Henry Cavill
Henry Cavill nimmt an der Weltpremiere von „The Witcher: Staffel 2" im Odeon Luxe Leicester Square in London teil.
© imago images/Matrix

Henry Cavill

Henry Cavill spielte Superman im DC-Filmuniversum und den Hexer Geralt von Riva in The Witcher. Wenn er nicht gerade die Welt rettet, schraubt er an seinem Gaming-PC oder bemalt winzige Warhammer-Figuren, was für einen Mann aus Stahl erstaunlich viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Biografie von Henry Cavill

Henry Cavill wuchs in St. Helier auf der Kanalinsel Jersey als vierter von fünf Söhnen in einer katholischen Familie auf. Er besuchte zunächst die St Michael's Preparatory School auf Jersey und wechselte danach auf das Internat Stowe School in Buckinghamshire. An der Stowe School spielte er in Theaterstücken mit und stand regelmäßig beim Rugby und beim Feldhockey auf dem Platz.

Im Jahr 2000 drehte Russell Crowe den Film „Proof of Life“ (2000) auf dem Gelände der Schule, und der sechzehnjährige Schüler sprach ihn dort an. Crowe gab ihm einige Tipps zur Schauspielerei und schickte ihm später sogar ein Paket, was den Jugendlichen in seinem Berufswunsch bestärkte. Viele Jahre danach standen die beiden gemeinsam vor der Kamera, als Crowe in einem großen Superheldenfilm den Vater seiner Figur spielte.

Erste Rollen und der Durchbruch in „The Tudors“

Sein Filmdebüt gab Henry Cavill im Jahr 2001 mit einer Rolle in dem kleinen europäischen Kinofilm „Laguna“ (2001). Ein Jahr später spielte er in „Der Graf von Monte Christo“ (2002) den jungen Albert Mondego an der Seite von Jim Caviezel und Guy Pearce. Albert ist der Sohn von Mercédès und freundet sich mit dem geheimnisvollen Grafen an, ohne dessen wahre Absichten und Herkunft zu ahnen.

Es folgten Nebenrollen in Filmen wie „I Capture the Castle“ (2003) und „Tristan & Isolde“ (2006), in dem er den jungen Ritter Melot verkörperte. Den Durchbruch brachte ihm die Historienserie The Tudors (2007-2010), in der er in 38 Episoden Charles Brandon, den Herzog von Suffolk, spielte.

Brandon ist der engste Freund von König Heinrich VIII. und ein ehrgeiziger Höfling, der seine Affären ebenso pflegt wie seinen Einfluss am Hof. Im Lauf der vier Staffeln heiratet er die Schwester des Königs, fällt zeitweise in Ungnade und führt später Feldzüge im Auftrag der Krone an. Cavill selbst sagte später, dass ihn die Serie vor allem beim Publikum in den USA deutlich bekannter gemacht habe.

Fantasy und griechische Sagen in „Stardust“ und „Immortals“

Im Fantasyfilm „Stardust“ (2007) nach dem Roman von Neil Gaiman übernahm er die Rolle des eitlen und selbstsicheren jungen Mannes Humphrey. Humphrey wirbt um die schöne Victoria und ist damit der Rivale des jungen Tristan, der für sie einen gefallenen Stern finden will. Zur gleichen Zeit drehte er den Horrorfilm „Blood Creek“ (2009) und spielte in Woody Allens Komödie „Whatever Works“ (2009) einen jungen Verehrer der weiblichen Hauptfigur.

Seine erste große Hauptrolle folgte in „Immortals“ (2011), einem Actionfilm über die griechische Sagenwelt unter der Regie von Tarsem Singh. Er spielt Theseus, einen einfachen Mann aus dem Volk, den der Göttervater Zeus auswählt, um gegen den grausamen König Hyperion zu kämpfen. Hyperion sucht nach einem mächtigen Bogen, mit dem er die Titanen befreien und die Götter des Olymp stürzen will.

