Byeong-cheol Kim

Byeong-cheol Kim wurde als ehrgeiziger Professor Cha Min-hyuk in Sky Castle zum Star und löste später als Lehrer Lee Byeong-chan in All of Us Are Dead einen Zombieausbruch aus. Ausgerechnet der Mann, der auf dem Bildschirm am liebsten fremdgehende Ehemänner und strenge Väter spielt, findet nach eigener Aussage nichts schwieriger als genau diese Rollen, weil er selbst nicht verheiratet ist.

Biografie von Byeong-cheol Kim

Byeong-cheol Kim, in Südkorea meist als Kim Byung-chul geführt, gehört zu jenen Charakterdarstellern, die viele Jahre in kleinen Rollen arbeiteten, bevor ihnen das Fernsehen den Durchbruch brachte. Der Schauspieler stammt aus Andong in der Provinz Nord-Gyeongsang. International kennt man ihn vor allem als Lehrer Lee Byeong-chan aus der Netflix-Serie All of Us Are Dead (2022), der einen Zombieausbruch an seiner eigenen Schule auslöst.

In seiner Heimat wurde er zuvor als verbissener Professor Cha Min-hyuk in „Sky Castle“ (2018-2019) bekannt, eine Rolle, die ihm einen der wichtigsten Fernsehpreise Koreas einbrachte. Mit Auftritten in „Descendants of the Sun“, „Goblin“ und Doctor Cha hat er sich auf zwiespältige Männer spezialisiert, über die das Publikum gleichzeitig den Kopf schüttelt und lacht.

Vom Theater zum Kino

Sein Interesse an der Schauspielerei entdeckte Kim Byung-chul nach eigener Aussage erst in der dritten Klasse der Oberschule. Er studierte anschließend Theater an der Chung-Ang-Universität in Seoul, die zu den bekanntesten Ausbildungsstätten für Schauspieler im Land zählt. In seinen ersten Berufsjahren unterrichtete er nebenbei Schauspiel als Wahlfach für Grundschüler.

Sein Debüt gab er 2001 auf einer Theaterbühne, zwei Jahre später folgte mit „Once Upon a Time in a Battlefield“ (2003) der erste Kinofilm, in dem er einen Spion spielte. Im Horrorfilm „R-Point“ (2004) verkörperte er Korporal Joh Byung-hoon, einen von mehreren koreanischen Soldaten, die im Vietnamkrieg nach einer verschollenen Einheit suchen.

In den folgenden Jahren sammelte er Erfahrung in zahlreichen Nebenrollen, etwa als Schiedsrichter in „Bunt“ (2007) oder als Beamter im historischen Drama „Hwang Jin Yi“ (2007). Im Militärhorror „The Guard Post“ (2008) spielte er Sergeant Yoon, in „Quick“ (2011) einen Polizisten namens Park und in „Miss Conspirator“ (2012) eine Figur mit dem wenig schmeichelhaften Spitznamen Giftfrosch.

Der Durchbruch im Jahr 2016

Im Fernsehen trat er zunächst nur sporadisch auf, etwa 2010 als Park Joong-goo in „The Scarlet Letter“ und 2014 als Vorgesetzter in „Modern Farmer“. 2015 folgten Gastauftritte in „Missing Noir M“ und „Cheo Yong 2“, jeweils in einer einzelnen Episode. Den Wendepunkt brachte dann das Jahr 2016, in dem er gleich in mehreren erfolgreichen Serien zu sehen war.

In „Descendants of the Sun“ (2016), einer Serie über einen Hauptmann einer Spezialeinheit und eine Chirurgin, die sich im fiktiven Krisengebiet Uruk wiederbegegnen, spielte er den Offizier Park Byung-soo. Parallel war er als Min Jong-bum in sechs Episoden von „Mrs. Cop 2“ zu sehen, verkörperte Lee Kyung-kook in „Shopaholic Louis“ und hatte einen Gastauftritt als Lehrer des Kronprinzen in „Love in the Moonlight“. In der Netflix-Produktion „Dramaworld“ spielte er eine Figur, die seinen eigenen Namen trägt.

Im Fantasydrama „Goblin“ (2016-2017) übernahm er die Rolle des Eunuchen Park Joong-heon, der einst einen jungen König gegen den General Kim Shin aufhetzte. Als Geist verfolgt die Figur den unsterblichen Kobold über Jahrhunderte hinweg, bis es in der Gegenwart zur letzten Konfrontation kommt. Für diese Rolle erhielt er 2017 bei den Korea Drama Awards einen Preis als beliebteste Figur.

Von „Tunnel“ bis „Mr. Sunshine“

2017 ermittelte er als Detective Kwak Tae-hee im Zeitreise-Krimi „Tunnel“ und spielte Kim Woo-jae in der historischen Serie „The Emperor: Owner of the Mask“. Ein Jahr später gehörte er als Il-shik zum Ensemble von Mr. Sunshine (2018), einem Drama über einen in Korea geborenen Offizier der US-Marine, der Anfang des 20. Jahrhunderts in seine alte Heimat zurückkehrt.

