Für die Rolle eines Heroinsüchtigen in dem Film „Requiem for a Dream“ hat Jared Leto knapp 13 Kilo in einer selbstauferlegten Hungerkur abgenommen, lebte auf der Straße und versagte sich für zwei Monate jeglichen sexuellen Kontakt mit seiner damaligen Verlobten Cameron Diaz. Laut eigener Aussage war diese Vorbereitung ein sadomasochistischer Akt, das härteste, was er je getan habe. Gut, dass er trotzdem noch an dem Film teilgenommen hat, denn das düstere Drama dürfte für viele Fans die Lieblingsfilmkriterien erfüllen. Doch das ist nicht das einzige Projekt, für das Jared Leto mit einer glühenden Fangemeinde belohnt worden ist.
Wo Jared Leto eigentlich aufgewachsen ist, ist schwierig zu sagen. Fest steht, dass er in Louisiana geboren wird und während seiner Kindheit mit seiner Familie - bestehend aus seinem älteren Bruder und seiner Mutter, später auch dem Stiefvater - mehrfach umzieht, unter anderem lebt die Familie auch in Haiti. Seine Mutter gehört der Hippieszene an und lebt mit ihren Söhnen zeitweise in einer Kommune. Sie unterstützt das Interesse ihrer Söhne an Kunst. Jared Leto schreibt sich im Fach Bildende Kunst an Philadelphia's University of the Arts ein, doch schmeißt das Studium, um seinen Traum von der Schauspielerei an der School of Visual Arts in New York City zu verfolgen. Während des Studiums schrieb und spielte er in seinem eigenen Kurzfilm, „Crying Joy“.
1992 zieht der Nachwuchsschauspieler nach Los Angeles mit dem Plan, Regisseur zu werden und nebenbei kleinere Filmrollen anzunehmen. Doch es kommt anders. Nach Gastauftritten in Serien wie „Alle meine Kinder“ gelingt ihm 1994 der Durchbruch mit der Rolle des Jordan Catalano in der Kultserie My So-Called Life. Kurz nach dem Ende der Serie gibt er sein Kinodebüt in dem Film „Ein amerikanischer Quilt“ mit Winona Ryder. Im nächsten Film steht sogar eine Hauptrolle an, doch „The Last of the High Kings“ wird ein Flop. Jared Leto lässt sich davon nicht aufhalten und geht direkt zur nächsten Hauptrolle über, in „Steve Prefontaine“ spielt er die Titelfigur, einen erfolgreichen Leichtathleten, der früh stirbt. Es folgt eine Nebenrolle in dem Film „Switchback - Gnadenlose Flucht“ mit Dennis Quaid, doch auch hier liegt der große Erfolg nicht begraben.
1998 wendet sich sein Glück in beruflicher Hinsicht und das hat zwei gute Gründe: er ergattert eine Hauptrolle in dem Erfolgsfilm „Düstere Legenden“ und gründet seine Band „30 Seconds to Mars“. Der Film verhilft ihm zum Durchbruch und macht ihn endgültig zum Teenidol. Die Band, in der er gemeinsam mit seinem Bruder Shannon Leto spielt, wird ihm auf lange Sicht zum musikalischen Erfolg verhelfen.
Im selben Jahr ist der Schauspieler in dem Kriegsfilm „Der schmale Grat“ zu sehen, der für sieben Oscars nominiert wird. 1999 spielt er an der Seite von Robert Downey Jr. in dem Film „Black and White“ einen Highschoollehrer, im selben Jahr ist er in Nebenrollen in zwei erinnerungswürdigen Filmen zu sehen: in „Fight Club“ spielt er die Figur Angel Face an der Seite von Brad Pitt und Edward Norton, in „Girl, Interrupted“ ist er mit Winona Ryder und Angelina Jolie zu sehen.
Filme, die polarisieren scheinen sein Metier zu sein, denn er zieht weiter zu „American Psycho“, einer Bret Easton Ellis-Verfilmung, in der seine Figur Paul Allen brutal ermordet wird. 2000 folgt eine weitere bemerkenswerte Rolle in dem Drama „Requiem for a Dream“.
Auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere wendet der Schauspieler sich immer seiner Band zu, was ihn nicht davon abhält, in verschiedenen Filmen aufzutreten, darunter „Sunset Strip“ (2000), „Highway“, „Panic Room“ (beide 2002), „Alexander“ (2004), „Lord of War - Händler des Todes“ (2005) und „Lonely Hearts Killers“ (2006). 2007 spielt er den Mörder von John Lennon in dem Film „Chapter 27“ (2007). Während Jared Leto für seine Darbietung viel Lob bekommt, wird der Film zum Flop. Zur gleichen Zeit lehnt er eine Rolle in dem Erfolgsfilm „Flags of Our Fathers“ von Clint Eastwood ab, um mehr Zeit für seine Band zu haben.
2009 ist er in dem Science Fiction-Film „Mr. Nobody“ an der Seite von Diane Kruger zu sehen, 2013 entscheidet er sich für eine Rolle in dem Drama „Dallas Buyers Club“, für den er unter anderen einen Oscar und einen Golden Globe gewinnt.
In den Anfangstagen der Band nutzt Jared Leto seinen Erfolg als Hollywoodschauspieler nicht, um seine musikalische Karriere voranzutreiben. Stattdessen nehmen die Musiker sich die Zeit in Ruhe, an ihrem Debütalbum zu schrauben. Das erste Album der Band, für das Jared Leto den Großteil der Songs schreibt, erscheint im Jahr 2002. Es dauert wiederum drei Jahre bis das zweite Studioalbum, „A Beautiful Lie“, folgt, das sich weltweit mehr als vier Millionen mal verkauft. Im Zuge der Veröffentlichung kommt die Band auch auf Festivals nach Europa. Unter anderem treten sie in Roskilde und Rock am Ring auf.
2006 beginnt Jared Leto eine dritte Karriere, für das Video seiner Band zu dem Song „The Kill“ nimmt er auf dem Regiestuhl Platz und führt seitdem bei dem Großteil der Videos Regie, oft unter dem Pseudonym Bartholomew Cubbins, benannt nach einem Charakter aus den Kinderbüchern des bekannten Autors Dr. Seuss. Für das Video erhält Jared Leto positive Kritiken und zahlreiche Preise, unter anderem einen MTV Video Music Award. Der Schauspieler führte auch bei vielen weiteren Videos der Band Regie, dafür nutzte er unter anderem auch den Tarnnamen Angakok Panipaq.
2012 erforscht Jared Leto die Möglichkeiten Filme zu machen weiter in Richtung Dokumentation, woraus der Film „Artifact“ entsteht, der sich mit dem Rechtsstreit zwischen 30 Seconds to Mars und der Plattenfirma EMI auseinandersetzt. 2014 feiert die Dokumentarserie „Into the Wild“ Premiere, in deren Mittelpunkt die gleichnamige Tour der Band steht.
Neben seinen zahlreichen anderen Tätigkeiten ist Jared Leto auch als Geschäftsmann aktiv. Er gründet 2010 ein Unternehmen, das sich auf die Organisation von Konzerten und Festivals konzentriert. Als Investor tritt der Schauspieler unter anderem für die Fluggesellschaft Surf Air in Erscheinung.
2011 geht der Videostreamingdienst VyRT online, den Jared Leto gegründet hat nachdem er mit seiner Band Probleme hatte wenn sie ihre eigenen Liveauftritte online stellen wollten.
Jared Leto ist vegan und tritt als Unterstützer für Tierrechte auch politisch auf. 2008 stellt er sich auf die Seite von Präsidentschaftskandidat Barack Obama. Außerdem setzt er sich als Aktivist für die gleichgeschlechtliche Ehe ein.
Als wenn sein Kalender damit noch nicht voll genug wäre, ist der Schauspieler auch bei zahlreichen wohltätigen Einrichtungen aktiv. Unter anderem setzt er sich für das Barbara Davis Center for Childhood Diabetes und die Organisation Aid Still Required ein, die für humanitäre Hilfe in Gebieten engagiert, die von Naturkatastrophen erschüttert werden.
Von 2000 bis 2002 war er mit Schauspielerin Cameron Diaz verlobt.