Perfekt Verpasst: Kritik zur Comedyserie mit Anke Engelke und Bastian Pastewka bei Amazon Prime Video

Perfekt Verpasst: Kritik zur Comedyserie mit Anke Engelke und Bastian Pastewka bei Amazon Prime Video

Anke Engelke und Bastian Pastewka spielen in ihrer neuen Romcom bei Amazon Prime Video zwei Singles, die sich „Perfekt Verpasst“ haben. Die Serie lebt vom Charme der beiden, obwohl sie zunächst gar nicht interagieren.

Anke Engelke in „Perfekt Verpasst“
Anke Engelke in „Perfekt Verpasst“
© Amazon Prime Video

Bei Amazon Prime Video geht am 15. August 2024 die achtteilige Auftaktstaffel der deutschen Eigenproduktion Perfekt Verpasst an den Start. Es wird damit geworben, dass es sich hierbei um die erste Serie mit Anke Engelke und Bastian Pastewka handelt. In der romantischen Komödie sollen sie als potentielles Liebespaar auftreten, was man sich auf den ersten Blick schwer vorstellen kann. Einfach, weil man bei den beiden als Duo sofort an Wolfgang und Anneliese denkt, ihre brillanten Alter Egos, mit denen sie auch bei „LOL: Last One Laughing“ reichlich Lacher ernten konnten.

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Doch „Perfekt Verpasst“ will humortechnisch nicht ganz so dick auftragen. Viel wichtiger scheint es in der ersten Episode mit dem schönen Titel Käsetyp 4 darum zu gehen, die Charaktere herauszubilden. Dass Engelke sehr unterschiedliche Rollen ausfüllen kann, hat sie zuletzt mit dem starken Geschichtsdrama Deutsches Haus bewiesen. Pastewka glänzte bisher vor allem mit Selbsthumor, allen voran in seinem (von Curb Your Enthusiasm inspirierten) Erfolgsformat Pastewka. Kauft man ihm den Schuhverkäufer Ralf Hartmann ab? Die gleiche Frage stellt sich für Engelke als Buchhändlerin und Möchtegern-Autorin Maria Lampe...

Wer ist sonst an „Perfekt Verpasst“ beteiligt?

Ebenfalls im Ensemble mit dabei: Fritzi Haberlandt (Babylon Berlin), Edin Hasanović (Skylines), Serkan Kaya (KBV), Michael Wittenborn (Merz gegen Merz), Caro Scrimali (Club der roten Bänder), Henny Reents („Nord bei Nordwest“), Melodie Simina (Schwarze Früchte), Lea Freund („Country Girls“), Momo Beier („Die kleine Hexe“) sowie Peter Jordan (Die drei !!!).

Es handelt sich bei der neuen Serie um eine Produktion der bildundtonfabrik (btf), die für Netflix auch Formate wie How to Sell Drugs Online (Fast) und King of Stonks umgesetzt hat (oder für Disney+ zuletzt Pauline). Die beiden Hauptdarsteller fungieren bei „Perfekt Verpasst“ auch als Executive Producer. Dabei werden sie unterstützt von Jule Everts, Matthias Murmann, Philipp Käßbohrer und Yannick Moll. Sabine Boss und Nicolas Berse-Gilles übernehmen derweil die Regie. Das Drehbuch stammt von Sebastian Colley und Claudius Pläging sowie von Sintje Rosema und Fabienne Hurst.

Bastian Pastewka in „Perfekt Verpasst“
Bastian Pastewka in „Perfekt Verpasst“ - © Amazon Prime Video

Ein gelungener Auftakt für „Perfekt Verpasst“?

Wie der Serientitel bereits insinuiert, haben Engelke und Pastewka zunächst gar nicht allzu viele gemeinsame Szenen vor der Kamera. Die ganze Idee der ungewöhnlichen Romcom liegt ja darin, dass sich die Wege der zwei Singles einfach nicht kreuzen wollen. Gleich zu Beginn sehen wir eine der vielen verflixten Beinahe-Begegnungen auf einer Kirmes: Während Ralf Junggesellenabschied feiert, lehnt Maria den Heiratsantrag ihres damaligen Partners ab. Als wir in der Jetzt-Zeit ankommen, ist er frisch geschieden und sie gar nicht mehr auf der Suche, was das Thema Dating angeht. Lieber will sie endlich ihren ersten Roman schreiben.

Ihr Vater - der sich mit 70 Jahren geoutet hat - würde sie gern verkuppeln. Immer wieder gibt es Angebote an Maria und auch an Ralf, dass man ihnen jemanden vorstellen möchte. Das perfekte Verpassen wird früh auf die Spitze getrieben, was sicherlich noch mehr Gefühle beim Publikum auslösen würde, wenn wirklich klar ersichtlich wäre, dass diese beiden das absolute Traumpaar wären. Doch genau daran hapert es in der ersten Episode am meisten: Super ähnlich oder komplementär ergänzend scheinen die Hauptfiguren gar nicht zu sein. Würde es überhaupt zwischen ihnen funken?

Es ist sicher kein unkluger Schachzug, diese Frage - mit der die Serie am Ende stehen oder fallen dürfte - nach hinten aufzuschieben. So können sich Engelke und Pastewka erstmal separat austoben. Ihr Charme dürfte auf alle Fälle ausreichen, um uns ein wenig hinzuhalten und hoffentlich weiter Spannung aufzubauen. Ansonsten ist auch die Idee sehr lobenswert, dass man als Handlungsort nicht Köln, Berlin oder München gewählt hat, sondern die mittelgroße Stadt Marburg. Zumal sie auch inhaltlich thematisiert wird und somit nicht nur als hübsche Kulisse herhält.

Das deutsche Amazon-Original „Perfekt Verpasst“ fällt insgesamt durch seine besondere Prämisse und sein gutes Drehbuch auf, das die tollen Hauptdarsteller mit reichlich Witzen versorgt und souverän durch eine Erzählstruktur führt, die etwas verschachtelt ist. Der Auftakt wirkt also ziemlich vielversprechend, lässt aber auch einige Fragen gezielt noch offen. Die halbstündige Pilotepisode macht jedenfalls Lust weiterzuschauen, was auch daran liegen könnte, dass Anke Engelke und Bastian Pastewka sowieso zu den sympathischsten Gesichtern der hiesigen Fernsehlandschaft gehören.

Vier von fünf Käsehäppchen!

Hier abschließend noch der offizielle Trailer zur Amazon-Serie „Perfekt Verpasst“:

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