Michael Dorman

Michael Dorman spielte in For All Mankind den NASA-Astronauten Gordo Stevens und in Patriot einen Geheimagenten, der seine Einsätze in Folksongs verarbeitet. Den Sprung nach Hollywood verdankt er ausgerechnet Russell Crowe, der ihm nach gemeinsamen Dreharbeiten kurzerhand den Flug in die USA bezahlte.

Biografie von Michael Dorman

Der Schauspieler Michael Dorman wurde in Auckland in Neuseeland geboren. Die Familie seiner Mutter gehört zu den Māori, genauer zum Stamm der Ngāti Porou von der Ostküste der Nordinsel. Die Vorfahren seines Vaters sind dagegen europäischer Herkunft.

Als er zehn Jahre alt war, zog die Familie nach Australien und ließ sich in Bundaberg im Bundesstaat Queensland nieder. Dort besuchte Dorman die Bundaberg State High School, aufgewachsen ist er mit drei älteren Schwestern. Später studierte er Schauspiel an der Queensland University of Technology in Brisbane.

Erste Rollen in Australien

Schon während des Studiums stand Dorman in mehreren Theaterstücken auf der Bühne, darunter Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Seine erste Fernsehrolle bekam er 2002 in der Serie „The Secret Life of Us“, von der er schon als Student ein großer Fan gewesen war. Für die Rolle des Christian Hayden zog er eigens nach Sydney und blieb bis 2005 Teil der Besetzung.

Am Set lernte er auch Robert Taylor kennen, mit dem er Jahrzehnte später erneut vor der Kamera stehen sollte. Im Kino fiel Dorman 2006 im australischen Film „Suburban Mayhem“ auf. Es folgten Hauptrollen in „Prime Mover“ (2009) und „Needle“ (2010) sowie Nebenrollen in „Triangle“ (2009) und im Vampirfilm „Daybreakers“ (2009).

2011 war ein besonders arbeitsreiches Jahr. Im Actionthriller „Killer Elite“ stand er neben Jason Statham, Clive Owen und Robert De Niro vor der Kamera, dazu kam eine Nebenrolle in „Sleeping Beauty“. Im Fernsehen spielte er in zehn Episoden der Westernserie „Wild Boys“ den Buschräuber Dan Sinclair.

Tom Wilcox in „Wonderland“

Im Fernsehen spielte Dorman 2013 in der Miniserie Serangoon Road die Rolle des Conrad Harrison. Die zehn Episoden spielen im Singapur der 1960er Jahre und drehen sich um eine kleine Detektei. Im selben Jahr startete die australische Dramedy Wonderland (2013-2015).

Dort spielte er in allen 44 Episoden Tom Wilcox, einen der Bewohner eines Apartmenthauses am Strand von Sydney. Die Serie begleitet mehrere junge Paare und Singles durch Liebe, Beziehungskrisen und Freundschaften. Für Dorman war es die erste große Hauptrolle im Fernsehen.

Danach stand er für „Das Versprechen eines Lebens“ (2014) vor der Kamera. Am Set freundete er sich mit Regisseur und Hauptdarsteller Russell Crowe an. Crowe bezahlte ihm schließlich sogar den Flug in die USA, damit er dort seine Karriere vorantreiben konnte.

John Tavner in „Patriot“

In Amerika gelang Dorman schnell der Sprung zu größeren Rollen. 2015 übernahm er die Hauptrolle in der Amazon-Serie Patriot (2015-2018) als John Tavner. Tavner ist ein Geheimagent, der unter falscher Identität als Industrieingenieur bei einer Rohrfirma im Mittleren Westen anheuert.

Seine eigentliche Aufgabe ist es, eine nukleare Aufrüstung des Iran zu verhindern. Die Mission gerät allerdings immer wieder aus dem Ruder, weil Tavner unter den Belastungen leidet und seine Gefühle in melancholischen Folksongs verarbeitet. Die Serie lief über zwei Staffeln mit 18 Episoden.

Im Kino war er 2017 als Erster Offizier Wade in „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ zu sehen. Die Rolle war klein, brachte ihn aber erstmals in einen großen Hollywoodfilm. Nebenbei blieb er der australischen Heimat verbunden und lebte 2018 wieder dort. Schon 2016 hatte er im australischen Krimi „Goldstone“ von Regisseur Ivan Sen mitgespielt, der im Outback von Queensland spielt.

Gordo Stevens in „For All Mankind“

2019 begann Dorman mit der Apple-Serie For All Mankind, die eine alternative Geschichte des Wettlaufs ins All erzählt. Darin gewinnt die Sowjetunion das Rennen zum Mond, und die USA setzen danach alles daran, aufzuholen. Dorman spielt den NASA-Astronauten Gordo Stevens.

