tennant, mit dem sie bis heute immer wieder zusammenarbeitet. In der Episode „Fear Her“ von Doctor Who spielte sie 2006 Trish Webber, die alleinerziehende Mutter eines Mädchens mit unheimlichen Kräften.

Weitere Episodenrollen hatte sie in Vera als Chief Superintendent Rachel Waite und in Shetland als Willow Reeves. In der Satire Twenty Twelve über die Vorbereitung der Olympischen Spiele in London tauchte sie 2011 als Nina Christiani auf.

Juristin, Lehrerin und Polizistin

In der ersten Staffel von Silk spielte sie 2011 in sechs Episoden die Barristerin Kate Brockman. Die Serie begleitet die Anwälte einer Kanzlei in London, in der um Ansehen und Mandate gerungen wird.

Von 2012 bis 2015 war sie in 18 Episoden von „Last Tango in Halifax“ als Kate McKenzie zu sehen, die Partnerin der Schulleiterin Caroline, gespielt von Sarah Lancashire. Kate wünscht sich ein Kind, sucht einen Spender und stellt die junge Beziehung damit auf die Probe.

2014 folgte die Satire „W1A“, in der sie in zehn Episoden die Diversitätsbeauftragte Lucy Freeman bei der BBC spielte. In der Krimiserie Marcella übernahm sie 2016 in acht Episoden die Rolle der DCI Laura Porter, der Vorgesetzten der Ermittlerin, die Anna Friel spielt.

Agenten, Fantasy und eine satanische Nonne

In Strike Back spielte Sosanya 2017 in zehn Episoden Colonel Adeena Donovan. Ein Jahr später war sie in vier Episoden von Killing Eve als Jess zu sehen, ein Mitglied des Teams um Eve Polastri.

In His Dark Materials (2019-2022) verkörperte sie in sechs Episoden Elaine Parry, die psychisch kranke Mutter von Will Parry. Für Brave New World (2020) übernahm sie in neun Episoden die Rolle der Mustafa Mond, die über die scheinbar perfekte Gesellschaft von New London wacht.

Als Fan von Douglas Adams und Ursula Le Guin freute sie sich besonders über Good Omens. In der ersten Staffel spielte sie Schwester Mary Loquacious, eine satanische Nonne mit Monobraue und verkehrt herum getragener Tracht, in der zweiten Staffel die Cafébesitzerin Nina in Soho. Neil Gaiman benannte die Figur nach ihr, weil er sie von Anfang an für Sosanya geschrieben hatte.

„Little Birds“, „Screw“ und „Baby Reindeer“

Zu ihren liebsten Rollen zählt sie Lili von X aus Little Birds (2020). Die Figur ist ein verblassender Filmstar aus den 1940er Jahren, der auf der schwarzen Liste Hollywoods gelandet ist und nach Tanger geht, um dort eigene surreale Filme zu drehen.

In der Comedyserie „Staged“ trat sie 2020 neben Tennant und Michael Sheen auf, die darin sich selbst spielen und während des Lockdowns per Videoanruf proben. Von 2022 bis 2023 spielte sie in Screw in zwölf Episoden die Hauptrolle der Leigh Henry, die ein Team von Vollzugsbeamten in einem Männergefängnis leitet.

Schon die erste Szene der Serie zeigt Leigh, wie sie in einer Gefängniszelle aufwacht und dann ihre Uniform anzieht. In Baby Reindeer (2024) von Richard Gadd, hierzulande auch als Rentierbaby bekannt, spielte sie in sieben Episoden Liz. Sie ist die Mutter von Donnys Exfreundin und zugleich seine Vermieterin, die sich von seiner Stalkerin unter falschem Namen umgarnen lässt.

Queen Bea in „War“

2026 übernahm Sosanya eine Hauptrolle in War, einem Justizdrama von George Kay. Sie spielt Beatrice Ubosi, die in der traditionsreichen Londoner Kanzlei Cathcarts & Sons nur Queen Bea genannt wird.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen St John Smallwood vertritt Beatrice in der ersten Staffel den Milliardär Morgan Henderson, gespielt von Dominic West. Der Unternehmer lässt sich von dem Filmstar Carla Duval scheiden, die Sienna Miller verkörpert.

Auf der Gegenseite steht eine junge Kanzlei, die sich mit dem Fall erst beweisen muss. Beatrice dagegen hat solche Schlachten schon oft geschlagen und berät ihren Mandanten mit kühlem Kopf.

Weitere Filme, Theater und Hörbücher

Im Kino war sie in „Red Joan“ (2019), „David Brent: Life on the Road“ (2016) und „Brian and Charles“ (2022) zu sehen. In „The End We Start From“ (2023) gehörte sie neben Jodie Comer zum Ensemble eines Dramas über eine Flut, die London unbewohnbar macht.

Dem Theater blieb sie treu, etwa als Rosalind in „As You Like It“ 2003 bei der Royal Shakespeare Company. 2010 spielte sie in „Cat on a Hot Tin Roof“ im Londoner West End, 2016 die Anna Petrovna in „Young Chekhov“ am National Theatre und 2024 in „The Other Place“ von Alexander Zeldin.

Für die Kindersendung „Moon and Me“ sprach sie als Erzählerin 50 Episoden ein. Auf den Hörbüchern zu Malorie Blackmans Reihe „Noughts and Crosses“ leiht sie der Figur Sephy ihre Stimme.

Nina Sosanya Privatleben

Sosanya schützt ihr Privatleben konsequent und nutzt keine sozialen Netzwerke. 2020 erwähnte sie in der Talkshow von Graham Norton einen Partner, Details nennt sie keine.

In ihrer Freizeit bringt sie sich selbst das Tischlern bei und baut Kisten, Hocker und Tabletts, denn für größere Möbel fehlt der Platz. Von einer eigenen Werkstatt träumt sie trotzdem.

Fächer, die sie in der Schule hasste, holt sie inzwischen nach und belegte Kurse am Birkbeck College und an der Open University. Ihre liebste Kindheitserinnerung sind Streifzüge über die Felder mit ihrer Katze Tabby, auf der Suche nach Fossilien.

Mariano Glas
Mariano Glas
Gründer von Serienjunkies.de und Web/App-Entwickler
Dieser Artikel wurde von Mariano Glas veröffentlicht. Mariano Glas hat über 8.515 Artikel seit Freitag, 21. Februar 2003 bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mariano Glas

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