Our Flag Means Death: Review der Pilotepisode

Our Flag Means Death: Review der Pilotepisode

Fans von What We Do in the Shadows, die sich auch mit Piraten statt Vampiren anfreunden können, sollten das von Taika Waititi gedrehte und mitentwickelte Our Flag Means Death im Auge haben, das diese Woche bei HBO Max angelaufen ist. Wir haben uns die erste Folge der Seeräuberkomödie schon mal für Euch angesehen.

Poster mit dem Cast zur Serie Our Flag Means Death (c) HBO Max
Poster mit dem Cast zur Serie Our Flag Means Death (c) HBO Max
© oster mit dem Cast zur Serie Our Flag Means Death (c) HBO Max

Nachdem er in der Musik-Comedy Flight of the Conchords als ahnungsloser Bandmanager die Schau stahl, in der What We Do in the Shadows-Film-Vorlage einen Werwolf zum Besten gab, als sympathischer Monstermann in The X-Files mitspielte und zum Haupt-Cast von Wrecked zählte, ist es für den neuseeländischen Comedyschauspieler Rhys Darby an der Zeit, nicht nur eine, sondern die Hauptrolle an der Spitze einer eigenen Serie zu bekommen. „Endlich!“, werden jene, die ihn schon kennen und lieben, sagen und zum Glück ist er gleich in einem vielversprechenden Projekt untergekommen, in welchem seine Talente auf den ersten Blick kein bisschen verschwendet werden.

Our Flag Means Death ist eine Serie von Schöpfer David Jenkins (People of Earth), aus deren erster Episode lässt sich aber eindeutig die Handschrift von Co-Produzent und Regisseur Taika Waititi (WWDITS, „Jojo Rabbit“) herauslesen, der später auch in einer der Hauptrollen mitspielen wird. Darby stellt darin den historischen Nobelmann Stede Bonnet dar, der 1717 die hohe See nicht gerade „unsicher“, aber in jedem Fall amüsanter macht. Angetrieben vom Wunsch, sich als waghalsiger Seeräuber und ganzer Kerl zu beweisen, erklärt sich der gepuderte Schnösel kurzerhand zum Gentleman Pirate und schart eine Truppe raubeiniger, aber nicht übermäßig kompetenter Crewleute um sich. Dabei wirkt er mehr wie der Boss aus The Office, als dass er einen Captain abgibt, aber immerhin zahlt er seinen angeheuerten Angestellten ein stetes Gehalt, das nicht von Raubzügen abhängt. Diese involvieren ohnehin eher Kleinstboote, bei denen höchstens eine Topfpflanze zu holen ist. Das Ganze ist offenbar eher ein Prestige- und Midlife-Crisis-Projekt und die Serie viel mehr Workplace Comedy als halsabschneiderisches Piratenabenteuer.

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Für die eine Hälfte der Crew, die den Softie mit der großen Geldbörse und seinen Vorlesestunden zur Nacht zu schätzen weiß, wie zum Beispiel Oluwande (Samson Kayo) oder Wee John (Kristian Narin), ist das zu verkraften. Es gibt aber auch „idealistische“ Crewmitglieder, wie Black Pete (Matthew Maher), die Piraten geworden sind, um zu plündern und anderen die Kehle aufzuschlitzen. So dauert es nicht lange, bis sich schon in der Auftaktfolge eine Meuterei zusammenbraut, bei der man sich des hochwohlgeborenen Kapitäns entledigen will. Aus PR-Gründen und zur Motivation der Mitarbeiter beschließt Stede deshalb kurzerhand, ein größeres Schiff zu kapern, doch das anvisierte Ziel stellt sich als überlegenes Kampfschiff der englischen Flotte heraus...

Wie es das Drehbuch-Schicksal so will, ist der Captain des englischen Schiffs Stedes alter Schulkamerad und bully Nigel Badminton (Rory Kinnear), dessen Besuch in der eigenen Kajüte Erinnerungen an Hänseleien aus der Kindheit weckt, nachdem er sowieso ständig von den verletzenden Worten seines Vaters und den angewiderten Blicken seiner Familie heimgesucht wird. Hier schlummert eine durchaus melancholische, rührselige Hintergrundgeschichte hinter der klamaukigen Witzfigurfassade. So geht die Maskerade als Nicht-Piratenschiff trotz noch fehlender Flagge aber auch nicht lange gut und es kommt zum vorhersehbaren Massaker, bei dem Stede sich endlich den Respekt seiner Crew verdient, auch wenn er nicht derjenige ist, der Captain Badminton den Garaus macht...

Waititi als Blackbeard ist in der ersten Episode leider noch nicht in Sicht, dafür liefert Darby sich ein amüsantes Duell mit dem ebenfalls sehr würdigen Captain Kinnear, der dank einer Doppelbesetzung auch noch in einer weiteren Rolle auftauchen wird. Wie es mit dem historischen Stede ausgegangen ist, solltet Ihr aber, wenn Euch die Serienversion ans Herz gewachsen ist, noch nicht unbedingt googeln...

Fazit

Our Flag Means Death wirkt noch klamaukiger als What We Do in the Shadows und schippert vom Ton her fast schon in die Richtung eines „Monty-Python“-Sketches. Dass es so gut funktioniert, ist aber zum Großteil Hauptdarsteller Rhys Darby zu verdanken, auf den die Rolle als Lachfigurseeräuber wie zugeschneidert scheint. Die Serie weiß, was sie an ihm hat, und überlässt ihm fast komplett die Bühne, auch wenn seine mannigfaltigen Co-Stars ihm gekonnt Paroli bieten und ihn ergänzen.

Nächster Halt: Taika Waititi als hartgesottener Blackbeard, dessen Schlagabtausch mit seinem feingeistigen Gegenstück Stede Bonnet sicherlich erst das Herzstück der Serie ausmachen wird. Der Auftakt hat aber auch ohne ihn schon einen famosen ersten Eindruck hinterlassen.

Hier abschließend noch mal der Serientrailer zur ProduktionOur Flag Means Death“:

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