Ardal O'Hanlon
FATHER TED BR TV 1995–1998 FATHER TED BR TV 1995–1998 ARDAL O'HANLON Datum: 1998.
© imago images/Ronald Grant

Ardal O'Hanlon

Seine Eltern, ein Politiker und eine katholische Lehrerin, waren nicht begeistert von ihrem Sohn Zukunftsträume als Komiker zu hören, sie hatten gehofft, er würde seinen Geschwistern in die Medizin oder die Buchhaltung folgen. Mittlerweile sind sie jedoch große Fans des Death in Paradise-Darstellers.

Biografie von Ardal O'Hanlon

Ardal O'Hanlon wuchs als drittes von sechs Kindern in einer Familie auf, in der der Vater als Arzt und Politiker tätig war. Das Haus diente oft als Praxis und Treffpunkt, sodass die Geschwister manchmal über Fenster hereinkamen, um Warteschlangen zu umgehen. Er besuchte das Blackrock College in Dublin und entwickelte dort Interesse an Literatur sowie an lustigen Reden bei Schuldebatten. Später absolvierte er ein Studium der Kommunikationswissenschaften am National Institute for Higher Education, dem heutigen Dublin City University, und schloss 1987 ab.

Vor seiner Bühnenkarriere arbeitete er in verschiedenen Jobs, darunter in einer Erbsenfabrik in Norfolk und als Check-in-Mitarbeiter bei einer Fluggesellschaft. Diese Erfahrungen prägten seinen Blick auf den Alltag und flossen später in seine Beobachtungen ein. Er zeigte schon früh eine Neigung zum Schreiben von Texten und Gedichten, die er neben dem Unterricht pflegte.

Einstieg in die Comedy-Szene

Gemeinsam mit Kevin Gildea und Barry Murphy gründete er den International Comedy Cellar im International Bar in Dublin, als es dort noch keine etablierte Szene gab. Er trat als Stand-up-Komiker auf und gewann 1994 den Wettbewerb Hackney Empire New Act of the Year in London. Danach zog er mit seiner Partnerin nach London und präsentierte zeitweise die Sendung The Stand Up Show. Die ersten Jahre seiner Karriere waren von starker Nervosität vor Auftritten geprägt, die Stunden andauern konnte.

Er entwickelte einen Stil, der absurde Beobachtungen aus dem Alltag mit trockener Ironie verband. Auftritte bei Festivals und in Clubs folgten, bevor er für das Fernsehen entdeckt wurde. Die Arbeit an eigenen Programmen und die Gründung des Clubs legten den Grundstein für seine weitere Entwicklung als Unterhalter.

Durchbruch mit Father Ted

In der Serie Father Ted (1995-1998) spielte er in allen 25 Episoden den naiven und kindlichen Priester Dougal McGuire, der oft einfache Sachverhalte missverstand und dadurch komische Situationen auslöste. Der Charakter lebte mit zwei anderen Priestern auf der Insel Craggy Island und geriet in absurde Alltagsprobleme, etwa bei Versuchen, den Unterschied zwischen nah und fern zu erklären oder bei Kirchenfesten. O'Hanlon führte viele Stunts selbst aus, darunter Szenen, in denen er hinter einem Traktor hergezogen wurde. Während der Dreharbeiten wurde er im Kostüm von einem Verkäufer für einen echten Geistlichen gehalten und erhielt Schuhe geschenkt.

Die Rolle verlangte eine dauerhafte Darstellung von Unschuld und Verwirrung, die den Handlungsbogen der Serie über drei Staffeln trug. In Episoden wie denen um Bischof Brennan oder den Besuch auf dem Festland zeigte Dougal wiederholt, wie er mit alltäglichen Herausforderungen überfordert war. O'Hanlon erhielt für diese Darstellung den Preis als Top TV Comedy Newcomer bei den British Comedy Awards. Nach dem Ende der Serie versuchte er, sich von dem Charakter zu lösen und andere Wege zu gehen.

Weitere Serienrollen in den 2000er Jahren

In der Serie My Hero (2000-2006) verkörperte er in 45 Episoden George Sunday, der als Thermoman von einem anderen Planeten stammte und in der Vorstadt ein normales Leben als Ladenbesitzer führte. Der Charakter balancierte heldenhafte Einsätze mit familiären Pflichten und versteckte seine Kräfte vor der Umwelt. Er blieb bis zur sechsten Staffel in der Rolle, bevor er ersetzt wurde. Parallel trat er in Big Bad World (1999-2001) in 16 Episoden als Eamon Donaghy auf und spielte in der Serie Blessed (2005) in acht Episoden den alleinerziehenden Gary Chandler.

