Kathryn Newton
Filmvorführung von „The Devil's Mouth" - LA: Kathryn Newton bei der Filmvorführung von „The Devil's Mouth" im Culver Theater in Culver City, Kalifornien, USA, am 28. Juli 2026.
© IMAGO/ABACAPRESS

Kathryn Newton

Kathryn Newton spielte in Big Little Lies die eigensinnige Tochter von Reese Witherspoon und kehrt 2026 als Cassie Lang ins Marvel-Universum zurück. Auf dem Golfplatz spielt sie Runden um die 70 Schläge und würde einen Sieg bei einem Major-Turnier jederzeit einem Oscar vorziehen.

Biografie von Kathryn Newton

Kathryn Newton stammt aus Orlando in Florida und stand schon vor ihrem fünften Geburtstag vor der Kamera. Sie wuchs als Einzelkind in einer Familie auf, in der Golf eine große Rolle spielte, denn ihr Vater hatte selbst am College gespielt. Er drückte ihr bereits als Kleinkind einen Schläger in die Hand, und mit acht Jahren bestritt sie ihre ersten Turniere.

Die Schauspielerei begann eher zufällig. Bei einem Familienausflug nach New York brachte ihre Mutter die damals Vierjährige zu einer Agentur, kurz darauf spielte sie in der Seifenoper „All My Children“ in zwei Episoden die kleine Colby Chandler. Damals waren ihr die meisten bleibenden Zähne noch gar nicht gewachsen.

Als sie zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach Los Angeles. Newton besuchte die Notre Dame High School in Sherman Oaks, half dem Golfteam der Schule zu drei Meisterschaften in der Liga und machte dort 2015 ihren Abschluss. Ein Studium an der University of Southern California schob sie zugunsten der Schauspielerei auf, obwohl sie sogar überlegt hatte, sich für das Golfteam der Universität zu bewerben.

Erste Hauptrollen in „Gary Unmarried“ und „Paranormal Activity 4“

Ihre erste feste Serienrolle bekam Newton in der Sitcom Gary Unmarried (2008-2010) beim Sender CBS. Darin spielte sie Louise Brooks, die Tochter des frisch geschiedenen Malermeisters Gary, den Jay Mohr verkörperte. Louise liebt ihren Vater, hat aber ein ausgeprägtes Gewissen für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit, das im Alltag der getrennten Familie regelmäßig für Reibung sorgt. Für diese Rolle erhielt sie 2010 einen Young Artist Award.

2012 übernahm Newton mit fünfzehn Jahren die Hauptrolle in „Paranormal Activity 4“. Als Teenagerin Alex Nelson erlebt sie in einem Vorort in Nevada, wie sich unheimliche Vorfälle im Haus ihrer Familie häufen, nachdem der seltsame Nachbarsjunge Robbie vorübergehend bei ihnen eingezogen ist. Gemeinsam mit ihrem Freund Ben zeichnet Alex das Geschehen mit Laptops und Webcams auf, ganz im Stil der bekannten Reihe.

Auch dafür gewann sie 2013 einen Young Artist Award. Im selben Jahr trat sie in einer Episode von Mad Men auf und spielte in der Sitcom „Dog with a Blog“ in drei Episoden die Figur Emily Adams. Schon 2012 hatte sie sich mit fünfzehn Jahren zudem für die Qualifikation zur US Women's Open der Golferinnen angemeldet.

„Supernatural“ und „Halt and Catch Fire“

Ab der zehnten Staffel gehörte Newton zum wiederkehrenden Ensemble von Supernatural (2005-2020). Sie spielte dort Claire Novak, die Tochter von Jimmy Novak, dessen Körper der Engel Castiel als Hülle benutzt. Als Kind war die Figur zuvor von einer anderen Darstellerin gespielt worden, Newton zeigte nun die junge Frau, die ihren Vater verloren hat und Castiel dafür verantwortlich macht.

