David Blue

David Blue wurde als junger Mathematiker Eli Wallace in Stargate Universe bekannt und spielte später den Bösewicht Rick Twitler in Henry Danger. Fast hätte er die Rolle des Eli abgelehnt, weil er keine Lust hatte, nur der kleine Bruder von Rodney McKay zu sein.

Biografie von David Blue

David Blue stammt aus Long Island im US-Bundesstaat New York und ist der jüngste von drei Brüdern. Seine Kindheit verbrachte er abwechselnd in New York und in Florida, wo er die Countryside High School in Clearwater besuchte.

Schon früh stand für ihn fest, dass er Schauspieler werden wollte, und er sammelte erste Erfahrungen in Schultheaterstücken. Kurz vor Beginn des Studiums warf er seine ursprünglichen Pläne um und schrieb sich für Schauspiel ein.

Ausbildung und Theater

An der University of Central Florida in Orlando schloss Blue gleich zwei Studiengänge ab, einen in Schauspiel und einen in Musiktheater. Er ist damit ausgebildeter Sänger, Tänzer und Darsteller, was ihm später auf der Bühne wie vor der Kamera half.

Nach dem Studium gehörte er zu den acht Auserwählten des Nachwuchsprogramms am Actors Theatre of Louisville. Ein Stipendium der British Academy of Dramatic Arts konnte er wegen erster Engagements nicht sofort antreten.

In Los Angeles wirkte er an der ersten Werkstattfassung des Musicals „Ain't No Mountain High Enough“ am Mark Taper Forum mit, das auf den Liedern von Berry Gordy basiert und von Kenny Leon inszeniert wurde. Bei einer einmaligen Lesung von Howard Ashmans nie aufgeführtem Musical „Dreamstuff“ stand er unter der Regie von Michael Urie gemeinsam mit Fred Willard und Eden Espinosa auf der Bühne.

Erste Rollen im Fernsehen

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte Blue 2002 als Assistenzarzt in einer Episode von Scrubs. Danach hielt er sich mit kleinen Rollen über Wasser, etwa 2006 in Veronica Mars und im selben Jahr in der Disney-Sitcom The Suite Life of Zack and Cody.

Im Jahr 2007 folgten Gastrollen in der Klatschserie Dirt mit Courteney Cox, in der er in einer Episode die Figur Toby spielte, sowie in „The Game“. Im Kino war er in der Sportkomödie „The Comebacks“ (2007) als Partygast zu sehen, seine erste Hauptrolle hatte er in „Winter Follies“ unter der Regie von Darren Lynn Bousman.

Ugly Betty und Moonlight

Größere Aufmerksamkeit brachte ihm die Comedyserie Ugly Betty (2006-2010), in der er zwischen 2007 und 2008 in sieben Episoden als Cliff St. Paul auftrat. Cliff ist Fotograf und wird zum Freund von Marc St. James, dem spitzzüngigen Assistenten der Modechefin Wilhelmina Slater.

Parallel dazu spielte Blue 2008 in fünf Episoden der Vampirserie Moonlight den Computerexperten Logan Griffen. Logan ist selbst ein Vampir und Hacker, der dem Privatdetektiv Mick St. John bei seinen Ermittlungen mit Recherchen am Rechner hilft.

Die Serie wurde nach nur einer Staffel eingestellt. Blue zeigte sich später offen dafür, für einen möglichen Film oder eine zweite Staffel zu Logan zurückzukehren.

Eli Wallace in „Stargate Universe“

Den Durchbruch schaffte Blue 2009 mit der Hauptrolle in Stargate Universe (2009-2011), dem zweiten Ableger von Stargate SG-1. Dort spielte er in allen 40 Episoden Eli Wallace, einen jungen Mathematiker, der das MIT abgebrochen hat und bei seiner Mutter wohnt.

Eli knackt ein Rätsel in einem Videospiel, hinter dem sich ein Test des Militärs verbirgt, und landet so auf der Icarus-Basis. Nach einem Angriff wählt er mit Dr. Nicholas Rush das Tor an und strandet mit der übrigen Besatzung auf dem uralten Raumschiff Destiny, das ihn bald als unverzichtbaren Kopf an Bord erlebt.

Eli versteht die Systeme des Schiffs oft schneller als die Fachleute und wird zum Bindeglied zwischen Soldaten und Wissenschaftlern. Mit den fliegenden Sonden, die er Kinos tauft, filmt er das Leben an Bord, woraus die Internetepisoden „Stargate Universe Kino“ entstanden.

Ein Fan spielt den Fan

Blue kannte alle Episoden von Stargate SG-1 und Stargate Atlantis, bevor er vorsprach. Fast hätte er die Rolle dennoch abgelehnt, weil er fürchtete, nur eine jüngere Kopie des Wissenschaftlers Rodney McKay aus Atlantis zu spielen.

