Aryan Simhadri spielt seit 2023 den Satyr Grover in Percy Jackson and the Olympians und stand davor schon als Kind in Gastrollen, Sprechrollen und Filmen wie The Main Event vor der Kamera. Für den Ziegengang seiner Rolle musste er auf den Fußballen laufen, also genau so, wie er es als Kleinkind tat, bis seine Eltern es ihm mühsam abgewöhnt hatten.
Aryan Simhadri kam in Ventura in Kalifornien zur Welt und wuchs in einer Familie mit Telugu-Wurzeln auf. Seine Eltern waren aus dem indischen Bundesstaat Telangana in die USA eingewandert. Zu Hause ist er heute in Irvine, südöstlich von Los Angeles. Dort sprach ihn mit vier Jahren ein Talentsucher an, und aus dem Spaß am Vorspielen wurde erstaunlich schnell ein Beruf.
Seine Mutter gab ihre eigene Arbeit auf, um seine Karriere zu organisieren, und fuhr ihn jahrelang zu Kursen, Vorsprechen und Dreharbeiten nach Los Angeles. In der Familie heißt es deshalb scherzhaft, er habe die eine Hälfte seines Lebens in Los Angeles und die andere im Auto verbracht. Für kurze Vorsprechen ließ er manchen Kindergeburtstag und manchen Schulausflug sausen, bereut hat er das nach eigener Aussage nie.
Als er begriff, wie viel seine Eltern für ihn aufgaben, nahm er die Schauspielerei nach eigenen Worten richtig ernst. Unterrichtet wird Simhadri zu Hause, an den Drehorten lernt er zwischen den Szenen für die Schule.
Seine erste Fernsehrolle hatte er 2013 als namenloser Junge in der Comedy „How to Live with Your Parents (for the Rest of Your Life)“. 2016 folgten kleine Auftritte in der Krimiparodie Angie Tribeca, in der er einen Jungen mit Megafon spielte, und als Henry in der Disney-Serie „Gamer's Guide to Pretty Much Everything“. In der Comedy Teachers (2016) war er 2017 und 2018 in zwei Episoden als Danny zu sehen.
2018 spielte er einen Jungen in der Militärserie SEAL Team, ein Jahr später kamen Gastrollen als Orrin in The Unicorn und als junger Garrett in der Comedy Sunnyside hinzu. Beim Disney Channel übernahm er von 2019 bis 2020 in fünf Episoden von „Just Roll with It“ die Rolle des Norvin Schnuckle. 2020 trat er zudem als Farhan in Will & Grace auf.
Parallel arbeitete Simhadri schon früh als Sprecher. In der Zeichentrickserie „Clarence“ lieh er zwischen 2016 und 2018 in zwei Episoden der Figur Jimmy Chakravorthy seine Stimme, 2018 sprach er Kabir in „Fancy Nancy“. In „Mira, Royal Detective“ war er 2020 in neun Episoden als Dhruv Sharma zu hören, die Serie spielt in einem erfundenen indischen Königreich.
2021 übernahm er in „Adventure Time: Distant Lands“ die Sprechrolle von Tiffany, die zuvor Collin Dean gesprochen hatte. 2022 sprach er Sameer in „The Casagrandes“, einem Ableger von „The Loud House“. Im Kino war er 2020 in „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run“ in kleineren Sprechrollen zu hören.
Seine erste größere Filmrolle spielte er in „The Main Event“ (2020), einer Familienkomödie, die am 10. April 2020 bei Netflix erschien und in Zusammenarbeit mit der Ringerliga WWE entstand. Im Mittelpunkt steht der elfjährige Leo, gespielt von Seth Carr, der eine magische Maske findet und damit an einem Turnier für Nachwuchsringer teilnimmt. Simhadri übernahm die Rolle des Riyaz und erhielt dafür 2021 einen Preis der Young Artist Academy als bester jugendlicher Darsteller in einem Streamingfilm.
Im Disney-Channel-Film „Spin“ (2021) spielte er Rohan Kumar, den jüngeren Bruder der Hauptfigur Rhea. Sie hilft nach dem Tod ihrer Mutter im indischen Restaurant der Familie aus und entdeckt dabei ihre Liebe zum Auflegen von Musik. Rhea wird von Avantika Vandanapu gespielt, über die Simhadri sagt, die beiden seien „zusammen aufgewachsen“. Regie führte Manjari Makijany, der Film lief am 13. August 2021 erstmals im amerikanischen Fernsehen.
2021 stand er abseits des Broadway in „Trevor: The Musical“ auf der Bühne, inszeniert von Marc Bruni an der Stage 42 in New York. Das Musical spielt im Jahr 1981 und erzählt von dem 13-jährigen Trevor, der Diana Ross und das Musiktheater liebt und langsam seine Gefühle für einen Mitschüler entdeckt. Simhadri spielte Walter, Trevors besten Freund, der ihm mit seiner Art gern auf die Nerven geht. Eine Aufzeichnung der Aufführung erschien im Juni 2022 bei Disney+.
