Mahesh Manjrekar

Mahesh Manjrekar inszenierte Gangsterdramen wie Vaastav und spielt in Akka den Mafiaboss Shankar Anna. Dabangg sollte eigentlich seine letzte Rolle als Schauspieler werden, doch Salman Khan hatte offensichtlich andere Pläne.

Biografie von Mahesh Manjrekar

Mahesh Manjrekar stammt aus Mumbai und arbeitet seit Jahrzehnten als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent im Hindi-, Marathi- und Telugu-Kino. Bekannt wurde er vor allem als Regisseur des Gangsterdramas „Vaastav“ (1999) und des Familiendramas „Astitva“ (2000), vor der Kamera spielt er bevorzugt Gangster, Polizisten und Politiker.

Der Bundesstaat Maharashtra ehrte ihn mit dem V. Shantaram Award, seiner höchsten Auszeichnung für Verdienste um das Kino. In der Netflix-Serie Akka (2026) spielt er den Mafiaboss Shankar Anna, der als großer Gegenspieler im Hintergrund die Fäden zieht.

Vom Theater zur Regie

Mahesh Manjrekar besuchte die Don Bosco High School in Mumbai und studierte an der University of Mumbai. Schon im College stand er auf der Bühne, 1984 spielte er im Marathi-Theaterstück „Aflatoon“. Seine erste Filmrolle hatte er 1991 als Inspektor Jamdade im Marathi-Film „Jeeva Sakha“.

Als Regisseur debütierte er 1995 mit dem Marathi-Film „Aai“, für den er auch das Buch schrieb und als Produzent auftrat. Der Film brachte ihm den Filmfare Award Marathi als bester Regisseur ein und ebnete ihm den Weg nach Bollywood.

Durchbruch mit „Vaastav“

1999 inszenierte er „Vaastav“, die Geschichte eines einfachen jungen Mannes, der in die Unterwelt von Mumbai abrutscht. Sanjay Dutt spielte die Hauptrolle, der Film wurde ein großer Erfolg an den Kinokassen. Ein Jahr später folgte „Astitva“, für das er den National Film Award für den besten Marathi-Film erhielt.

Danach drehte er kurz hintereinander Filme wie „Kurukshetra“, „Nidaan“ und „Jis Desh Mein Ganga Rehta Hai“ (alle 2000) sowie mit „Hathyar“ (2002) eine Fortsetzung von Vaastav. 2005 folgten das Familiendrama „Viruddh“ und die Komödie „Vaah! Life Ho Toh Aisi!“, in der Radhika Apte eine kleine erste Filmrolle übernahm.

Schurken und Gangster vor der Kamera

Als Schauspieler machte er 2002 in Sanjay Guptas Thriller „Kaante“ als Gangster Balli auf sich aufmerksam und gewann dafür den IIFA Award als bester Komiker. Danach spielte er unter anderem in „Musafir“ (2004) und im Oscar-Gewinner „Slumdog Millionaire“ (2008), in dem er den Gangsterboss Javed verkörpert.

Im Polizeithriller „Wanted“ (2009) war er Inspektor Talpade, in „Dabangg“ (2010) der Vater der weiblichen Hauptfigur. Später folgten Rollen in „Bodyguard“ (2011), in der Gotteskomödie „OMG: Oh My God!“ (2012) als Anwalt, in „Shootout at Wadala“ (2013) und als Ministerpräsident in „Singham Returns“ (2014).

Shivaji, Natsamrat und das Marathi-Kino

Im Marathi-Kino schrieb er 2009 den Film „Me Shivajiraje Bhosale Boltoy“ und spielte darin den Kriegerkönig Shivaji, der Film wurde zum erfolgreichsten Marathi-Film seiner Zeit. Für „Kaksparsh“ (2012) wurde er mit dem Staatspreis von Maharashtra als bester Regisseur ausgezeichnet, die Verfilmung des Theaterklassikers „Natsamrat“ (2016) brachte ihm weitere Preise.

In Bhansalis „Bajirao Mastani“ (2015) spielte er den Herrscher Shahu, an der Seite von Tanvi Azmi, die nun in Akka erneut mit ihm dreht. Den Marathi-Hit „Mulshi Pattern“ (2019), in dem er mitspielte, verfilmte er 2021 als „Antim: The Final Truth“ mit Salman Khan neu. Für „Juna Furniture“ (2024), bei dem er Regie führte und die Hauptrolle spielte, gewann er den Filmfare Award Marathi als bester Hauptdarsteller.

Fernsehen, Streaming und „Selection Day“

Von 2018 bis 2023 moderierte er vier Staffeln von „Bigg Boss Marathi“, der Marathi-Ausgabe von Big Brother. Ebenfalls 2018 spielte er in der Netflix-Serie Selection Day den Cricket-Trainer Sir Tommy, in einer Geschichte über zwei talentierte Brüder aus einfachen Verhältnissen.

Für das Streaming inszenierte er die Kriegsserie „1962: The War in the Hills“ (2021), in der sein Sohn Satya mitspielt. Vor der Kamera war er in der Marathi-Serie „Kaale Dhande“ (2019), im Netflix-Film „The White Tiger“ (2021) und in der Serie „Taaza Khabar“ (2023) als Kismat Bhai zu sehen.

Gefragt in ganz Indien

Längst dreht er auch im Süden des Landes. 2019 spielte er im Telugu-Actionfilm „Saaho“ mit, 2025 folgten die tamilischen Großproduktionen „Coolie“ und „Thug Life“, der Marathi-Thriller „Dashavatar“ als Inspektor und der Kannada-Film „The Devil“.

2026 war er im Stummfilm „Gandhi Talks“ als Premnath Gavli zu sehen. Parallel arbeitet er weiter als Regisseur, seinen Marathi-Film „Bandkhor“ über sechs aufbegehrende Frauen stellte er im Herbst 2026 vor.

Mafiaboss in „Akka“

In Akka, das am 30. Oktober 2026 mit fünf Episoden startete, spielt er Shankar Anna, den skrupellosen Anführer einer Mafiabande in Bombay. Shankar ist in Pernuru aufgewachsen und behauptet, er habe die Stadt verlassen, weil er die Herrschaft der Frauen nicht ertragen konnte. Andere erzählen, er sei vertrieben worden.

Seine Vertraute Rudra überredet ihn, sie nach Pernuru zu schicken, weil sich der Hafen der Stadt für Schmuggel aus den Golfstaaten eigne. In der ersten Staffel bleibt er weitgehend im Hintergrund, die Serie baut ihn gezielt als Hauptgegner für eine mögliche Fortsetzung auf.

Mahesh Manjrekar Privatleben

Aus seiner ersten Ehe mit der Kostümbildnerin Deepa Mehta hat Mahesh Manjrekar zwei Kinder, das Paar ließ sich später scheiden. 1995 heiratete er Medha Manjrekar, ihre gemeinsame Tochter Saiee Manjrekar gab in „Dabangg 3“ (2019) ihr Filmdebüt, in dem ihr Vater erneut seine Rolle aus Dabangg spielte.

Dabangg sollte nach seiner eigenen Ankündigung eigentlich seine letzte Rolle als Schauspieler werden, doch Salman Khan brachte ihn von diesem Vorsatz ab, wie die lange Liste späterer Rollen zeigt. 2006 trat er zudem als Kandidat in der Tanzshow „Jhalak Dikhhla Jaa“ an, und 2014 kandidierte er erfolglos für die Partei Maharashtra Navnirman Sena bei der Parlamentswahl.

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