Celia Imrie gewann für die Rolle der Miss Babs im Musical zu Acorn Antiques einen Olivier Award und ist heute in The Diplomat und War zu sehen. Ihre kleinste Kinorolle als Kampfpilotin in Star Wars begeistert die Leute bis heute mehr als jeder Theaterpreis.
Celia Imrie wurde in Guildford in der englischen Grafschaft Surrey geboren und wuchs als viertes von fünf Kindern eines schottischen Radiologen auf. Sie besuchte die Guildford High School und anschließend die Guildford School of Acting in ihrer Heimatstadt.
Ihre ersten Erfahrungen auf der Bühne sammelte sie als Tänzerin im Chor zahlreicher Pantomimen, der traditionellen britischen Weihnachtsstücke. Vor der Kamera stand sie schon früh, 1974 etwa im Horrorfilm „House of Whipcord“ und in zwei Episoden der Dramaserie „Upstairs, Downstairs“.
1975 ging Imrie als Assistentin der Bühnenleitung und als Zweitbesetzung mit der Royal Shakespeare Company auf Welttournee. Glenda Jackson spielte damals unter der Regie von Trevor Nunn die Titelrolle in „Hedda Gabler“, im Ensemble stand auch der junge Patrick Stewart.
In den Spielzeiten 1979, 1981 und 1983 gehörte sie zum Ensemble des Citizens Theatre in Glasgow. 1991 stand sie mit Judi Dench in „The Sea“ am National Theatre auf der Bühne und erhielt dafür den Clarence Derwent Award als beste Nebendarstellerin.
1995 spielte sie in Chichester an der Seite von Harold Pinter in dessen Stück „The Hothouse“, das später ins Londoner West End wechselte. Für die Komödie „Noises Off“ am Old Vic wurde sie 2012 für einen Olivier Award nominiert. Vier Jahre später traf sie dort nach 41 Jahren wieder auf Glenda Jackson und spielte Goneril in „King Lear“.
In den 1980er Jahren begann ihre enge Zusammenarbeit mit der Komikerin und Autorin Victoria Wood. In der Sketchreihe „Victoria Wood: As Seen on TV“ (1985-1987) spielte Imrie verschiedene Figuren, am bekanntesten wurde Miss Babs aus „Acorn Antiques“, einer Parodie auf billig produzierte Seifenopern mit wackelnden Kulissen und verpatzten Einsätzen.
1994 standen beide für den Fernsehfilm „Pat and Margaret“ gemeinsam vor der Kamera. In der Sitcom „dinnerladies“ (1998-2000) über das Personal einer Betriebskantine spielte Imrie die Personalleiterin Philippa, die regelmäßig in der Küche auftaucht.
Als Wood die alten Sketche 2005 als „Acorn Antiques: The Musical!“ auf die Bühne brachte, übernahm Imrie wieder die Rolle der Miss Babs. Dafür gewann sie den Laurence Olivier Award als beste Nebendarstellerin in einem Musical.
Neben der Komödie war Imrie über Jahrzehnte in britischen Dramen und Krimiserien zu sehen. Sie spielte Miss Jewsbury in „Oranges Are Not the Only Fruit“ (1990), Lady Gertrude in „Gormenghast“ (2000) und übernahm Gastrollen in Inspector Barnaby (2001) und Doc Martin (2004).
In Absolutely Fabulous trat sie in zwei Episoden als Claudia Bing auf, eine Rolle, die sie 2016 im Kinofilm „Absolutely Fabulous: The Movie“ wiederholte. In der Sitcom „After You've Gone“ (2007-2008) spielte sie an der Seite von Nicholas Lyndhurst in 25 Episoden die Hauptrolle der Diana.
Im Drama „Kingdom“ (2007-2009) mit Stephen Fry war sie in 18 Episoden als Gloria Millington zu sehen. Ihr Sohn Angus spielte dort auch vor der Kamera ihren Sohn. 2012 folgten vier Episoden der Miniserie „Titanic“ als Passagierin Grace Rushton.
In Doctor Who spielte sie 2013 in der Episode „The Bells of Saint John“ die Schurkin Miss Kizlet. Die kühle Geschäftsfrau sammelt im Auftrag einer fremden Macht über das WLAN den Verstand ahnungsloser Londoner ein.
2015 war sie in einer Episode von Vicious an der Seite von Ian McKellen und Derek Jacobi zu sehen. Im Mai 2016 gab sie in Legends of Tomorrow als Mary Xavier ihr Debüt im amerikanischen Fernsehen.
2018 trat sie in zwei Episoden von Patrick Melrose als Kettle auf. In der dritten Staffel von Keeping Faith (2020) gehörte sie als Rose Fairchild zur Hauptbesetzung der walisischen Dramaserie.
Ab September 2016 spielte Imrie in Better Things (2016-2022) Phyllis Darby, genannt Phil, die britische Mutter von Sam. Hauptdarstellerin und Mitschöpferin Pamela Adlon spielt Sam, eine alleinerziehende Schauspielerin mit drei Töchtern, deren Mutter direkt nebenan wohnt.
Phil ist scharfsinnig, oft gemein zu ihrer Tochter und zugleich zunehmend verwirrt. In der Episode „Phil“ der zweiten Staffel arbeitet sie ehrenamtlich als Museumsführerin und wird dabei erwischt, wie sie einen ägyptischen Ring aus der Sammlung einstecken will.