Gordo ist ein draufgängerischer Pilot, der das Leben in vollen Zügen genießt und mit seiner Frau Tracy, gespielt von Sarah Jones, eine stürmische Ehe führt. In der zweiten Staffel kämpft er nach einem langen Aufenthalt auf der Mondbasis mit Panikattacken. Insgesamt war Dorman in 21 Episoden zu sehen und kehrte 2026 noch einmal in die Serie zurück.

Im Kino spielte er 2020 im Horrorfilm „Der Unsichtbare“ mit Elisabeth Moss die Rolle des Tom Griffin. Tom ist der Bruder des Mannes, von dem sich Moss' Figur verfolgt fühlt. Im selben Jahr war er als Jack in der Miniserie The Secrets She Keeps dabei. Dazu kam die Rolle des Jesse im Drama „Hard Luck Love Song“ (2020).

Die Titelrolle in „Joe Pickett“

Ab 2021 spielte Dorman die Titelrolle in Joe Pickett (2021-2023), die auf den Romanen von C. J. Box basiert. Joe Pickett ist Wildhüter in einer Kleinstadt in Wyoming und gerät dort immer wieder in Kriminalfälle. Er ist fähig und zuverlässig, zweifelt aber häufig an sich selbst.

Die Serie lief über zwei Staffeln mit 20 Episoden, ehe sie eingestellt wurde. Dorman erzählte später, die Serie habe zwar ein kleineres Publikum gehabt, doch treue Fans würden ihn bis heute darauf ansprechen. Seine Ehefrau Marybeth wurde von Julianna Guill gespielt, und auch die Familie der Picketts gerät durch seine Fälle immer wieder in Gefahr.

Neue Serien bei Netflix

2023 übernahm Dorman in der Realverfilmung One Piece (2023) die Rolle des legendären Piratenkönigs Gol D. Roger. Seine Hinrichtung löst in der Welt der Serie das große Zeitalter der Piraten aus. Dorman ist in zwei Episoden zu sehen.

2024 folgte die australische Netflix-Serie Territory, in der er Graham Lawson spielt, den ältesten Sohn der Familie Lawson. Die Familie besitzt die riesige Rinderfarm Marianne Station im Northern Territory, sein Vater Colin wird von Robert Taylor gespielt, an seiner Seite steht Anna Torv. Graham kämpft mit Alkoholsucht und mit einem Vater, der ihn nicht respektiert.

Für diese Rolle wurde Dorman 2025 für einen Silver Logie als bester Hauptdarsteller in einem Drama nominiert. Ende 2025 begannen zudem die Dreharbeiten zur australischen Serie „Treasure & Dirt“, in der er die Hauptrolle übernimmt.

Ben in „The Good Daughter“

Sein aktuelles Projekt ist die Miniserie The Good Daughter, die am 12. November 2026 bei Peacock startet und in Deutschland bei HBO Max zu sehen ist. Die Serie basiert auf dem Roman von Karin Slaughter, Rose Byrne spielt die Hauptrolle und ist auch Executive Producer. Dorman ist neben ihr und Brendan Gleeson Teil der Besetzung.

Er spielt Ben, den Ehemann von Charlie Quinn, die von Meghann Fahy gespielt wird. Ben arbeitet als stellvertretender Staatsanwalt in Pikeville und steht damit beruflich oft auf der anderen Seite als Charlies Vater Rusty, der als Strafverteidiger arbeitet. Nach Territory ist es für Dorman damit erneut eine Rolle in einer Familiengeschichte, die von alten Geheimnissen geprägt ist.

Michael Dorman Privatleben

Dorman hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass er Vater von zwei Kindern ist und zeitweise in Los Angeles lebt. Ansonsten spricht er in Interviews lieber über seine Rollen als über die Familie.

Neben der Schauspielerei ist Dorman auch Musiker. Er stand bereits als Vorband für Alex Lloyd und The Beautiful Girls auf der Bühne und trat bei Festivals wie Woodford und Homebake auf. Dass er in Patriot als Geheimagent ausgerechnet Folksongs über seine Einsätze singt, ist also gar nicht so weit hergeholt.

Bei den Dreharbeiten zu Territory im Outback fuhr er Motorrad, saß im Hubschrauber und fing Schlangen. Er habe sich dabei so lebendig gefühlt wie lange nicht mehr, erzählte er danach.

Mariano Glas
Mariano Glas
Gründer von Serienjunkies.de und Web/App-Entwickler
Dieser Artikel wurde von Mariano Glas veröffentlicht. Mariano Glas hat über 8.515 Artikel seit Freitag, 21. Februar 2003 bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mariano Glas

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