Keerthy Suresh gewann für ihre Rolle als Filmlegende Savitri in Mahanati den National Film Award und spielt in Akka die Gangsterkönigin Bhavani. Kurz nachdem sie im Kino eine Frau spielte, die widerwillig Hindi lernen muss, drehte sie selbst ihre ersten Projekte auf Hindi.
Keerthy Suresh stammt aus Thiruvananthapuram im südindischen Bundesstaat Kerala und gehört zu den gefragtesten Schauspielerinnen des tamilischen, telugusprachigen und malayalamsprachigen Kinos. Für ihre Darstellung der Filmlegende Savitri in „Mahanati“ erhielt sie den National Film Award als beste Hauptdarstellerin, die wichtigste staatliche Filmauszeichnung Indiens.
Mit Akka (2026) bei Netflix dreht sie ihre erste Serie überhaupt. Als Bhavani führt sie dort einen Clan von Frauen an, der in den 1980er Jahren eine fiktive Stadt im Süden Indiens beherrscht.
Keerthy Suresh wuchs in einer Filmfamilie auf, ihr Vater ist Produzent und ihre Mutter Schauspielerin. Schon als Kind stand sie in mehreren Produktionen ihres Vaters vor der Kamera, darunter „Pilots“ (2000), „Achaneyanenikkishtam“ (2001) und „Kuberan“ (2002), in dem sie die Adoptivtochter der Hauptfigur spielte.
Hinzu kamen Auftritte in Fernsehserien wie „Santhana Gopalam“ und „Krishna Kripa Sagaram“. Danach legte sie eine lange Pause ein und studierte Modedesign an der Pearl Academy. Nach eigener Aussage dachte sie damals ernsthaft über eine Laufbahn als Designerin nach.
Elf Jahre nach ihrem letzten Kinderauftritt bekam sie 2013 ihre erste Hauptrolle in Priyadarshans Horrorfilm „Geethaanjali“. Darin spielte sie gleich eine Doppelrolle, gedreht hat sie in ihren Semesterferien. Der Film brachte ihr den SIIMA Award als beste Nachwuchsdarstellerin im malayalamsprachigen Kino ein.
In „Ring Master“ (2014) spielte sie an der Seite von Dileep eine blinde junge Frau. Ab 2015 wechselte sie ins tamilische Kino, zuerst mit „Idhu Enna Maayam“, danach mit zwei Filmen an der Seite von Sivakarthikeyan, „Rajinimurugan“ und „Remo“ (beide 2016). In „Thodari“ stand sie mit Dhanush vor der Kamera, ihr Debüt im Telugu-Kino gab sie in „Nenu Sailaja“ (2016).
2017 spielte sie in „Bairavaa“ neben dem tamilischen Superstar Vijay und in „Nenu Local“ neben Nani. Den entscheidenden Schritt machte sie 2018 mit dem Biopic „Mahanati“ von Regisseur Nag Ashwin. Darin verkörpert sie Savitri, eine der großen Schauspielerinnen des südindischen Kinos der 1950er und 1960er Jahre, und zeichnet deren Aufstieg und tragischen Absturz nach.
Neben dem National Film Award bekam sie dafür auch den Filmfare Award South als beste Hauptdarstellerin. Im selben Jahr folgten mehrere große Unterhaltungsfilme, darunter „Thaanaa Serndha Koottam“ mit Suriya, „Sarkar“ mit Vijay und „Saamy Square“, für den sie sogar ein Lied einsang.
Während der Pandemie erschien der Thriller „Penguin“ (2020) direkt bei Amazon Prime Video. Darin spielt sie eine schwangere Frau, die es mit einem Serienmörder aufnimmt. Im Netflix-Film „Miss India“ (2020) folgte die Rolle einer jungen Unternehmerin.
In „Saani Kaayidham“ (2022) spielte sie Ponni in einer düsteren Rachegeschichte an der Seite des Regisseurs Selvaraghavan, der hier sein Debüt als Schauspieler gab. Im selben Jahr war sie in „Sarkaru Vaari Paata“ neben Mahesh Babu und im Gerichtsdrama „Vaashi“ als Anwältin zu sehen. Für das Actiondrama „Dasara“ (2023), in dem sie als Vennela erneut mit Nani drehte, gewann sie ihren zweiten Filmfare Award.
2024 spielte sie in „Siren“ eine Polizeiinspektorin und lieh im Science-Fiction-Spektakel „Kalki 2898 AD“ dem intelligenten Fahrzeug Bujji ihre Stimme. Diese Rolle setzte sie in der Zeichentrickserie „Bujji and Bhairava“ fort. In der Komödie „Raghu Thatha“ spielt sie ausgerechnet eine junge Frau, die Hindi lernen soll, um einer Ehe zu entkommen.
Wenige Monate später gab sie in „Baby John“ (2024) an der Seite von Varun Dhawan ihr Debüt im Hindi-Kino, einer Neuverfilmung des tamilischen Actionfilms „Theri“. Danach folgten unter anderem „Uppu Kappurambu“ und „Revolver Rita“ (beide 2025) sowie „Dorothy“ (2026) von Regisseur Karthik Subbaraj, der beim Filmfestival in Toronto seine Premiere feierte.
In Arbeit sind unter anderem der Hindi-Film „Raftaar“ mit Rajkummar Rao und der Telugu-Film „Rowdy Janardhana“ mit Vijay Deverakonda. Das Magazin Forbes India nahm sie bereits 2021 in seine Liste der wichtigsten Talente unter 30 Jahren auf.
Am 30. Oktober 2026 startete Akka mit fünf Episoden. Die Serie stammt von YRF Entertainment und ist das Regiedebüt von Dharmaraj Shetty, der auch die Bücher schrieb. Bhavani ist die designierte Erbin des Malemar-Clans, des mächtigsten der drei Clans von Pernuru, und die Adoptivtochter der alten Matriarchin Mutthakka, gespielt von Tanvi Azmi.
Bhavani sichert die Wirtschaft der Stadt mit einem legalen Handel mit Schnaps und verteidigt ihn mit Gewalt gegen jeden Eindringling. Ihre Gegenspielerin ist die Außenseiterin Rudra, gespielt von Radhika Apte. Über das erste Gespräch mit dem Regisseur sagte Keerthy Suresh, sie habe nicht gewusst, worauf sie sich einlasse, doch nach der ersten Episode sei klar gewesen, dass sie die Rolle spielen wolle.
Das Projekt war zugleich das erste, das sie für den Hindi-Markt unterschrieben hatte. „Das ist eine Welt, die man so noch nie gesehen hat, und dazu zwei Frauen, die gegeneinander antreten“, schwärmte sie bei der Vorstellung des Trailers.
Im Dezember 2024 heiratete Keerthy Suresh in Goa den Geschäftsmann Antony Thattil, mit dem sie bereits seit 15 Jahren zusammen war. Gefeiert wurde mit einer hinduistischen und einer christlichen Zeremonie nach den Bräuchen Keralas, die Familie ihres Mannes stammt aus Kochi.
Abseits des Sets spielt sie Geige und brachte ihrem Filmpartner Vijay damit 2020 sogar ein musikalisches Geburtstagsständchen. Zudem traf es sich gut, dass Netflix den ersten Teaser zu Akka ausgerechnet an ihrem Geburtstag veröffentlichte, was ihre Kollegin Radhika Apte prompt als gutes Omen deutete.