Der Mann aus Stahl in „Man of Steel“

Im Januar 2011 gab Warner Bros. bekannt, dass er in „Man of Steel“ (2013) von Regisseur Zack Snyder die Rolle von Superman übernehmen würde. Für ihn war es eine späte Genugtuung, denn schon Jahre zuvor war er für einen nie gedrehten Superman-Film unter Regisseur McG vorgesehen gewesen.

Der Film erzählt die Herkunft von Kal-El, der als Baby vom sterbenden Planeten Krypton auf die Erde geschickt wird und als Clark Kent aufwächst. Als Erwachsener sucht er seinen Platz in der Welt, bis General Zod mit einer Gruppe anderer Kryptonier die gesamte Erde bedroht. Russell Crowe spielte in dem Film seinen leiblichen Vater Jor-El, womit sich der Kreis zu ihrer ersten Begegnung an der Schule schloss.

Vor dieser Rolle war er knapp an anderen Figuren gescheitert, etwa an James Bond, für den er bei „Casino Royale“ (2006) in der Endauswahl stand. Die Rolle bekam damals Daniel Craig, weil die Verantwortlichen den gerade einmal Anfang zwanzig Jahre alten Cavill noch für zu jung hielten.

Superman im DC-Filmuniversum

In „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016) gerät Superman in Konflikt mit Batman, der ihn nach der Zerstörung von Metropolis für eine Gefahr hält. Am Ende verbünden sich die beiden Helden gegen das Monster Doomsday, und Superman opfert im entscheidenden Kampf sein eigenes Leben.

In „Justice League“ (2017) wird er von den anderen Helden wiederbelebt, um gemeinsam mit ihnen gegen den außerirdischen Eroberer Steppenwolf zu kämpfen. Bei den Nachdrehs trug er wegen einer anderen Filmrolle einen Schnurrbart, der danach in vielen Szenen digital entfernt werden musste. Die Fassung des ursprünglichen Regisseurs erschien 2021 als „Zack Snyder's Justice League“ (2021) und zeigt ihn unter anderem im schwarzen Superman-Anzug.

Nach einer langen Pause tauchte er 2022 in einer kurzen Szene nach dem Abspann von „Black Adam“ (2022) überraschend wieder als Superman auf. Kurz darauf verkündete er seine Rückkehr, doch im Dezember 2022 erklärten die neuen DC-Chefs James Gunn und Peter Safran, dass sie ohne ihn planen. Damit endete seine Zeit als Superman, und die Rolle ging für den neuen Film von James Gunn an David Corenswet.

Spione und Detektive in „Codename U.N.C.L.E.“ und „Enola Holmes“

In „Codename U.N.C.L.E.“ (2015) von Guy Ritchie spielt er Napoleon Solo, einen eleganten CIA-Agenten mit einer Vergangenheit als Kunstdieb. Im Jahr 1963 muss er widerwillig mit dem KGB-Agenten Illya Kuryakin zusammenarbeiten, um eine Verbrecherorganisation mit Atomwaffen aufzuhalten.

In „Mission: Impossible - Fallout“ (2018) übernahm er die Rolle des CIA-Agenten August Walker, der Ethan Hunt bei einem gefährlichen Einsatz überwachen soll. Im Verlauf der Handlung stellt sich heraus, dass Walker selbst der gesuchte Terrorist John Lark ist und mehrere Atombomben zünden will.

In „Enola Holmes“ (2020) spielt er Sherlock Holmes, den berühmten älteren Bruder der jungen Titelheldin, die Millie Bobby Brown verkörpert. Während Mycroft die Schwester in ein Internat stecken will, zeigt Sherlock mehr Verständnis und lässt sie bei der Suche nach der Mutter gewähren. In „Enola Holmes 2“ (2022) arbeiten die Geschwister zusammen, weil sich ihre beiden Fälle überschneiden und zu einem gemeinsamen Gegner führen.

Geralt von Riva in „The Witcher“

Von 2019 bis 2023 spielte er in der Netflix-Serie The Witcher (seit 2019) die Hauptrolle des Hexers Geralt of Rivia. Die Serie basiert auf den Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, die Cavill nach eigenen Angaben schon lange vor dem Casting gelesen hatte.