Gastauftritte folgten, darunter in einem Episode von Doctor Who (2005- ) als die katzenartige Figur Thomas Kincade Brannigan und in zwei Episoden von Skins (2007-2013) als Lehrer Kieran. In der irischen Serie Val Falvey TD (2009) übernahm er die Hauptrolle des Politikers Val Falvey über sechs Episoden. Diese Projekte zeigten ihn in unterschiedlichen Kontexten, von Science-Fiction bis zu Alltagsdramen, und erweiterten sein Repertoire über die Priesterfigur hinaus.

Rolle in Death in Paradise

Ab 2017 übernahm er in der Serie Death in Paradise (2011- ) die Rolle des Detektivinspektors Jack Mooney und spielte sie in 24 Episoden bis 2020. Der Charakter kam als irischer Ermittler auf die Insel Saint Marie und löste dort Mordfälle, während er mit seiner Tochter und dem Team zusammenarbeitete. Handlungsbögen umfassten persönliche Anpassungen an das Inselleben sowie Ermittlungen, die oft mit lokalen Traditionen und unerwarteten Wendungen verbunden waren. Er verließ die Serie nach der neunten Staffel und kehrte später in der Ablegerserie Return to Paradise (2024- ) für mehrere Episoden als Jack Mooney zurück.

Die Figur entwickelte sich von einem Neuankömmling zu einem etablierten Teil des Teams, der Fälle mit einer Mischung aus Intuition und Humor anging. In einzelnen Episoden standen familiäre Themen und die Anpassung an tropische Bedingungen im Vordergrund. Diese Phase markierte einen Wechsel zu längeren dramatischen Formaten nach den früheren Komödien.

Andere Auftritte und schriftstellerische Arbeiten

In zwei Episoden von Derry Girls (2018-2022) spielte er Eamonn, einen Charakter, der in familiäre und politische Situationen der 1990er Jahre in Nordirland eingebunden war. Weitere Gastrollen umfassten Auftritte in Cucumber (2015) und After Hours (2015). Er lieh seine Stimme dem Rentier Robbie in mehreren Weihnachtsfilmen und wirkte in Theaterstücken wie „The Weir“ und „God of Carnage“ mit. Als Autor veröffentlichte er den Roman The Talk of the Town im Jahr 1998 sowie später Brouhaha und A Plot to Die For.

Dokumentationen wie Ireland with Ardal O'Hanlon und Beiträge zu Fußballrivalitäten erweiterte er sein Spektrum. Stand-up-Tourneen blieben ein fester Bestandteil, bei denen er Beobachtungen aus dem Leben verarbeitete. Die Kombination aus Schauspiel und Schreiben erlaubte ihm, verschiedene Formen der Erzählung zu nutzen.

Werbung mit Ardal O'Hanlon

Für eine Kampagne des „Office of Public Works“ trat er in einem Werbespot auf, der zum Schutz der Hirsche im Phoenix Park aufrief. In dem Spot griff er die bekannte Szene aus seiner früheren Serie auf und erklärte mit Miniaturfiguren den Unterschied zwischen klein und weit entfernt. Die Botschaft lautete, die Tiere nicht zu füttern und Abstand zu halten, um ihre natürliche Lebensweise zu bewahren. Der Spot nutzte seine vertraute Figur, um die Aufmerksamkeit auf den Park und die Tiere zu lenken. Solche Auftritte verbanden seine Bekanntheit mit öffentlichen Anliegen.

Ardal O'Hanlon Privatleben

O'Hanlon lernte seine Frau Melanie bereits als Teenager kennen und die Beziehung wurde ernst, als sie gemeinsam nach London zogen. Sie unterstützte ihn finanziell in den frühen Jahren und ermöglichte ihm den Einstieg in die Comedy. Das Paar hat drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter, und kehrte 2006 nach Irland zurück, um die Familie dort aufwachsen zu lassen. Er ist Anhänger von Leeds United und spielt Tennis im Club.

Während der Dreharbeiten zu seiner bekanntesten Serie wurde er im Priesterkostüm für einen echten Geistlichen gehalten und erhielt kostenlos Schuhe. Einmal fiel er während eines Auftritts auf der Bühne in den Schlaf und hörte im Halbschlaf jemanden, der sein Material nachahmte.

Mariano Glas
Mariano Glas
Gründer von Serienjunkies.de und Web/App-Entwickler
Dieser Artikel wurde von Mariano Glas veröffentlicht. Mariano Glas hat über 8.515 Artikel seit Freitag, 21. Februar 2003 bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mariano Glas

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