Juliette Lewis
Juliette Lewis nimmt am 2. März 2026 im „The Lambs Club" in New York, NY, am Pressetag für die bevorstehende Aufführung von „The Rocky Horror Show" am Broadway teil.
© IMAGO/ZUMA Press Wire

Juliette Lewis

Juliette Lewis erhielt mit 18 Jahren für Kap der Angst eine Oscar-Nominierung und spielte später die erwachsene Natalie in Yellowjackets. Mehr als drei Jahrzehnte nach Robert De Niro bekam es in der Serie Cape Fear nun Javier Bardem mit ihr zu tun, was beweist, dass man Max Cady offenbar nie ganz entkommt.

Biografie von Juliette Lewis

Juliette Lewis wurde in Los Angeles geboren und wuchs in einer Schauspielerfamilie auf. Ihr Vater war der 2015 verstorbene Charakterdarsteller Geoffrey Lewis, der vor allem durch zahlreiche Filme an der Seite von Clint Eastwood bekannt wurde, die Eltern trennten sich, als sie zwei Jahre alt war.

Schon als Kind hatte sie einen kleinen Auftritt in Eastwoods „Bronco Billy“ (1980), danach folgten Gastrollen im Fernsehen. Mit 14 Jahren ließ sie sich rechtlich für volljährig erklären, um ohne Einschränkungen arbeiten zu können, und mit 15 verließ sie die Highschool.

Erste Rollen und Durchbruch mit Kap der Angst

Im Fernsehen spielte sie Ende der Achtziger in der Sitcom „I Married Dora“ (1987-1988) und hatte einen Gastauftritt in „Wunderbare Jahre“. Im Kino war sie in „Meine Stiefmutter ist ein Alien“ (1988) zu sehen und spielte die Tochter Audrey in „Schöne Bescherung“ (1989).

Den großen Durchbruch brachte 1991 Martin Scorseses Thriller „Kap der Angst“. Als Danielle Bowden ist sie die Tochter eines Anwalts, deren Familie von dem entlassenen Häftling Max Cady verfolgt wird, gespielt von Robert De Niro.

Besonders eine Szene im Theater der Schule, in der Cady die naive Danielle umgarnt, blieb vielen Zuschauern im Gedächtnis. Mit gerade 18 Jahren erhielt Lewis dafür eine Nominierung für den Oscar als beste Nebendarstellerin sowie eine für den Golden Globe.

Natural Born Killers und die Neunziger

Mitte der Neunziger wurde Lewis zur gefragten Darstellerin für unberechenbare Frauenfiguren. In „Kalifornia“ (1993) reist sie als naive Freundin eines Mörders neben Brad Pitt durchs Land, und in „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“ (1993) spielt sie die junge Becky, die mit ihrer Großmutter in einer Kleinstadt strandet und sich in Johnny Depp verliebt.

Oliver Stone besetzte sie 1994 in „Natural Born Killers“ als Mallory Knox, die gemeinsam mit ihrem Geliebten Mickey eine Spur der Gewalt durch die Vereinigten Staaten zieht. Die Medien machen die beiden Mörder zu Stars, Lewis erhielt für die Rolle einen Preis beim Filmfestival in Venedig.

Es folgten „Strange Days“ (1995) und „The Basketball Diaries“ (1995) neben Leonardo DiCaprio. In Robert Rodriguez' „From Dusk Till Dawn“ (1996) gerät sie als Pfarrerstochter Kate mit ihrer Familie in die Hände zweier Verbrecher und landet in einer Bar voller Vampire.

Komödien, Dramen und Musik

In „The Other Sister“ (1999) spielte sie eine junge Frau mit geistiger Behinderung, die sich gegen ihre überfürsorgliche Mutter durchsetzt. Nach der Jahrtausendwende zeigte sie sich in Komödien wie „Old School“ (2003) und „Starsky & Hutch“ (2004) von ihrer lockeren Seite.

Ihre Rolle in „Betty Anne Waters“ (2010) als unzuverlässige Zeugin aus einer Wohnwagensiedlung brachte ihr den Preis der Filmkritiker von Boston ein. Zudem spielte sie in „Im August in Osage County“ (2013) eine der drei Töchter von Meryl Streep, in „Nerve“ (2016) die Mutter der Hauptfigur und in „Ma“ (2019) die Mutter eines Mädchens, das in die Fänge einer gefährlichen Frau gerät.

