Das Wort „Tausendsassa“ beschreibt wohl kaum einen Schauspieler in Hollywood so gut wie James Franco. Wobei die Schauspielerei auch nur eine von vielen, vielen Beschäftigungen des Multitalents aus Palo Alto, Kalifornien ist. Denn der „Sexiest Man Living 2009“ ist nebenbei auch noch Künstler, Regisseur, Schriftsteller, Model und - ganz nebenbei - Doktorand an der Yale Universität. Auf die Frage, wann er denn mal Zeit zum Ausspannen findet, sagt er: „Niemals. Das ist unmöglich. Ich mag nicht einmal wirklich schlafen. Ich fühle mich, als wäre da noch so viel zu tun.“
Schon früh ist klar, dass der junge James, geboren am 19.04.1978 in Palo Alto, Kalifornien, kein gewöhnlicher Junge ist. Denn während das kleine Mathematikgenie bei Lockheed Martin ein Praktikum absolviert, ist er zugleich auch Teil einer kriminellen Gruppe seiner Highschool und wird mehrfach wegen Trunkenheit, Sachbeschädigung und auch für den Diebstahl von Designer-Parfüms festgenommen, welche er an seiner Schule weiterverkauft.
Nachdem er nach nur einem Jahr sein Studium der Anglistik an der UCLA beendet, arbeitet er daran, Schauspieler zu werden und finanziert sich sein Leben durch die Arbeit bei McDonald's, wodurch er eigenen Angaben zufolge auch vom Vegetarier zum Fleischesser wird.
„Ich habe bei McDonald's im Drive-Through gearbeitet. I konnte immer sofort erkennen ob ein Mädchen interessiert war: Dann würden sie noch einmal herfahren und sagen „Ich hab was vergessen."“
Bereits 1999 landet Franco dann eine Hauptrolle in einer damals relativ unbeachteten Serie, Freaks and Geeks. Die heutige Kultserie bringt bemerkenswert viele spätere Stars hervor, wie etwa Jason Segel (How I Met Your Mother), Linda Cardellini (Emergency Room), Busy Philipps (Cougar Town) und Seth Rogen („Beim ersten Mal“), mit dem ihn noch heute eine tiefe Freundschaft verbindet.
Danach verkörpert er in einem viel beachteten Fernsehfilm die Rolle des James Dean, wofür er sich angewöhnt, bis zu zwei Packungen Zigaretten am Tag zu rauchen. Diese Rolle bringt ihm einen Golden Globe Award, sowie die Nominierung für einen Emmy und einen Screen Actors Guild Award ein. Außerdem beschließt Robert DeNiro ihn aufgrund dieser Darstellung für seinen Film „City by the Sea“ zu casten.
International folgt Francos Durchbruch dann mit seiner Rolle des Harry Osborn in „Spider-Man“ an der Seite von Tobey Maguire. Nach Auftritten in „Spider-Man 2“ und „Spider-Man 3“ widmet sich Franco danach eher kleineren Produktionen. So ist er in einigen Apatow-Produktionen, wie etwa „Ananas Express“ zu sehen.
Im Jahr 2006 beginnt Franco, sich wieder verstärkt für seine universitäre Ausbildung zu interessieren und entwickelt sich seitdem zu einem der wahrscheinlich am besten ausgebildeten Schauspieler Hollywoods. So besitzt er einen Bachelor in Anglistik der UCLA, zwei Masterabschlüsse in Schriftstellerei der Columbia Universität und des Brooklyn College, sowie einen dritten Masterabschluss im Filmschaffen der New York University.
Neben dem Ziel, weitere Abschlüsse zu erhalten, lehrt er außerdem an der New York University und ist Doktorand an der Universität Yale.
2010 spielt Franco die Hauptrolle in Danny Boyles Film „127 Hours“, der auf wahren Begebenheiten beruht und in welchem sich ein junger Bergsteiger vor dem sicheren Tod retten muss, indem er sich selbst den Arm amputiert. Der Film ist bis heute sein kommerziell erfolgreichster Film und seine von Kritikern überschwänglich gelobte Rolle brachte ihm eine Oscarnominierung ein.
Für Serienjunkies interessant ist derweil seine Hauptrolle in 11.22.63 aus dem Jahr 2016, in der er als resignierter Geschichtslehrer zurück in die Zeit reisen muss, um das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Auch die von Bad Robot für Hulu produzierte Serie wurde von der Kritik sehr gut aufgenommen.
„In der Highschool suchte ich nach einem Ventil und bin darüber in die Malerei gestolpert. Ich male tatsächlich schon länger als ich Schauspieler bin. Ein Film ist eine Gemeinschaftsarbeit, bei der Malerei hingegen hast du nur dich selbst.“
Neben seiner Arbeit als Schauspieler und seinen universitären Bemühungen ist Franco außerdem noch als Künstler tätig. So veröffentlichte er einen Band mit Kurzgeschichten, „Palo Alto“, und hatte eine eigene Austellung mit dem Titel „The Dangerous Book Four Boys“ in der „Clocktower Gallery“ in New York.
Um Francos Sexualität wird schon lange heiß diskutiert. Franco ist ausgesprochener Unterstützer der LGBT-Gemeinde, weswegen ihm oft selbst angedichtet wird, er sei schwul. Franco selbst nimmt diese Diskussionen meist gelassen hin und spielt gerne mit den Erwartungen an seine Sexualität.
Francos kleiner Bruder, Dave Franco, ist auch Schauspieler. Er dürfte Serienjunkies zum Beispiel aus seiner Rolle in der letzten Staffel von Scrubs bekannt sein.