Kurz darauf tritt sie auf einem Parkplatz absichtlich in ein Loch und landet im Krankenhaus, worauf Sam über ein Seniorenheim nachdenkt. Imrie erzählte, dass sie und Adlon am Set ziemlich frech miteinander umgehen und Adlon sie sofort bremst, wenn sie zu sehr nach Theater klingt. In fünf Staffeln kam sie auf rund 50 Episoden.
Seit 2023 spielt sie in The Diplomat die frühere Wahlkampfmanagerin Margaret Roylin, von Vertrauten Meg genannt. Die charmante und skrupellose Konservative hat Premierminister Nicol an die Parteispitze gebracht und berät ihn weiterhin, wenn es eng wird.
Botschafterin Kate, gespielt von Keri Russell, kommt dieser Verbindung auf die Spur und stellt Roylin zur Rede. Roylin erklärt ihr, dass Trowbridge vor dem Referendum über die schottische Unabhängigkeit dringend eine Demonstration der Stärke braucht.
In der zweiten Staffel rückt Roylin ins Zentrum der Ermittlungen um den Angriff auf den britischen Flugzeugträger HMS Courageous. Damit wird die Nebenfigur zu einer Schlüsselrolle der Netflix-Serie.
2025 nahm Imrie an der ersten Staffel von „The Celebrity Traitors“ bei BBC One teil und spielte als Getreue bis zur achten Episode mit. Ein nervöses Geräusch in einer verschlossenen Holzhütte wurde in britischen Medien zum Fernsehmoment des Jahres erklärt.
In der Sky-Serie War von George Kay spielt sie 2026 die freie Barristerin Joy Budge, die alle nur Budgie nennen. Sie berät die junge Kanzlei Taylor & Byrne von Serena Byrne und Nicholas Taylor, als der Filmstar Carla Duval dort ihre Scheidung von einem Milliardär in Auftrag gibt.
Budgies Auftritt in der ersten Episode musste neu gedreht werden, weil alle, die die Szene sahen, sie für die Chefin der Kanzlei hielten. Die Dreharbeiten fielen mitten in die Ausstrahlung der Celebrity Traitors, doch Kollegen bekamen von ihr keinen einzigen Hinweis auf den Ausgang.
Gleich danach folgte die neue Serie „Tomb Raider“ von Phoebe Waller-Bridge für Prime Video mit Sophie Turner als Lara Croft. Imrie spielt Francine, die für Spenden zuständige Direktorin des British Museum, die sich vor allem um Geld und gefüllte Gläser kümmert.
Im Kino begann ihre Laufbahn mit kleinen Rollen, etwa 1986 in „Highlander“ und 1994 in „Mary Shelley's Frankenstein“. In „The Borrowers“ (1997) spielte sie Homily Clock, in „Hilary and Jackie“ (1998) die Mutter der Cellistin Jacqueline du Pré.
1999 saß sie in „Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung“ als Pilotin Bravo 5 im Cockpit eines Raumjägers von Naboo. Die winzige Rolle ist bis heute eine ihrer liebsten Anekdoten, weil Zuhörer regelmäßig begeistert reagieren, wenn sie davon erzählt.
Ab 2001 war sie in „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“ als Una Alconbury zu sehen, die Freundin von Bridgets Mutter, die bei jedem Familienfest nach Bridgets Liebesleben fragt. Die Rolle spielte sie in allen vier Filmen, zuletzt 2025 in „Bridget Jones - Verrückt nach ihm“.
Es folgten „Calendar Girls“ (2003), „Nanny McPhee“ (2005) als Mrs. Quickly und „St. Trinian's“ (2007) als Schulschwester. In „Best Exotic Marigold Hotel“ (2011) und der Fortsetzung von 2015 spielte sie Madge Hardcastle, eine Rentnerin, die in Indien nach einem wohlhabenden Mann sucht.
In „Mamma Mia! Here We Go Again“ (2018) übernahm sie die Rolle der Vizekanzlerin bei der Abschlussfeier der jungen Donna. 2025 spielte sie in „Der Donnerstagsmordclub“ die frühere Krankenschwester Joyce Meadowcroft, die in einer Seniorenresidenz mit drei Freunden Mordfälle aufklärt.
Imrie lebt in London und im südfranzösischen Nizza. Mit dem 2017 verstorbenen Schauspieler Benjamin Whitrow hat sie den Sohn Angus Imrie, der ebenfalls als Schauspieler arbeitet.
Seit 2011 schreibt sie Bücher, zunächst die Erinnerungen „The Happy Hoofer“. Ihr erster Roman „Not Quite Nice“ stand 2015 sechs Wochen in den Bestsellerlisten der Sunday Times, es folgten unter anderem „Sail Away“ und „Meet Me at Rainbow Corner“.
2023 wurde sie für ihre Verdienste um das Schauspiel zum Commander des Order of the British Empire ernannt. In der BBC-Reihe „Who Do You Think You Are?“ über die Familiengeschichte bekannter Briten erfuhr sie, dass ein Vorfahre 1683 wegen Verschwörung gegen König Karl II. hingerichtet wurde.
Ein Ururgroßonkel namens William Imrie gehörte zu den Gründern der White Star Line, der Reederei der Titanic. Mit dem Song „When I Kissed the Teacher“ aus Mamma Mia landete sie gemeinsam mit Lily James 2018 auf Platz 40 der britischen Charts, ihr erster Hit in den Top 40.