Nilam Farooq
Nilam Farooq auf der Premiere von „791 km" im Berliner Zoo Palast
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Nilam Farooq

Nilam Farooq ermittelte sechs Jahre lang als Kommissarin Olivia Fareedi in SOKO Leipzig und gewann später für Contra den Bayerischen Filmpreis. Bevor sie Kinohauptrollen spielte, war sie zeitweise die erfolgreichste YouTuberin Deutschlands, was sie heute aber nicht davon abhält, sich selbst als Kulturbanausin zu bezeichnen.

Biografie von Nilam Farooq

Nilam Farooq wuchs in Berlin auf, als Tochter eines pakistanischen Vaters und einer polnischen Mutter, und hat einen jüngeren Bruder. Sie machte am humanistischen Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf Abitur und legte dort das große Latinum und das Graecum ab.

Neben Deutsch spricht sie fließend Polnisch und Englisch. Mit vierzehn Jahren begann sie zu schauspielern, eine klassische Schauspielausbildung hat sie nie gemacht, weil ihr die Angebote damals zu sehr aufs Theater ausgerichtet waren.

Lange Durststrecke und YouTube-Erfolg

Ab 2006 bekam Farooq erste Gastrollen, etwa in „Alle lieben Jimmy“, Danni Lowinski und „Der Alte“. Die ersten Jahre ihrer Karriere bestanden nach eigener Aussage vor allem aus Absagen, weil es für Frauen, die so aussehen wie sie, kaum Rollen gab.

Parallel startete sie im Oktober 2010 den YouTube-Kanal daaruum, später umbenannt in Nilam, mit Videos über Reisen und Lifestyle. 2011 gewann sie den Google-Nachwuchswettbewerb Next Up, und zeitweise gehörte ihr Kanal zu den 50 meistabonnierten deutschsprachigen Kanälen.

Zeitweise galt sie sogar als erfolgreichste YouTuberin Deutschlands. Ende 2017 hörte sie mit dem Videobloggen auf und konzentrierte sich ganz auf die Schauspielerei.

Kommissarin Olivia Fareedi in „SOKO Leipzig“

Ein breites Publikum lernte Farooq ab 2013 in SOKO Leipzig kennen. In 94 Episoden spielte sie bis 2019 Kriminalkommissarin Olivia Fareedi, die im Team vor allem für Ermittlungen im Internet und in sozialen Netzwerken zuständig ist.

Nebenbei drehte sie Fernsehfilme wie den Tatort mit dem Titel „Roomservice“ (2015) und den Polizeiruf „Grenzgänger“ (2015). 2016 war sie in „Mitten in Deutschland: NSU“ zu sehen, der Filmreihe über die rechtsextreme Terrorgruppe.

Kino von „Heilstätten“ bis „Contra“

Im Kino war Farooq 2017 in „Mein Blind Date mit dem Leben“ zu sehen, 2018 im Horrorfilm „Heilstätten“ als Betty. Für diese Rolle gewann sie 2019 den Jupiter Award als beste nationale Darstellerin.

Es folgten Komödien wie „Verpiss dich, Schneewittchen“ (2018), „Rate Your Date“ (2019) und Karoline Herfurths „Sweethearts“ (2019). Ihre erste große Kinohauptrolle bekam sie allerdings erst in „Contra“ (2020) von Sönke Wortmann an der Seite von Christoph Maria Herbst.

Sie spielt dort die Jurastudentin Naima Hamid, die an der Frankfurter Uni auf einen rassistischen Professor trifft. Farooq erzählte, sie habe beim Casting sofort gewusst, dass dies die Rolle sei, auf die sie zehn Jahre gewartet hatte, und setzte sich gegen eine deutlich bekanntere Konkurrentin durch.

Preise und Komödien im Kino

Für Contra erhielt Farooq den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin, im August 2022 bekam sie zusammen mit Herbst den Ernst-Lubitsch-Preis. Im Netflix-Film „Du Sie Er & Wir“ (2021) spielt sie Janina, die mit ihrem Partner eine offene Beziehung ausprobiert.

Danach folgte eine Kinorolle nach der anderen, darunter „Eingeschlossene Gesellschaft“ (2022), „Freibad“ (2022), „Manta Manta - Zwoter Teil“ (2023) und „Trauzeugen“ (2023). In der Komödie „Beule“ gehört sie zum Ensemble um ein Paar, dessen perfekte Fassade zu bröckeln beginnt.

