Jack Kesy

Jack Kesy spielte in The Strain erst einen Rockstar und dann den Vampirfürsten, in Claws den Drogenhändler Roller und im Kino Hellboy. Für die Hellboy-Rolle nahm er unter der Prothese 15 Pfund ab, das Rauchen des Dämons musste er dagegen nach eigener Aussage nicht lernen.

Biografie von Jack Kesy

Jack Kesy kam in New York City zur Welt, verbrachte seine Kindheit aber zu großen Teilen in Europa. Er wuchs unter anderem in Deutschland auf und lernte so früh das Leben in verschiedenen Ländern kennen. Heute gehört der Amerikaner zu den Schauspielern, die Hollywood gern für harte Männer, Schurken und Figuren am Rand der Gesellschaft besetzt.

Bekannt wurde Kesy vor allem durch Nebenrollen in großen Kinofilmen und durch wiederkehrende Rollen in amerikanischen Kabelserien. Im Jahr 2024 übernahm er mit Hellboy eine Titelrolle, die vor ihm bereits zwei bekannte Kollegen gespielt hatten. In der Serie 12 12 12 steht er nun an der Seite von Anthony Mackie und Jamie Dornan vor der Kamera.

Vom Militär auf die Schauspielschule

Bevor Kesy sich der Schauspielerei zuwandte, diente er bei den United States Marines. Diese Zeit beim Militär prägt bis heute sein Auftreten vor der Kamera, er spielt auffallend oft Soldaten, Kämpfer und Kriminelle. Den Wunsch, Schauspieler zu werden, weckte nach eigener Aussage ein bestimmter Film.

Als Auslöser nennt er Al Pacino in dem Drama „Der Duft der Frauen“. Pacino spielt darin einen blinden und verbitterten Offizier, und diese Darstellung brachte Kesy dazu, den Beruf ernsthaft in Betracht zu ziehen. Für seine Ausbildung ging er nach London und studierte dort an der Guildhall School of Music and Drama.

Die Schule im Zentrum der britischen Hauptstadt gilt als eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Bühne und Film in Europa. Kesy lernte dort das klassische Handwerk, das ihm später in ganz unterschiedlichen Genres zugutekam. Nach dem Abschluss kehrte er in die USA zurück und begann ab 2009 mit kleinen Rollen in Kurzfilmen und unabhängigen Produktionen.

Erste Schritte in New York

Seine ersten Filmauftritte hatte Kesy in kleinen Projekten, die oft in New York entstanden. Im Kurzfilm „Emina“ spielte er 2009 eine Figur namens Zoran, danach folgten Rollen in Filmen wie „Morgan“ und „Grand Street“. Diese frühen Jahre waren von kleinen Budgets und kurzen Drehzeiten geprägt.

Im Jahr 2015 war er in gleich mehreren Filmen zu sehen, darunter „The Throwaways“ und „Intruders“. Die Rollen waren meist klein, doch sie verschafften ihm Erfahrung vor der Kamera und erste Kontakte in der Branche. Der eigentliche Durchbruch kam allerdings nicht im Kino, sondern im Fernsehen.

Der Rockstar aus „The Strain“

Im Jahr 2014 erhielt Kesy eine Hauptrolle in der Horrorserie The Strain, die Guillermo del Toro und Chuck Hogan für den Sender FX entwickelt hatten. Er spielte Gabriel Bolivar, einen exzentrischen Rockstar, der einen rätselhaften Flugzeugabsturz überlebt. Zu der Rolle kam er, indem er selbst ein Vorsprechvideo aufnahm und einschickte.

Danach flog er nach Kalifornien, um del Toro und den leitenden Produzenten Carlton Cuse persönlich zu treffen. Seine Figur beschrieb er als Schockrocker im Stil von Marilyn Manson oder Iggy Pop. Bolivar verwandelt sich im Lauf der ersten Staffel in einen Vampir und wird zum treuen Gefolgsmann eines uralten Wesens, das in der Serie nur der Meister heißt.

In der zweiten Staffel nimmt der Meister schließlich den Körper Bolivars als neue Hülle an. Kesy spielte damit plötzlich den mächtigsten Gegenspieler der Serie und nicht mehr nur einen seiner Diener. Nach den ersten beiden Staffeln als Hauptdarsteller blieb er der Serie in der dritten Staffel noch in einer wiederkehrenden Rolle erhalten.

Gastrollen und „Claws“

Parallel zu The Strain übernahm Kesy Gastrollen in anderen Serien. In Ray Donovan war er 2016 in einer Episode als Butch zu sehen, 2018 spielte er in The Alienist einen Mann namens Henry Wolff. Im Jahr 2020 folgte ein Auftritt in der Polizeiserie Deputy.

Eine größere Rolle fand er in der Serie Claws, die von 2017 an auf dem Sender TNT lief. Dort spielte er drei Staffeln lang Roller Husser, einen einflussreichen Drogenhändler und Neffen des Gangsterbosses Uncle Daddy. Roller ist der Liebhaber von Desna, der Hauptfigur, die Niecy Nash verkörpert.

Die Handlung von Claws dreht sich um ein Nagelstudio in Florida, das in kriminelle Geschäfte verstrickt ist. Der scheinbare Tod von Roller in der ersten Episode setzt einen Konflikt zwischen seiner Familie und dem Salon in Gang. Später stellt sich heraus, dass die Figur überlebt hat, und am Ende der dritten Staffel flieht Roller nach Havanna.