Geralt ist ein durch Mutationen veränderter Monsterjäger, der wortkarg auftritt und sich aus der Politik der Königreiche möglichst heraushalten will. Das Schicksal verbindet ihn mit der Prinzessin Ciri und der Zauberin Yennefer, deren Schutz ihn immer tiefer in Kriege und Intrigen zieht.

Im Oktober 2022 gaben Netflix und Cavill seinen Ausstieg bekannt, sodass die dritte Staffel im Jahr 2023 seine letzte wurde. Ab der vierten Staffel übernahm Liam Hemsworth die Rolle des Hexers, während Cavill sich verstärkt anderen Film- und Serienprojekten zuwandte.

Actionkino mit „Argylle“ und Guy Ritchie

In „Argylle“ (2024) von Matthew Vaughn spielt er den Geheimagenten Aubrey Argylle, die Hauptfigur einer erfolgreichen Reihe von Spionageromanen. Die Autorin Elly Conway gerät in echte Gefahr, als die Handlung ihrer Bücher plötzlich den Plänen eines realen Spionagenetzwerks gleicht.

Im selben Jahr führte ihn „The Ministry of Ungentlemanly Warfare“ (2024) wieder mit Guy Ritchie zusammen, und er spielt darin den britischen Offizier Gus March-Phillipps. Er leitet im Zweiten Weltkrieg eine geheime Einheit, die im Auftrag von Winston Churchill deutsche U-Boote von ihrem Nachschub abschneiden soll. Ein weiteres Mal arbeitete er mit Ritchie für „In the Grey“ (2026) zusammen, in dem er neben Jake Gyllenhaal und Eiza González den Agenten Sid spielt.

Das Team in diesem Film soll Milliarden zurückholen, die ein skrupelloser Machthaber gestohlen hat, und stößt dabei auf eine größere Verschwörung. Einen kurzen Auftritt hatte er in „Deadpool & Wolverine“ (2024) als eine Version von Wolverine, die in den Medien den Spitznamen Cavillrine bekam. Die Szene zeigt, wie Deadpool nacheinander verschiedene Varianten seines Partners aus anderen Welten aufsucht.

Neue Projekte mit „Highlander“ und „Warhammer 40,000“

In der Neuverfilmung „Highlander“ spielt er den unsterblichen schottischen Krieger Connor MacLeod, und Regie führt der frühere Stuntkoordinator Chad Stahelski. Der Dreh verschob sich, weil er sich im Jahr 2025 beim Training verletzte, und begann schließlich im Januar 2026. Russell Crowe spielt seinen Mentor Ramírez, und der Kinostart ist nach aktuellem Stand für das Jahr 2027 vorgesehen.

Ein Herzensprojekt ist die geplante Serie „Warhammer 40,000“ bei Amazon, für die er die Hauptrolle übernimmt und als Executive Producer mitwirkt. Grundlage ist das Science-Fiction-Universum des britischen Herstellers Games Workshop, mit dem Amazon im Dezember 2022 eine Vereinbarung abschloss. Als Showrunner und Autor ist Mike Flanagan an Bord, und im November 2026 befindet sich die Serie weiterhin in der Entwicklung.

Henry Cavill Privatleben

Henry Cavill ist ein begeisterter PC-Spieler und baut seine Gaming-Computer selbst zusammen, wie er im Jahr 2020 in einem Video zeigte. Einer bekannten Anekdote nach verpasste er beinahe den Anruf von Zack Snyder mit dem Superman-Angebot, weil er gerade World of Warcraft spielte.

In seiner Freizeit bemalt er Miniaturen aus dem Warhammer-Universum und spricht in Interviews gerne ausführlich über die Hintergrundgeschichte von Warhammer 40,000. Die Entwickler des Strategiespiels Total War Warhammer II ehrten ihn im Jahr 2020 sogar mit einer Figur namens Cavill, Loremaster of Hoeth.

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