Charlie Murphy

Charlie Murphy gewann vier irische Fernsehpreise, unter anderem für ihre Rollen in Happy Valley und Peaky Blinders. Mit fünf Geschwistern im Rücken hat sie nach eigener Aussage gar keine Chance, wegen ihres Ruhms abzuheben.

Biografie von Charlie Murphy

Charlie Murphy stammt aus Enniscorthy im irischen County Wexford und heißt mit vollem Namen Charlotte Murphy. In Irland wurde sie als Siobhan Delaney im Gangsterdrama „Love/Hate“ zum Star, international kennt man sie aus Happy Valley (2014-2023) und Peaky Blinders (2013-2022). In der Videospielverfilmung Halo (2022-2024) spielt sie Makee, eine junge Frau, die beim feindlichen Bündnis der Außerirdischen aufgewachsen ist.

Für ihre Arbeit im Fernsehen gewann Murphy vier Preise der Irish Film and Television Academy. Zweimal wurde sie für Love/Hate ausgezeichnet, je einmal für Happy Valley und Peaky Blinders. Dazu kommt ein großer Theaterpreis, den sie für ihre Eliza Doolittle am Dubliner Abbey Theatre erhielt.

Kindheit in Wexford und erste Bühnenjahre

Murphy wuchs mit fünf Geschwistern auf, ihre Eltern führen einen Friseursalon. Als sie zwölf Jahre alt war, zog die Familie von Enniscorthy in die Stadt Wexford. Von 2006 bis 2008 besuchte sie die Gaiety School of Acting in Dublin.

Ihre ersten Rollen fand sie auf der Bühne. 2010 spielte sie in Sarah Kanes „4.48 Psychose“ in Cork und die Bianca in einer Freiluftaufführung von „Der Widerspenstigen Zähmung“. Mit der Druid Theatre Company stand sie in Sean O'Caseys „The Silver Tassie“ sogar am Lincoln Center in New York auf der Bühne.

Für die Eliza Doolittle in Shaws „Pygmalion“ am Abbey Theatre erhielt sie den Irish Times Irish Theatre Award als beste Darstellerin. Vor der Kamera begann sie 2009 mit einem Gastauftritt in der Serie „The Clinic“. 2010 folgten drei Episoden des Krimis „Single-Handed“, in dem sie die junge Mairead O'Sullivan spielt.

Durchbruch mit „Love/Hate“

Von 2010 bis 2014 spielte Murphy in allen fünf Staffeln von Love/Hate, dem erfolgreichsten irischen Fernsehdrama seiner Zeit. Siobhan Delaney ist die Schwester des Gangsters Nidge und die Freundin seines Handlangers Tommy. In der dritten Staffel fällt ein betrunkener Anführer einer republikanischen Untergrundgruppe über sie her, was eine Kette tödlicher Ereignisse auslöst.

Als Nidge Tommy später brutal zusammenschlagen lässt, wendet sich Siobhan gegen ihren eigenen Bruder. Sie wird zur heimlichen Informantin der Polizei, stößt ihren Liebhaber Paulie vom Balkon, als er sie enttarnt, und sammelt Beweise gegen Nidge. Im Finale konfrontiert sie ihn mit ihrem Wissen, bevor beide von einem Rivalen niedergeschossen werden.

Für die Rolle erhielt sie 2013 und 2015 jeweils den irischen Fernsehpreis als beste Hauptdarstellerin. An ihrer Seite spielte Aidan Gillen den Gangsterboss John Boy, zum Ensemble gehörten auch Ruth Negga und Robert Sheehan. Die Serie lief später bei Netflix und erschien dort in deutscher Synchronfassung.

Ann Gallagher in „Happy Valley“

In Happy Valley spielt Murphy Ann Gallagher, die Tochter eines wohlhabenden Unternehmers aus Yorkshire. In der ersten Staffel wird Ann von dem frisch entlassenen Tommy Lee Royce entführt, den James Norton spielt. Sie wird in einem Keller festgehalten und missbraucht, bis die Polizistin Catherine Cawood sie befreit.