Nebenrollen im großen Kino

Ab 2017 war Kesy regelmäßig in großen Hollywoodproduktionen zu sehen. In der Kinoversion von „Baywatch“ spielte er einen Mann namens Leon, im Kriegsfilm „12 Strong“ verkörperte er den Soldaten Charles Jones. Im Jahr 2018 trat er in „Death Wish“ an der Seite von Bruce Willis als Krimineller mit dem Spitznamen The Fish auf.

Noch im selben Jahr übernahm er im Comicfilm „Deadpool 2“ die Rolle des Black Tom Cassidy. Die Figur ist ein Schurke aus dem Umfeld der Marvel Comics und gehört zu den Gegenspielern des Titelhelden. Diese Rolle machte Kesy einem breiten Kinopublikum bekannt, auch wenn seine Leinwandzeit begrenzt war.

Es folgten weitere Kriegsfilme und Actionfilme. Im Kriegsdrama „The Outpost“ spielte er 2020 einen Sergeant namens Josh Kirk, in „Without Remorse“ nach Tom Clancy übernahm er 2021 eine Rolle als Soldat mit dem Rufnamen Thunder. Im Jahr 2023 trat er im Thriller „Der Killer“ von David Fincher in einer kleinen Rolle als Verkäufer auf.

Hellboy und „Bang“

Im Jahr 2024 erhielt Kesy die Titelrolle in „Hellboy: The Crooked Man“ von Regisseur Brian Taylor. Damit war er nach Ron Perlman und David Harbour der dritte Schauspieler, der den roten Dämonen aus den Comics von Mike Mignola spielte. Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren und schickt Hellboy gemeinsam mit einer jungen Agentin gegen eine dämonische Gestalt in den Kampf.

Für die Rolle trug Kesy aufwendige Prothesen, mit denen er zuvor noch nie gearbeitet hatte. Er erzählte, dass die Maske anfangs sehr eng saß und er während des Drehs in Bulgarien rund 15 Pfund abnahm. Nach eigener Aussage drehte er etwa 80 bis 85 Prozent der Actionszenen selbst.

Der Film erschien mit wenig Werbung und spielte weltweit nur rund zwei Millionen US-Dollar ein. Kesy reagierte gelassen auf den schwachen Start und sagte, er würde die Rolle jederzeit wieder spielen. Im Jahr 2025 folgte der Actionfilm „Bang“ von Regisseur Wych Kaosayananda, in dem er einen Auftragskiller spielt, der nach einer Nahtoderfahrung aussteigen will und sich dabei gegen seinen Boss stellen muss, gespielt von Peter Weller.

Rückkehr zum Fernsehen mit „Task“

Im Jahr 2025 kehrte Kesy in einer Gastrolle ins Fernsehen zurück. In der Krimiserie TASK von Brad Ingelsby für HBO spielte er Billy Prendergast, den Bruder einer der zentralen Figuren. Die Hauptrolle in der Serie übernahm Mark Ruffalo als Ermittler Tom Brandis.

Billy ist der verstorbene Bruder der Figur Robert und der Vater eines jungen Mädchens namens Maeve. Zu Lebzeiten gehörte er einer Motorradbande namens Dark Hearts an. Im selben Jahr war Kesy auch in der Actionkomödie „The Pickup“ in einer Rolle namens Banner zu sehen.

Bobby Galvin in „12 12 12“

Im April 2025 wurde bekannt, dass Kesy eine Hauptrolle in der Serie 12 12 12 übernimmt. Er spielt Bobby Galvin und trägt damit denselben Nachnamen wie der Berufsverbrecher Paul Galvin, den Jamie Dornan verkörpert. Anthony Mackie spielt den in Ungnade gefallenen FBI-Agenten Jack Strickland, der Galvin quer durch Europa jagt.

Im Mittelpunkt der Serie steht ein Raub auf einen Banktresor in Zürich. Die Handlung ist in drei Zeitebenen erzählt, nämlich die zwölf Monate der Planung, die zwölf Stunden des Überfalls und die zwölf Tage danach. Entwickelt wurde die Serie von Dudi Appleton und Jim Keeble, die Regie der ersten Episode führte Kari Skogland.

Produziert wird 12 12 12 von Anonymous Content und Paramount Television Studios für Apple TV. Gedreht wurde unter anderem in Budapest, Sopron und Texas, zum Ensemble gehören Kali Reis, Agathe Rousselle und Sallie Harmsen. Die Serie startet am 13. November 2026.

Jack Kesy Privatleben

Über sein Privatleben spricht Kesy in der Öffentlichkeit kaum, Angaben zu einer Partnerin oder Familie sind nicht bekannt. Einen persönlichen Zug verriet er jedoch im Gespräch über Hellboy. Die Rolle des rauchenden Dämons sei ihm nahe gewesen, weil er selbst leider immer noch Kettenraucher sei.

Ebenso offen erzählte er, dass er vor Hellboy kein großer Kenner der Comics war. Das Wissen über die Figur habe er sich erst während der Arbeit angeeignet, unterstützt von Fans, die ihm über ein Jahr lang Fakten und Bilder zuschickten. Den Druck, einer so beliebten Figur gerecht zu werden, beschrieb er als „ein bisschen kreativen Druck“, den er gern angenommen habe.

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