Peacemaker 1x01

Peacemaker 1x01

Bei HBO Max ist der The-Suicide-Squad-Nachfolger Peacemaker von James Gunn gestartet. John Cena will als Titelheld wieder Frieden um jeden Preis sichern. Amanda Waller hat ebenfalls einen neuen Auftrag, denn nach Projekt Starfish folgt Projekt Butterfly.

Das Ensemble der Serie Peacemaker (c) HBO Max
Das Ensemble der Serie Peacemaker (c) HBO Max
© as Ensemble der Serie Peacemaker (c) HBO Max

Nicht mal Schusswunden und ein auf ihn gestürztes Gebäude können Christopher Smith alias Peacemaker (John Cena) aufhalten und deswegen kehrt der (Anti-)Held aus „The Suicide Squad“ nun in seiner eigenen achtteiligen Serie von HBO Max zurück. Er mag zwar Verbrechen begangen haben, für die er in „TSS“ im Knast war, sieht sich aber selbst nicht als Schurken, auch wenn er offenbar bei seinen Opfern versehentlich racial profiling betreibt. James Gunn ist als Regisseur und Drehbuch-Autor auch bei diesem Spin-off maßgeblich beteiligt und kreativ federführend.

Die ausführliche Kritik zu „The Suicide Squad“ findet Ihr hier.

Worum geht es in Peacemaker?

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Zu Beginn der Serie wird Christopher aus dem Krankenhaus entlassen und fragt sich, ob er einfach so in Freiheit entlassen wird, doch schon bald wird er von Amanda Wallers (Viola Davis) Team für einen neuen Job kontaktiert, denn die Welt ist in Gefahr, aber die Öffentlichkeit darf das natürlich nicht wissen. Da Peacemaker an Frieden um jeden Preis glaubt, lässt er sich für die neue Mission einspannen, da er nur vier Jahre seiner 30-jährigen Haftstrafe verbüßt hat. Statt Waller hat diesmal Clemson Murn (Chukwudi Iwuji) das Kommando und es geht um sogenannte Butterflies: besonders widerstandsfähige Personen, die offenbar von Parasiten befallen sind.

Zum ARGUS-Team gehören außerdem die aus dem Kinofilm bekannten Agenten Emilia Harcourt (Jennifer Holland), die in der Serie deutlich mehr Hintergrundstory erhält, und auch John Economos (Steve Agee), der die Monitore im Blick hat und für Tech sowie für Tactics zuständig ist. Neu im Team ist derweil Leota Adebayo (Danielle Brooks), die offenbar die Tochter von Waller ist und noch wenig Erfahrung im Feld mitbringt. Ihr Ziel ist der US-Senator Royland Goff (Antonio Cupo), dessen Familie von den Parasiten übernommen wurde. Eine Wahl bleibt Peacemaker nicht, da sich immer noch die Bombe der Task Force X in seinem Kopf befindet, die jederzeit getrackt und in die Luft gesprengt werden kann, wenn er die Befehle nicht ausführt...

Nebenbei lernen wir Christophers trauriges Leben kennen und auch seinen Vater Auggie Smith (Robert Patrick), der die Waffen und Helme für Peacemaker schmiedet und seinen Adler Eagly während seiner Haftstrafe verpflegt hat. Vigilante aka Adrian Chase (Freddie Stroma) meint derweil, sein bester Freund zu sein und kontaktiert ihn ständig für Team-ups. Tatsächlich ist der Loserheld relativ oft zur Stelle und weicht ihm, wenn auch versteckt, nicht von der Seite. Was er vielleicht noch bereuen wird...

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Give Peacemaker a chance?

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Es ist interessant, welcher Figur aus „The Suicide Squad“ James Gunn eine eigene Serie auf den Leib schneidert. Ich hätte mich wahrscheinlich nicht für ihn entschieden, doch Cena ist inzwischen durchaus ein aufstrebender Actionstar, der ja auch in der „Fast-and-Furious“-Reihe oder den „Transformers“-Filmen untergekommen ist. Seine Figur ist so etwas wie eine ignorantere Version des Punishers (und ein bisschen Captain America), der durch seine Umgebung ein paar merkwürdige Ansichten hat... Denn sein Vater ist ein Zuschauer von konservativen Nachrichtensendern, was sicherlich auch auf Chris abgefärbt hat. Entsprechend sind Peacemakers Sprüche markig, schießen manchmal am Ziel vorbei und insgesamt hält er sich und den amerikanischen Traum für das Größte, was es gibt.

Die Dekonstruktion des konservativen Amerikas als satirische Parodie ist durchaus vielversprechend. In gewisser Weise gibt es das aber auch schon via Homelander aus The Boys, nur dort eben als Superman-Verschnitt und nicht als Waffennarr der Marke Punisher.

Peacemaker ist im Kern eine tragische Figur, eine Art Loser, der verblendete und ignorante oder veraltete Ansichten hat und der desillusioniert vom regulären Leben scheint, es sei denn, er zieht in den Krieg und mordet. Doch auch hier gibt es - glücklicherweise - ein paar Ausnahmen. Denn der brutale Killer, der in „The Suicide Squad“ im Wettbewerb mit Bloodsport (Idris Elba) fast ein ganzes Dorf umgenietet hat, zeigt bei Kindern und unschuldigen Zielen durchaus Zögern.