Überzeugt hat ihn schließlich der Plan der Macher, das Franchise mit neuen Figuren und einem raueren Ton weiterzuentwickeln. Die Produzenten ließen ihm Raum für eigene Ideen, und einige seiner Vorschläge flossen tatsächlich in die Figur ein.

Für die Rolle des Überlebenden im All nahm Blue während der Dreharbeiten bewusst ab. Das Verhältnis zwischen Eli und Rush verglich er später mit dem zwischen Mozart und Salieri, also als Duell zwischen zwei sehr unterschiedlichen Begabungen.

Das offene Ende der Destiny

Im Finale „Gauntlet“ schickt Eli die Besatzung für drei Jahre in Stasis, bleibt aber allein wach, weil eine Kapsel defekt ist. Niemand am Set rechnete damit, dass diese Episode das Ende der Serie bilden würde, denn eine dritte Staffel kam nicht mehr zustande.

Kurz vor Drehschluss schlug Blue Produzent Brad Wright eine Idee für die Fortsetzung vor. Die Besatzung erwacht und findet einen völlig veränderten Eli, durchtrainiert, kampferprobt, mit Holzbein, Waffe und vielleicht sogar einem außerirdischen Begleiter.

Sein Fazit zum frühen Aus der Serie fällt versöhnlich aus. Man solle nicht traurig sein, dass sie endete, sondern froh, dass es sie überhaupt gab, sagte er sinngemäß in einem Rückblick.

Henry Danger, Castle und weitere Rollen

Nach dem Ende von Stargate Universe kehrte Blue zu Gastrollen zurück, darunter 2013 in Castle und Rizzoli & Isles. In der Internetserie „EastSiders“ spielte er zwischen 2013 und 2015 wiederkehrend einen Mann namens David, auch in The Guild hatte er einen Auftritt.

Einem jüngeren Publikum wurde er als Bösewicht Rick Twitler bekannt, den er in vier Episoden von „Henry Danger“ (2019-2020) und in fünf Episoden des Ablegers „Danger Force“ (2021-2023) spielte. Im Jahr 2022 war er in einer Episode von NCIS als Charlie Samuels zu sehen.

Im Kino und im Fernsehfilm trat er in ganz unterschiedlichen Genres auf, etwa in „12 Days of Giving“ (2017) als Baxter Billings und in „The Competition“ (2018) als Jacob. Weitere Filme sind „Stan Lee Presents The Concessionaires Must Die!“ (2018), das Shakespeare-Drama „Lear's Shadow“ (2018) und der Horrorfilm „Death Camp“ (2022), in dem er Sheriff Nuno spielt.

Stimme, Podcast und Livestreams

Als Sprecher lieh Blue unter anderem Figuren in „World of Warcraft: Mists of Pandaria“ und im Actionspiel „Sunset Overdrive“ seine Stimme. Im Zeichentrick sprach er in „Breadwinners“ die Figur Nibbles.

In seinem Podcast „Out of the Blue“ spricht er mit Kollegen wie Claudia Black, Robert Picardo, Torri Higginson und Chase Masterson. Dazu streamt er als Partner der Plattform Twitch wöchentlich, leitet dort Partien von „Dungeons & Dragons“ und veranstaltet Wohltätigkeitsaktionen.

Hinter der Kamera schreibt, produziert und inszeniert er regelmäßig eigene Projekte. Zusammen mit Julie McNiven, bekannt aus Supernatural und ebenfalls Teil des Stargate-Ensembles, entwickelt er Pilotfilme für neue Serien.

David Blue Privatleben

Über sein Privatleben spricht Blue kaum, Angaben zu einer Partnerin oder einem Partner hat er nicht öffentlich gemacht. Er bezeichnet sich selbst als Wissenschaftsfan, Nerd und Beinahe-Astronaut, der sich schon immer für Raumfahrt begeistert hat.

Während der zweiten Staffel verliebte er sich in die Drehstadt Vancouver. Mit seinen Kollegen hält er bis heute Kontakt, während der Pandemie telefonierte er etwa jeden Monat mit Ben Browder aus Stargate SG-1.

Mit Elyse Levesque, die Chloe Armstrong spielte, verbindet ihn eine enge Freundschaft. Gefragt, wohin er durch ein Sternentor reisen würde, nannte er den Saturnmond Titan, und sein persönliches Motto lautet sinngemäß, dass er etwas gerade deshalb tun muss, weil es ihm Angst macht.

Mariano Glas
Mariano Glas
Gründer von Serienjunkies.de und Web/App-Entwickler
Dieser Artikel wurde von Mariano Glas veröffentlicht. Mariano Glas hat über 8.523 Artikel seit Freitag, 21. Februar 2003 bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mariano Glas

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