Claire wird nach und nach selbst zur Jägerin übernatürlicher Wesen und findet bei Sheriff Jody Mills ein neues Zuhause. Insgesamt war Newton in sechs Episoden zu sehen. Die zehnte Episode der dreizehnten Staffel war als Pilot für den Ableger „Wayward Sisters“ gedacht, in dem Claire eine der Hauptfiguren sein sollte, doch der Sender The CW bestellte 2018 keine Serie.

In Halt and Catch Fire (2014-2017) spielte Newton in der dritten und vierten Staffel die jugendliche Joanie Clark, die ältere Tochter von Gordon und Donna Clark. Die Serie begleitet Computerpioniere durch die achtziger und neunziger Jahre, Joanie wächst also mitten in der Technologiebranche auf. In zehn Episoden zeigt sie sich als eigensinnige Jugendliche, die ihren Eltern einiges abverlangt.

Abigail in „Big Little Lies“

Einem großen Publikum wurde Newton durch die Serie Big Little Lies (2017-2019) bei HBO bekannt. Sie spielte dort Abigail Mackenzie, die sechzehnjährige Tochter von Madeline aus deren erster Ehe, die Reese Witherspoon verkörpert. Abigail trägt den Nachnamen ihres Vaters Nathan, heißt also eigentlich Abigail Carlson, und zieht in der ersten Staffel zu ihm und seiner zweiten Frau Bonnie.

Für Madeline ist das eine bittere Niederlage. Abigail engagiert sich für Menschenrechte und plant, im Internet ihre Jungfräulichkeit zu versteigern, um mit dem Erlös Amnesty International zu unterstützen, bis ihre Eltern die Aktion stoppen. In der zweiten Staffel eröffnet sie ihrer Mutter, dass sie nicht aufs College gehen will. Gemeinsam mit dem übrigen Ensemble wurde Newton 2020 für den Screen Actors Guild Award nominiert.

Ebenfalls 2017 spielte sie in der Miniserie „Little Women“ nach dem Roman von Louisa May Alcott die Rolle der Amy March. Die jüngste der vier Schwestern trägt gern schöne Kleider und sehnt sich nach einem Leben in besseren Kreisen.

Kinorollen von „Lady Bird“ bis „Meisterdetektiv Pikachu“

2017 war Newton auch in zwei Filmen zu sehen, die später bei den Oscars eine große Rolle spielten. In „Lady Bird“ von Greta Gerwig spielte sie die Mitschülerin Darlene Bell, in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ die ermordete Tochter Angela Hayes, deren Mutter Mildred mit drei Plakatwänden die örtliche Polizei unter Druck setzt. 2018 folgten die Komödie „Blockers“ als Julie, deren Eltern ihre Pläne für die Nacht des Abschlussballs durchkreuzen wollen, und das Drama „Ben Is Back“ mit Julia Roberts.

2019 spielte Newton in „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ die junge Reporterin Lucy Stevens. Sie unterstützt Tim, der mit einem sprechenden Pikachu nach seinem verschwundenen Vater sucht und dabei in Ryme City einer Verschwörung auf die Spur kommt. Im selben Jahr übernahm sie eine Hauptrolle in einer Serie, die schneller endete als geplant.

Allie Pressman in „The Society“

In The Society (2019) bei Netflix spielte Newton Allie Pressman. Die Serie erzählt von Jugendlichen, die nach einem abgebrochenen Schulausflug in ihre Heimatstadt zurückkehren und feststellen, dass alle Erwachsenen verschwunden sind. Allie steht zunächst im Schatten ihrer älteren Schwester Cassandra, die das Zusammenleben der Jugendlichen organisieren will.

Nach Cassandras Tod übernimmt Allie die Führung der Stadt, die die Jugendlichen New Ham nennen, und muss sich gegen wachsenden Widerstand behaupten. Am Ende der Staffel wird sie durch einen Umsturz entmachtet. Netflix hatte bereits eine zweite Staffel angekündigt, nahm die Verlängerung im August 2020 wegen der Mehrkosten durch die Pandemie aber wieder zurück.

