
Hinter der Serie Partners stehen David Kohan and Max Mutchnick, das Team der Hitserie Will & Grace. Vor der Kamera agieren ebenfalls zwei erfahrene Serienstars, Michael Urie (Ugly Betty) als Louis und David Krumholtz (Numb3rs) als Joe. Die beiden Charaktere sind beste Freunde seit Kindertagen. Nun arbeiten sie sie gemeinsam als Architekten. Joe und Louis sind wie Brüder füreinander. Und doch sind sie unterschiedlich: Louis ist der quirlige der beiden, emotionaler, ein Bauchmensch; Joe eher der ernsthafte, ruhigere der beiden, ein Kopfmensch.
Eine Freundschaft
Die zwei definierenden Punkte der Serie sind das Thema der Freundschaft zwischen zwei sexuell unterschiedlich orientierten Männern einerseits und die Auswirkungen dieser Freundschaft auf die Beziehungen der beiden andererseits.
Beide Themen werden in der Pilotepisode über die Maßen strapaziert. Rückblicke zeigen die Freunde als Kinder, reduziert auf die Tatsache, dass einer der beiden die Klischees für Schwule erfüllt, während der andere keinen Durchblick hat. Diese Struktur setzt sich fort: Natürlich darf Louis gleich mehrere Witze darüber machen, wie begabt er in modischen Fragen ist und natürlich geht er mit der Freundin seines Kumpels zum Yoga.
Auch die enge Beziehung der beiden wird zum Thema der Episode gemacht. Mit Anspielungen, dass die beiden Freunde sich näherstehen als ihrem jeweiligen Partner, wird nicht gespart.
Das Drama
Die Sitcom steigt auch ansonsten nicht gerade dezent in ihren Erzählstrang ein. Zunächst steht eine Trennung im Raum, und zwar die zwischen Joe und seiner Freundin Ali (Sophia Bush, One Tree Hill). Das schockt den Zuschauer jedoch kaum, weiß er doch bereits aus dem Vorspann, dass Ali der Serie langfristig erhalten bleiben wird.
Doch dann beginnt das wahre Drama: Louis zerstört versehentlich die Verlobung seines besten Freundes. Umgehend rettet er sie auch wieder und hat ganz nebenbei Gelegenheit, sein gutes Herz zu zeigen und eine rührige Kindheitserinnerung zum Besten zu geben.
Zwischendurch wird durch Louis' Fehltritt auch noch die Freundschaft der beiden Männer in Frage gestellt.
Nichts davon kann den Puls des Zuschauers auch nur ein kleines bisschen erhöhen. Es sind vorhersehbare Handlungsstränge, dramatisch und stellenweise übertrieben.
Wert, weiterzuschauen
Doch das, was diese Serie noch retten könnte, sind die Schauspieler. Das Zusammenspiel der Vier ist sehenswert, die stärksten Szenen sind die, in denen die Schauspieler ihre ganze Palette an Komik - vor allem nonverbaler - zeigen dürfen.
Auch die Handlungsstränge, die bisher noch nicht eskaliert sind, sind vielversprechender als die große Trennungsfrage: so zum Beispiel Louis' Lügen in Bezug auf den Job seines Freundes Wyatt (Brandon Routh; „Superman Returns“, Chuck) oder der Alltag im Architekturbüro.
Fazit
Während der Plot der Pilotepisode von Partners halbherzig geschrieben wirkt und eher zum Abschalten einlädt, gibt es auch einen Pluspunkt zu verzeichnen: Die Schauspieler schaffen es, mit Komik und Gefühl ihre Figuren zum Leben zu erwecken - und das ist vielversprechend für die kommenden Episoden.
Trailer zur Vorstellung der Comedyserie „Partners“:[videosj=partners-serien-teaser]