Im selben Jahr spielte er in der Neuverfilmung „Cheaper by the Dozen“ (2022) den Sohn Haresh Baker. Der Film geht auf den Roman von Frank Bunker Gilbreth Jr. und Ernestine Gilbreth Carey zurück, verlegt die Handlung aber in eine Patchworkfamilie mit zehn Kindern. Als Eltern Paul und Zoe Baker stehen Zach Braff und Gabrielle Union im Mittelpunkt. Sowohl für den Film als auch für das Musical wurde Simhadri 2023 bei der Young Artist Academy nominiert.
Im Mai 2022 wurde bekannt, dass Simhadri in der Serie Percy Jackson and the Olympians den Satyr Grover spielen würde. An seiner Seite stehen Walker Scobell als Percy und Leah Sava Jeffries als Annabeth. Die Romane von Rick Riordan hatte er als Kind verschlungen, und Grover war schon damals seine Lieblingsfigur.
Ein Freund schickte ihm den Aufruf zum Vorsprechen, und Simhadri bewarb sich eher zur Übung, weil er sich keine Chancen ausrechnete. Nach mehreren Runden bekam er die Rolle trotzdem, seine erste feste Hauptrolle in einer Serie. Seine Eltern hatten ihn zuvor gern damit aufgezogen, sie seien erst beeindruckt, wenn er eine feste Serienrolle habe. Dass die Produzenten auf ihn setzten, rechnet er ihnen hoch an, denn ein kleiner indischer Junge entspreche nicht dem üblichen Bild eines Hauptdarstellers.
Die erste Staffel startete im Dezember 2023 und folgt dem Roman „Diebe im Olymp“. Grover sieht darin aus wie ein Zwölfjähriger, ist aber 24 Jahre alt, woran ihn sein Schauspiellehrer immer wieder erinnerte. Er sollte nicht in die Haltung eines verängstigten Kindes verfallen, was ihm besonders in der fünften Episode schwerfiel. Dort steht Grover dem Kriegsgott Ares gegenüber, gespielt von dem früheren Ringer Adam Copeland. Mit der Serie drehte Simhadri zudem zum ersten Mal Stunts und Szenen mit Computereffekten.
Für den typischen Gang des Satyrs musste er auf den Fußballen laufen. Genau so war er mit vier oder fünf Jahren ständig unterwegs, bis seine Eltern ihn immer wieder baten, die Fersen auf den Boden zu setzen. Er hatte das längst vergessen und spricht deshalb von einem Kreis, der sich mit der Rolle schließt. Den Göttervater Zeus spielte in dieser Staffel Lance Reddick†, der im März 2023 starb.
Die zweite Staffel startete am 10. Dezember 2025 und basiert auf dem Roman „Im Bann des Zyklopen“. Riordan und die Macher der Serie kündigten Simhadri früh an, dass Grover mehr Raum bekommen solle als in der Vorlage. Die Figur gerät in die Gewalt des Zyklopen Polyphem und verbringt viele Szenen allein in dessen Höhle, getrennt von den anderen Halbgöttern.
Simhadri hält die Erweiterung für richtig, weil Grover dadurch vielschichtiger werde. Er beschreibt ihn als einfühlsamen Freund, der gern die Last anderer trägt, etwa die Schuldgefühle von Luke Castellan. Er sei stolz, Grover zu spielen, und hoffe, ihm im echten Leben ähnlicher zu werden. Am 20. November 2026 geht die Serie mit der dritten Staffel weiter, die auf „Der Fluch des Titanen“ basiert.
2025 war er in „Freakier Friday“ (2025) zu sehen, der Fortsetzung der Komödie „Freaky Friday“ aus dem Jahr 2003. Regie führte Nisha Ganatra, in den Hauptrollen sind erneut Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan dabei. Diesmal tauschen gleich vier Frauen die Körper, darunter Lohans Figur Anna und ihre Tochter Harper, gespielt von Julia Butters.
Simhadri spielt Jai, einen der besten Freunde von Harper. Damit steht er erstmals in einer großen Kinoproduktion vor der Kamera, nachdem seine bisherigen Filme direkt im Fernsehen oder beim Streamingdienst erschienen waren. Der Film kam am 8. August 2025 in die amerikanischen Kinos.
Simhadri versteht sich als Indoamerikaner und bewundert Shah Rukh Khan, zuletzt hatte er nach eigener Aussage „Pathaan“ gesehen. Über seine Eltern sagt er, sie seien die besten der Welt und erinnerten ihn ständig daran, dass er für sie nie zu berühmt sei. Seinen Vater beschreibt er als spirituellen Menschen mit enger Bindung an die Natur, worin er viel von Grover wiedererkenne. Weil der Vater zudem geschickt mit Technik und Holz umgeht, käme für ihn als göttlicher Elternteil am ehesten Hephaistos infrage.
In seiner Freizeit geht er ins Fitnessstudio und spielt Videospiele, als Kind las er mit Vorliebe die Comics von „Calvin und Hobbes“. Seine engsten Freunde hat er größtenteils über die Schauspielerei kennengelernt, aus seiner Heimatstadt sind es nur wenige. Langfristig interessiert ihn auch die Arbeit hinter der Kamera, etwa als Kameramann oder Regisseur. Mit Walker Scobell hat er bereits darüber gesprochen, irgendwann gemeinsam eine Episode von Percy Jackson zu produzieren.