Horror mit Humor

2020 tauschte Newton in der Horrorkomödie „Freaky“ von Christopher Landon den Körper mit einem Serienmörder. Als schüchterne Schülerin Millie Kessler erwacht sie nach einem Angriff im Körper des Täters, gespielt von Vince Vaughn, während dieser in ihrer Gestalt weitermordet. Die Rolle brachte ihr zwei Nominierungen bei den Critics Choice Super Awards ein, als beste Darstellerin in einem Horrorfilm und für den besten Bösewicht.

2024 spielte sie in „Lisa Frankenstein“ unter der Regie von Zelda Williams die Außenseiterin Lisa, die im Jahr 1989 versehentlich die Leiche eines jungen Mannes aus dem viktorianischen Zeitalter wiederbelebt. Im selben Jahr gehörte sie in „Abigail“ (2024) als Hackerin Sammy zu einer Bande, die ein kleines Mädchen entführt, das sich als Vampirin entpuppt. In amerikanischen Medien gilt sie seitdem als eine der neuen Königinnen des Horrorfilms.

2026 folgte „Ready or Not 2: Here I Come“, in dem sie Faith spielt, die entfremdete jüngere Schwester der Heldin Grace, die von Samara Weaving gespielt wird. Im Juli 2026 erschien bei Amazon Prime Video zudem der Haifilm „The Devil's Mouth“ von Jeff Wadlow. Newton spielt darin Sara McKenna, die mit Freunden nach Thailand reist, um ein Höhlensystem zu erkunden, das ihr verstorbener Vater liebte, bis in den gefluteten Gängen ein Bullenhai Jagd auf die Gruppe macht.

Cassie Lang im Marvel-Universum

In „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ (2023) übernahm Newton die Rolle der Cassie Lang, der inzwischen erwachsenen Tochter von Scott Lang alias Ant-Man, den Paul Rudd spielt. Cassie hat heimlich ein Gerät gebaut, das Signale in die Quantenwelt sendet, und zieht damit die ganze Familie in dieses subatomare Reich. Dort treffen sie auf den Eroberer Kang, und Cassie kämpft im eigenen Anzug an der Seite ihres Vaters.

Im April 2026 wurde bestätigt, dass Newton als Cassie in „Avengers: Doomsday“ (2026) zurückkehrt. Der Film soll im Dezember 2026 in die Kinos kommen und vereint zahlreiche Figuren aus dem Marvel-Universum.

Gastrollen und die neue Serie „Durango“

Zwischen den großen Kinorollen nahm Newton auch Gastrollen im Fernsehen an. 2024 spielte sie in einer Episode von Hacks die Figur Bella Donaldson, 2025 war sie in Doctor Odyssey als Hannah zu sehen.

Im Oktober 2026 bestellte Hulu die Serie Durango. Newton spielt darin Bunny, eine zu Hause unterrichtete Ausreißerin, die als Kellnerin in einem einfachen Imbiss arbeitet. Gemeinsam mit dem Einheimischen Mikey, der vor allem für das Skifahren lebt und von Cooper Hoffman gespielt wird, flieht sie vor Polizei, Kriminellen und Mikeys Ehefrau.

Kathryn Newton Privatleben

Ihr Liebesleben hält Newton weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Einmal erzählte sie, dass Emma Roberts sie verkuppeln wollte, sie aber alle Kandidaten ablehnte, weil es ausnahmslos Schauspieler waren. Ihre große Leidenschaft neben der Arbeit bleibt der Golfsport, ihre beste Turnierrunde über 18 Löcher lag bei 69 Schlägen.

Beim Pro-Am der Alfred Dunhill Links Championship in Schottland spielte sie an der Seite des englischen Profis Matt Wallace. Danach erklärte sie trocken, „Schauspielern ist viel einfacher als Golf“, die Profis seien für sie wie Zauberer. Vor die Wahl gestellt zwischen einem Oscar und dem Sieg bei einem Major-Turnier, entschied sie sich ohne Zögern für den Golfpokal.

Darsteller Updates