Auch im Kino blieb er präsent. In der Komödie „Wonderful Nightmare“ (2015) spielte er Jin-man, in „Musudan“ (2016) einen Offizier und im Thriller „The Discloser“ (2018) einen Manager namens Hwang. Es folgten „Stand by Me“ (2018), „The Backstreet Noir“ (2018) als Bae Chang-do und „Best Friend“ (2020) als Dong-shik.

Professor Cha Min-hyuk in „Sky Castle“

Seine bekannteste Rolle spielte er in „Sky Castle“ (2018-2019), einer Satire über wohlhabende Familien in einer abgeschotteten Luxussiedlung, die ihre Kinder um jeden Preis an die besten Universitäten bringen wollen. Kim Byung-chul verkörperte den Juraprofessor Cha Min-hyuk, der seine Söhne mit einem strengen Lernplan und seiner Theorie von der gesellschaftlichen Pyramide unter Druck setzt. An seiner Seite spielte Yoon Se-ah seine Ehefrau Noh Seung-hye, die seine Methoden zunehmend in Frage stellt.

Für die Rolle erhielt er 2019 bei den Baeksang Arts Awards den Preis als bester Nebendarsteller im Fernsehen. Kurz darauf übernahm er in „Doctor Prisoner“ (2019) seine erste Hauptrolle als Sun Min-sik, der ärztliche Leiter eines Gefängnisses in Seoul. Die Figur wird zum Gegenspieler des Arztes Na Yi-je, gespielt von Namgoong Min, und brachte ihm bei den KBS Drama Awards 2019 eine weitere Auszeichnung ein.

Wichtig war ihm dabei der Unterschied zur vorherigen Rolle. Cha Min-hyuk erkennt seine eigene Gewalttätigkeit nicht, während Sun Min-sik genau weiß, dass er das Gesetz bricht. Noch im selben Jahr spielte er in den zwölf Episoden von „Pegasus Market“ den Filialleiter Jung Bok-dong, der einen kriselnden Supermarkt übernimmt.

Ein Schurke aus der Zukunft und ein Virus

In der Science-Fiction-Serie Sisyphus: The Myth (2021) spielte er Seo Won-ju, der unter dem Namen Sigma als Hauptgegner auftritt. Die Figur reist aus einer zerstörten Zukunft in die Gegenwart und wird dort zum gefährlichsten Gegenspieler des genialen Ingenieurs Han Tae-sul.

In All of Us Are Dead verkörperte er den Lehrer für Naturwissenschaften Lee Byeong-chan an der Hyosan High School. Der promovierte Zellbiologe will seinen gemobbten Sohn stärker machen und entwickelt dafür den Jonas-Virus, der dem Jungen jedoch jede Menschlichkeit nimmt. Nach seiner Verhaftung gesteht er dem Kriminalbeamten Song Jae-ik die Herkunft des Virus und opfert sich schließlich, als Infizierte die Polizeiwache überrennen.

Doctor Cha und neue Projekte

In Doctor Cha (2023) spielte er den Chirurgen Seo In-ho, dessen Ehefrau Cha Jeong-suk nach zwanzig Jahren als Hausfrau ihre Facharztausbildung im selben Krankenhaus wieder aufnimmt. Seo In-ho führt seit Jahren eine Affäre mit der Ärztin Choi Seung-hee und verheimlicht ein gemeinsames Kind. Kim Byung-chul sah in der Figur zwar einen Schurken, wollte ihn aber als lebendigen Menschen mit guten Seiten zeigen und milderte ihn daher mit viel Komik ab.

2024 übernahm er in „Perfect Family“ die Rolle des Anwalts Choi Jin-hyuk, der für seine Adoptivtochter einst den Posten als Staatsanwalt aufgab. Die scheinbar perfekte Familie gerät ins Wanken, als die Tochter in einen Mordfall verwickelt wird und sich die Familienmitglieder gegenseitig verdächtigen. Dabei stand er erneut mit Yoon Se-ah vor der Kamera, mit der er schon in Sky Castle ein Ehepaar gespielt hatte.

Ende 2025 folgte die Netflix-Superheldenserie „Cashero“ mit acht Episoden. Darin spielt er den Anwalt Byeon Ho-in, dessen Superkraft nur wirkt, wenn er Alkohol trinkt, und der sich selbst zum Chef einer Organisation von Menschen mit besonderen Fähigkeiten ernannt hat. An seiner Seite kämpft der Beamte Kang Sang-woong, dessen Kräfte davon abhängen, wie viel Bargeld er bei sich trägt.

Byeong-cheol Kim Privatleben

Über sein Privatleben spricht Kim Byung-chul nur selten. Zum Ende von Doctor Cha im Jahr 2023 war er nach eigenen Angaben nicht verheiratet und erzählte, dass es für ihn als unverheirateten Mann ziemlich schwierig sei, überzeugend Ehemänner und Väter zu spielen.

Die koreanische Presse verpasste ihm einen liebevollen Spitznamen und nennt ihn Quotenfee, weil zahlreiche Serien mit ihm von Descendants of the Sun bis Doctor Cha hohe Einschaltquoten erzielten. Sich selbst beschreibt er dagegen als Mann mittleren Alters, der nicht besonders hervorsticht. 2020 stand er dennoch im Rampenlicht und trat als Präsentator bei den 56. Baeksang Arts Awards auf.

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