Catherine wird von Sarah Lancashire gespielt, die in der Serie gegen Royce einen persönlichen Rachefeldzug führt. Ann verarbeitet das Erlebte auf ihre Weise und entscheidet sich für einen Weg, der sie Catherine sehr nahe bringt. In den späteren Staffeln steht sie selbst im Polizeidienst und begegnet ihrer Retterin als Kollegin wieder.

Für Happy Valley gewann Murphy 2017 den irischen Fernsehpreis als beste Nebendarstellerin. Die Serie von Sally Wainwright lief in drei Staffeln zwischen 2014 und 2023 bei der BBC. Für die Darstellerin war es eine Rolle, die sie über fast ein Jahrzehnt begleitete.

Historische Rollen und erste Kinofilme

Von 2013 bis 2014 spielte Murphy in der BBC-Serie The Village (2013-2014) die junge Martha Lane, die in einem Dorf in Derbyshire den Ersten Weltkrieg erlebt. Im Lauf der Serie heiratet Martha in die Gutsbesitzerfamilie Allingham ein und wechselt damit die Seite im strengen Klassengefüge des Dorfes. In Ripper Street (2012-2016) übernahm sie eine Episodenrolle, in Misfits (2009-2013) spielte sie in einer Episode der vierten Staffel die junge Grace.

2015 war sie in drei Episoden von The Last Kingdom (2015-2022) als Iseult zu sehen. Die Schattenkönigin aus Cornwall gilt als Seherin und wird zur Geliebten des Kriegers Uhtred, noch in der ersten Staffel kommt sie ums Leben. 2016 spielte sie die Medizinerin Elizabeth Butler in der Miniserie „Rebellion“ über den Osteraufstand von 1916 und Anne Brontë im Fernsehfilm „To Walk Invisible“.

Im Kino war Murphy 2013 in „Philomena“ neben Judi Dench und Steve Coogan in einer Nebenrolle als Kathleen zu sehen. Der Film erzählt von einer Irin, die Jahrzehnte nach ihrer Zeit in einem Kloster nach ihrem weggegebenen Sohn sucht. 2014 folgten der Nordirland-Thriller „'71“ und der Abenteuerfilm „Northmen: A Viking Saga“, in dem sie eine schottische Prinzessin spielt.

Jessie Eden in „Peaky Blinders“

Von 2017 bis 2019 spielte Murphy in acht Episoden von Peaky Blinders die Gewerkschafterin Jessie Eden. Die Figur beruht auf einer echten Kommunistin, die in den 1920er Jahren in Birmingham für die Rechte von Fabrikarbeiterinnen kämpfte. In der vierten Staffel organisiert Jessie einen Streik in den Fabriken der Shelbys und fordert gleichen Lohn für Frauen.

Tommy Shelby, gespielt von Cillian Murphy, verhandelt mit ihr und beginnt eine Affäre mit der überzeugten Sozialistin. Als Tommy in der fünften Staffel als Abgeordneter im Parlament sitzt, kreuzen sich ihre Wege erneut. Für die Rolle erhielt Murphy 2018 ihren vierten irischen Fernsehpreis.

Im Kino spielte sie 2017 in „The Foreigner“ an der Seite von Jackie Chan und Pierce Brosnan. Als Maggie Dunn gehört sie zu einer Splittergruppe der IRA, die in London Bomben legt. Es folgten „The Corrupted“ (2019), „Dark Lies the Island“ (2019), „The Winter Lake“ (2020) und „Creation Stories“ (2021).

Makee in „Halo“

2021 verriet Murphy, sie spiele in Halo eine Figur, die eigens für die Serie erfunden wurde. Makee sei „eine echte Type und macht sehr viel Spaß“, erzählte sie über die Dreharbeiten in Budapest. Die Kulissen nannte sie überwältigend, und die Produktion habe sich nach der langen Pause durch die Pandemie wie eine zweite Staffel angefühlt.

Makee ist ein Mensch, der als misshandeltes Kind vom Bündnis der Außerirdischen gefunden und als Gesegnete großgezogen wurde. Wie Master Chief Petty Officer John-117 kann sie die uralte Technik der Forerunner aktivieren. In der ersten Staffel schleust sie sich bei den Menschen ein, verliebt sich in John und beginnt, an ihrer Treue zu zweifeln.

