Ganze fĂŒnf Mal lĂ€sst sich John C. McGinley nicht unterkriegen. So oft muss er fĂŒr die Rolle des Perry Cox' vorsprechen, bevor er endlich die Zusage bekommt, als Mentor den Assistenz-Ărzten in Scrubs die Hölle heiĂ machen zu dĂŒrfen. DafĂŒr sind im Fans auch lange Zeit nach Ende der Comedy dankbar. Doch auch seine Film-Karriere liest sich wie eine MenĂŒkarte im 5-Sterne-Restaurant.
Nicht nur in Scrubs gilt der Schauspieler als knallharter Vorgesetzter bei seinen SchĂŒtzlingen. Auch im realen Leben wirkt McGinley auf den ersten Blick einschĂŒchternd. Das könnte unter anderem daran liegen, dass er eines von fĂŒnf Kindern ist und frĂŒh lernen musste sich gegen andere durchzusetzen.
Seine Eltern, eine Lehrerin und ein Börsenmakler, ziehen ihre Kinder in Millburn, New Jersey groĂ, wo John auch die hiesige Highschool besucht. Es folgt eine Schauspielausbildung an der Syracuse University und spĂ€ter an der New Yorker Tisch School of the Arts.
Wie so viele junge Schauspieler versucht sich McGinley ein Standbein am Theater aufzubauen. In John Patrick Shanleys âDanny and the Deep Blue Seaâ wird er 1984 zur Zweitbesetzung von Schauspielkollege John Turturro. Produzent und Regisseur Oliver Stone wird auf den jungen Mann aufmerksam und engagiert ihn fĂŒr den spĂ€teren Oscar-Gewinner „Platoon“ (1986).
Stone scheint von McGinleys Talent ĂŒberzeugt zu sein und besetzt ihn in weiteren Rollen in „Wall Street“ (1987), „Talk Radio“ (1988), „Geboren am 4. Juli“ (1989), „Nixon“ (1995) und in „An jedem verdammten Sonntag“ (1999). McGinley selbst bezeichnet Stone als seinen Lieblingsregisseur und nur Stones Sohn spielt in mehr Produktion seines Vaters mit als John selbst.
Die Filmkarriere des Schauspielers lĂ€sst sich kurz als Karriere der Nebenrollen bezeichnen. So unterstĂŒtzt er auch in den Neunzigern Brad Pitt, Morgan Freeman und Kevin Spacey in David Finchers Thriller „Sieben“ (1996) und auch in „The Rock“ spielt er an der Seite von Sean Connery und Nicholas Cage einen Marine Captain.
2001 gelingt es ihm dann die Rolle des neurotischen Arztes Dr. Perry Cox nach einigen Versuchen zu ergattern. Mit seiner schroffen Art und seinem „Herz aus Gold“ spielt er sich in kĂŒrzester Zeit in die Herzen der Comedy-Fans. Drei Dinge bleiben in seiner Rolle seiner Improvisation ĂŒberlassen: 1. ĂŒberlegt er sich selbst spontan die MĂ€dchennamen fĂŒr SchĂŒtzling J.D (Zach Braff), da er das auch im realen Leben mit seinen Freunden macht. 2. sein Pfeifen, welches er als „schlechte Angewohnheit“ bezeichnet und 3. das stĂ€ndige an der Nase kratzen, was so viel bedeutet wie „Alles wird gut“.
Es sind insgesamt neun Jahre in denen McGinley bei Scrubs mitwirkt. WĂ€hrend der Zeit spielt er jedoch immer wieder in bekannten Hollywood Produktionen mit. So unter anderem in „IdentitĂ€t“ (2003) an der Seite seines guten Freundes und Golfkollegen John Cusack oder er verleiht seine Stimme dem Super-Schurken Metallo in dem Video âSuperman/Batman: Public Enemiesâ oder in Kim Possible dem Charakter Rudolph White Stripe Farnsworth.
Weitere Serienrollen ergattert der Schauspieler in âWordGirlâ 2008, in Burn Notice (2012) als CIA Trainer Tom Card und als Mr. Mansfield in Ground Floor (2013), welche jedoch nach zwei Staffeln abgesetzt wird.
2016 bekommt McGinley eine weitere Hauptrolle in der Horrorserie Stan Against Evil in der er Stanley Miller spielt, der kĂŒrzlich seinen Job als Polizeisheriff verlor. Der Grund: Ein Wutausbruch zu einem der unpassendsten Momente ĂŒberhaupt - die Beerdigung seiner eigenen Frau. Stanley Miller ist ungeduldig, unfreundlich und hat nicht viel ĂŒbrig fĂŒr andere Menschen: Eine Rolle, die durchaus an die gute alte Zeit erinnert, in der er - gefĂŒhlt im Sekundentakt - einen Wutausbruch auf den Fluren des Sacred Heart Hospitals bekommt.
1997 heiratet McGinley Lauren Lambert. Im selben Jahr kommt Sohn Max auf die Welt. Max hat Down Syndrom was seinen Vater dazu bringt sich fĂŒr die Betroffene einzusetzen. Er ist Mitglied des Gremiums der Global Down Syndrome Foundation und Botschafter der National Down Syndrome Society.
Die Ehe der beiden hĂ€lt bis 2001. Ein Jahr spĂ€ter wird John von iParenting.com zum âVater des Monatsâ gewĂ€hlt. 2006 heiratet er nach zweijĂ€hrigem Dating seine Freundin und Yoga-Lehrerin Nicole Kessler. Gemeinsam haben sie zwei Töchter: Billie Grace (2008) und Kate Aleena (2010) runden die Familie ab.