Parallel startete Lewis 2003 eine Karriere als Rocksängerin. Mit ihrer Band Juliette and the Licks veröffentlichte sie unter anderem die Alben „You're Speaking My Language“ (2005) und „Four on the Floor“ (2007), danach folgten Soloalben wie „Terra Incognita“ (2009) und die Kurzplatte „Future Deep“ (2016). Auf der Bühne tritt sie meist in grellen Kostümen auf und ist für ihre energiegeladenen Konzerte bekannt.

Serienrollen ab 2012

In der Serie The Firm (2012) nach John Grisham spielte sie die resolute Empfangsdame Tammy Hemphill mit ständig wechselnder Haarfarbe. Sie arbeitet für den Anwalt Mitch McDeere und führt eine stürmische Beziehung mit dessen Bruder Ray.

Als Detective Andrea Cornell ermittelt sie in Secrets & Lies (US) (2015-2016) im Mordfall eines kleinen Jungen und setzt den Hauptverdächtigen gnadenlos unter Druck. In Wayward Pines (2015) spielte sie die Barkeeperin Beverly, die dem Agenten Ethan Burke heimlich hilft, aus der abgeschotteten Kleinstadt zu fliehen.

Es folgten Camping (2018) als chaotische Friedensstifterin Jandice und die wiederkehrende Rolle der Blue in The Conners (2018). In der zweiten Staffel von Sacred Lies (2020) jagt sie als Telefonverkäuferin Amelia Harper in ihrer Freizeit einen Serienmörder, in The Act (2019) und I Know This Much Is True (2020) übernahm sie weitere Nebenrollen.

Natalie in „Yellowjackets“

Von 2021 bis 2023 spielte Lewis in Yellowjackets die erwachsene Natalie, von allen nur Nat genannt. Als Schülerin war sie eine rebellische Außenseiterin, in der Wildnis wurde sie nach dem Flugzeugabsturz zur besten Jägerin der Gruppe.

Ein Vierteljahrhundert später kommt Natalie gerade aus dem Entzug und versucht, den Tod ihrer großen Liebe Travis aufzuklären. Ihre Spur führt zur Kommune von Lottie, wo sie im Finale der zweiten Staffel durch eine Spritze stirbt, die Misty für eine andere vorgesehen hatte.

Über ihre Figur sagte Lewis vor dem Start der zweiten Staffel, sie hoffe, Natalie werde so geschrieben, „wie ich sie mir beim Unterschreiben vorgestellt habe“. Später fügte sie hinzu, zwei Staffeln einer Serie seien für sie genau das richtige Maß, was viele als Hinweis auf ihren Ausstieg deuteten.

Neue Projekte bis 2026

In der Miniserie Welcome to Chippendales (2022) spielte sie Denise Coughlan, die vom Groupie zur rechten Hand des Choreografen Nick De Noia aufsteigt. Für die Rolle erhielt sie eine Nominierung für den Emmy, zudem war sie in Queer as Folk (2022) und in I'm a Virgo (2023) zu sehen.

Im Frühjahr 2026 gab sie ihr Debüt am Broadway und spielte in der Neuauflage der „Rocky Horror Show“ im Studio 54 die Hausangestellte Magenta neben Luke Evans. Das Musical hatte sie nach eigener Aussage mit elf Jahren zum ersten Mal gesehen, noch bevor ihre Karriere begann.

Mehr als drei Jahrzehnte nach Scorseses Film kehrte sie 2026 in die Welt von Cape Fear zurück, diesmal in der gleichnamigen Serie bei Apple TV. In der dritten Episode taucht sie als geheimnisvolle Crystal auf, die Max Cady, nun gespielt von Javier Bardem, verfolgt und ihm eine verstörende Videobotschaft in seinem Haus hinterlässt.

Juliette Lewis Privatleben

Anfang der Neunziger war Lewis rund vier Jahre mit Brad Pitt liiert, den sie bei den Dreharbeiten zu einem Fernsehfilm kennengelernt hatte. Von 1999 bis 2003 war sie mit dem Profiskater Steve Berra verheiratet, die Trennung beschrieb sie als einvernehmlich.

Lewis wuchs in der Scientology-Kirche auf und sagte, deren Entzugsprogramm habe ihr geholfen, von Kokain und Tabletten loszukommen. Inzwischen bezeichnet sie sich eher als spirituellen Menschen denn als Anhängerin der Kirche.

Kurios ist ihre Festnahme im Jahr 1989, als die damals 16-Jährige unerlaubt eine Bar betrat und wegen Alkoholkonsums als Minderjährige angezeigt wurde. Zudem moderierte sie 1996 eine Ausgabe der britischen Musikquizshow „Never Mind the Buzzcocks“, lange bevor sie selbst als Rocksängerin auf der Bühne stand.

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