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Fast schon die zweite Hauptfigur ist Holland als Harcourt, die als eine Art love interest aufgebaut wird und in einer Barszene demonstriert, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann. Das „Schwärmen“ für sie wird in den ersten drei Folgen meistens eher aus der Sicht von Peacemaker präsentiert, denn noch hat sie wenig Interesse an dem Machohelden. Im Verlauf der Episoden gibt es dann etwas mehr, was wir über ihren Werdegang und ihre Skills erfahren, was Chris durchaus anziehend findet...

Freedom!

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Peacemaker schnappt sich dann direkt nach seinem misslungenen ersten Flirtversuch die „Nächstbeste“, die ihm über den Weg läuft und sich dann auch noch als eine von Butterfly kontrollierte Irre herausstellt... Allerdings stellt die anschließende Kampfszene in der Folge A Whole New Whirled, in der Chris einige Stichwunden einsteckt, durch Wände geworfen wird und aus mehren Stockwerken auf den Asphalt springt, ein wenig die Frage, warum die Figur so widerstandsfähig ist. Überraschen sollte das wahrscheinlich nicht, wenn man bedenkt, welche Verletzungen sie in „The Suicide Squad“ überstanden hat.

Wer einen ähnlich dynamischen Erzählstil wie bei Gunns „TSS“ erwartet, könnte, wie ich, womöglich etwas enttäuscht werden. Vielmehr schenkt Gunn eher vielen leicht unsinnigen Dialogszenen, die kleine Details von Gesagtem ausdiskutieren, oder Briefings viel Zeit. Pro Folge scheint es eine oder zwei Actionszenen zu geben, die durchaus ansehnlich sind. Aber künstlerische Szenenübergänge und das Herausarbeiten von Comic-Splashpages gibt es hier nicht. Man passt sich der simplen Figur eben an, was auch für den Soundtrack gilt, der rockig und leicht prollig rüberkommt.

In den ersten drei Folgen werde ich (noch) nicht das Gefühl los, dass man die Geschichte etwas auf die acht Episoden streckt und man sie sicherlich auch auf Filmlänge hätte erzählen können. Allerdings muss man auch sagen, dass es die erste DCEU-Serienexpansion ist und man trotz gleichem Hauptkreativen wahrscheinlich erst einmal den Groove dafür finden muss. Ähnlich wie die Disney+-Produktionen von Marvel sieht man schon eine höhere Wertigkeit und ein größeres Budget bei Peacemaker, so dass eine Kontinuität zwischen Film und Serie gewahrt ist. DC bleibt sich dabei treu und präsentiert eine Story, in der ordentlich geflucht und Blut vergossen wird. Außerdem gibt es tatsächlich auch nackte Tatsachen zu sehen, was bei Marvel noch streng tabu zu sein scheint, selbst bei den Netflix-Serien, die sich an ältere Zielgruppen wendeten.

Wie schon in „The Suicide Squad“ kommen auch einige andere Figuren aus der zweiten und dritten Reihe vor, die durch den Kakao gezogen werden, allen voran der arme Vigilante, der beispielsweise etwas Folter und viele dumme Sprüche über sich ergehen lassen muss. Aber auch Judomaster darf seine Skills zeigen und wird von einem überraschenden Gegner „ausgeschaltet“.

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HBO Max - © HBO Max

Immerhin nimmt sich die Serie nicht sonderlich ernst, so dass man mit dem schwarzen und politisch stellenweise inkorrekten Humor und einigem Blutsplattern seinen Spaß haben kann. Das gilt ebenfalls für das großartige Serien-Intro mit dem Ensemble beim Tanzen. Großes Tennis! Übrigens kommt jede der Folgen mit einer kurzen Gagszene nach dem Abspann daher. Also werft da mal einen Blick rein!

Fazit

Ich bin ehrlich und würde Peacemaker gerne mehr mögen, als ich es im Endeffekt tue, gerade weil ich „The Suicide Squad“ regelrecht geliebt und mit fünf Noms bewertet habe. Das, was die drei ersten Episoden bieten, ist durchaus unterhaltsam, aber irgendwo leider nicht ganz auf Gunns sonstigem Level. Womöglich liegt es daran, dass Peacemaker zwar als Ensemblemitglied und Spiegelstück zu Bloodsport und Rick Flag in seinem Debüt-Film gut funktioniert, aber als Protagonist in einer eigenen Serie etwas verschenkt erscheint. Dranbleiben werde ich trotzdem, denn erst in Folge drei sieht man so richtig, was es mit den Butterflies und der Bedrohung, die sie darstellen, eigentlich auf sich hat...

Redband-Trailer zur Peacemaker

Hier noch der aktuelle Trailer zur Serie „Peacemaker“:

Trailer zur vierten Episode

Abschließend auch noch die Vorschau zur vierten Folge:

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The Suicide Squad (Blu-ray)

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 14. Januar 2022

Peacemaker 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Peacemaker 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Verrückte neue Welt
Titel der Episode im Original
A Whole New Whirled
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 13. Januar 2022
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Autor
James Gunn
Regisseur
James Gunn

Schauspieler in der Episode Peacemaker 1x01

Darsteller
Rolle
John Cena
Freddie Stroma
Chukwudi Iwuji
Jennifer Holland
Steve Agee
Robert Patrick

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