Als Sprecherin lieh sie 2019 der Hauptfigur Yi im Animationsfilm „Everest - Ein Yeti will hoch hinaus“ ihre Stimme. 2023 sprach sie in „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem“ die Schurkin Cynthia Utrom.

Serienrollen ab „8 Zeugen“

2021 spielte Farooq in der Miniserie 8 Zeugen die Zeugin Carla Perera in der ihr gewidmeten Episode. 2023 hatte sie zwei Gastauftritte in Jerks und 2025 eine Episode in Call My Agent! Berlin.

In der Netflix-Serie Das Signal (2024) spielt sie in vier Episoden Mira. Die Geschichte dreht sich um eine Astronautin, die auf dem Rückflug von der Raumstation spurlos verschwindet, während ihr Mann und ihre Tochter nach Antworten suchen.

Ebenfalls 2024 war sie in vier Episoden von Where's Wanda? zu sehen, der ersten deutschen Serie von Apple TV. Die Krimikomödie dreht sich um eine Familie, die ihre verschwundene Tochter auf eigene Faust sucht.

Lobbyistin in „Wo wir sind, ist oben“

In der achtteiligen ARD-Serie Wo wir sind, ist oben (2024) spielt Farooq die Lobbyistin Valerie Hazard. Die Zugereiste aus Brüssel kämpft in Berlin mit allen Tricks für ihre Auftraggeber und liefert sich ein ständiges Duell mit ihrem Konkurrenten Max Lentor.

Beim Streit um den Braunkohletagebau in der Lausitz wechseln die beiden mehrfach die Seiten. Valerie macht die junge Aktivistin CeeCee zum Gesicht des Widerstands, und als Max in Ungnade fällt, schützt sie plötzlich ausgerechnet ihren Rivalen.

Regie führte Wolfgang Groos, der Farooq später auch in Jossi inszenierte. Die Serie war ursprünglich für Sky entwickelt worden und landete nach dem Ausstieg des Senders bei der ARD Degeto.

Betrügerin in „Take the Money and Run“

In der True-Crime-Miniserie Take the Money and Run spielt Farooq die Finanzbetrügerin Dr. Ruja Ignatova. Die charismatische Gründerin von OneCoin täuscht Anleger in aller Welt und baut ein betrügerisches Imperium auf.

Als ihr Netzwerk zusammenbricht, flieht sie mit Milliarden und wird zu einer der meistgesuchten Finanzkriminellen der Welt. Die sechs Episoden liefen im Januar 2026 im ZDF.

Schauspielerin Dana Gold in „Jossi“

In der Comedy Jossi spielt Farooq Dana Gold, eine erfolgreiche und schlagfertige Schauspielerin. Sie ist tatsächlich Jüdin und gehört zum Filmprojekt des amerikanischen Regisseurs Sam Rosenberg.

Wanja, gespielt von Jannik Schümann, verliebt sich in sie, hat sich aber für eben dieses Projekt als Jude ausgegeben. Er muss die erfundene Herkunft vor Dana verbergen, während die Lügen um ihn herum immer größer werden.

Die sechs Episoden von rund 30 Minuten produzierte Odeon Fiction für SWR und arte, gedreht wurde im Herbst 2025 in Prag. Die Serie startet am 12. November 2026 bei ARTE und einen Tag später in der Mediathek der ARD.

Nilam Farooq Privatleben

Ihr Privatleben hält Farooq weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus, sie lebt in Berlin. Im April 2026 gab sie auf Instagram bekannt, dass sie erneut schwanger ist, um bestimmten Medienberichten diesmal zuvorzukommen.

Fernsehzuschauer kennen sie auch aus Shows. 2022 trat sie bei „Wer stiehlt mir die Show?“ an und moderierte prompt das Staffelfinale, im Juni 2023 gewann sie bei „Schlag den Star“ gegen Rebecca Mir 100.000 Euro.

Mit Goethe kann die Absolventin eines Goethe-Gymnasiums übrigens wenig anfangen, sie bezeichnet sich selbst als Kulturbanausin. Lieber als zu den großen Dichtern greift sie zu Poetry Slams und Lebensratgebern.

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