Im Finale der ersten Staffel schießt Spartan Kai-125 auf sie, doch in der zweiten Staffel kehrt Makee zurück. Sie stiehlt den Datenkristall mit A.I. Construct Cortana, wendet sich von ihren Anführern ab und sucht den Ring auf eigene Faust. Am Ende verkündet sie, die Galaxie mit dem Halo von allem Leben zu befreien.

Thriller von „Obsession“ bis „Atomic“

2022 spielte Murphy in vier Episoden des Thrillers „Deadline“ und in sechs Episoden der zweiten Staffel von The Capture (seit 2019) die Figur Simone Turner. 2023 übernahm sie die Hauptrolle im Netflix-Drama Obsession (2023). Als Anna Barton beginnt sie eine Affäre mit dem Chirurgen William Farrow, dem Vater ihres Verlobten, gespielt von Richard Armitage.

2025 war sie in der Sky-Serie Atomic (2025) als Laetitia zu sehen, die entfremdete Freundin des Schmugglers Max. Diesen spielt Alfie Allen, mit dem sie im selben Jahr auch für „Safe Harbor“ vor der Kamera stand. Darin verkörpert sie Sloane Walsh aus einer irischen Mafiafamilie, die zwei Computerhacker für Drogengeschäfte im Hafen von Rotterdam anheuert.

Ihren Bruder Farrell spielt Jack Gleeson, als Familienoberhaupt Kieran Walsh ist Colm Meaney zu sehen. Die Serie entstand unter der Leitung von Mark Williams, der zuvor die Serie Ozark (2017-2022) mitentwickelt hatte. Die Serie lief zunächst in den Niederlanden, später in Irland und Großbritannien.

„Joy“ und „Ebenezer“

2024 spielte Murphy im Netflix-Film „Joy“ mit, der von den Anfängen der künstlichen Befruchtung und der Geburt des ersten Retortenbabys erzählt. In einer Nebenrolle als Trisha Johnson ist sie Teil dieser Geschichte über die Pioniere der Kinderwunschmedizin. Das Thema sollte für Murphy bald eine sehr persönliche Bedeutung bekommen.

Auf der Bühne stand sie 2018 in Martin McDonaghs „The Lieutenant of Inishmore“ in London, wofür sie eine Nominierung bei den WhatsOnStage Awards erhielt. Zuvor spielte sie in Enda Walshs „Arlington“ in Galway und New York. Im Herbst 2026 ist sie in Ti Wests „Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte“ (2026) zu sehen.

Die düstere Neufassung von Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte zeigt Johnny Depp als Ebenezer Scrooge. Zur Besetzung gehören Rupert Grint als Bob Cratchit, Daisy Ridley und Ian McKellen als Geist von Jacob Marley. Welche Figur Murphy spielt, wurde vor dem Kinostart im November 2026 noch nicht verraten.

Charlie Murphy Privatleben

Murphy lebt mit dem britischen Theater- und Filmregisseur Sam Yates zusammen, mit dem sie inzwischen verlobt ist. Der Weg zum ersten Kind war lang, denn das Paar durchlief fünf anstrengende Runden künstlicher Befruchtung. Murphy verglich die Behandlung später damit, „im Casino zu sitzen und die Würfel zu werfen“.

Im Juni 2025 kam schließlich das erste gemeinsame Kind zur Welt. Dass sie kurz zuvor ausgerechnet in einem Film über die Anfänge der künstlichen Befruchtung mitgespielt hatte, gehört zu den kleinen Zufällen ihres Lebens. Über die Behandlung und die Rückschläge sprach sie offen in Interviews.

Trotz ihrer Erfolge hebt Murphy nach eigenen Angaben nicht ab, dafür sorgen schon ihre fünf Geschwister. Von den Gangstern in Dublin über die Fabriken in Birmingham bis zu fernen Planeten hat sie in ihrer Laufbahn jedenfalls eine weite Reise hinter sich.

Darsteller Updates