Other Space: Pilot - Review

Während wir noch immer darauf warten, dass eine neue Science-Fiction-Dramaserie die Space-Opera-Lücke füllt, die Battlestar Galactica damals hinterlassen hat, liefert Paul Feig mit Other Space auf Yahoo! Screen eine Alternative aus dem Comedybereich ab. Vor allem die liebenswerten Charaktere der größtenteils unterqualifizierten Crew hinterlassen schon in der Pilotepisode Into the Great Beyond...Beyond einen äußerst positiven ersten Eindruck.
What if the ship fart-sneezed?
Wir schreiben das Jahr 2105. Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Schweiz ist seit einem halben Jahrhundert vorüber, was die Menschheit mit dem multinationalen Universal Mapping Project zelebriert, welches unser Universum erforschen soll. Auf einer Weltraumstation des U.M.P. absolviert Stewart Lipinski (Karan Soni) eine Simulation, die ihn schließlich für den Kapitänsstuhl des Forschungsschiffs U.M.P. Cruiser qualifiziert. Die Frohnatur, der alles in den Schoß zu fallen scheint, ist aufgeregt und motiviert, was seine Mission als Captain angeht. Ein Gefühl, das seine frisch zusammengetrommelte Crew zunächst nicht mit ihm teilt.

Als erste Offizierin wurde Lipinskis ältere Schwester Karen (Bess Rous) ausgewählt, die sich für weitaus fähiger hält und sich dementsprechend übergangen fühlt. Ähnlich geht es Michael Newman (Eugene Cordero), dem damaligen Babysitter von Stewart, der sich wiederum Chancen auf den Platz des ersten Offiziers ausgerechnet hatte. Der Rest der Crew lässt vor allem an Qualifizierung zu wünschen übrig. Navigatorin Tina Shushkin (Milana Vayntrub) ist lediglich mit an Bord, weil der Captain seit jeher in sie verknallt ist, der neurotische Wissenschaftsoffizier Kent Woolworth (Neil Casey) ist ebenfalls dank Vetternwirtschaft auf der Mission, Ingenieur Zalian Fletcher (Joel Hodgson) ist ein schludriger Lump im Maschinenraum und Bordcomputer Natasha (Conor Leslie) wurde eigentlich als Black-Jack-Dealerin programmiert. Dann kann die Reise ja losgehen.
Was anyone else just a baby?
Das erste Problem offenbart sich gleich während der ersten gemeinsamen Mahlzeit, als sich herausstellt, dass die Lebensmittelrationen 35 Jahre auf dem Buckel haben und unbrauchbar sind. Ein riesiger Vorrat an „Grandma's Old Fashioned Fudge“ muss die Crew während der Mission ernähren, sofern diese sich nicht die Blöße geben will und kehrtmacht. Ehe der Captain eine Entscheidung fällen kann, beginnt das unerwartete Weltraumabenteuer: Das Schiff wird nach einem kurzen Intermezzo, in welchem die Mannschaft sich in Babys verwandelt, in eine parallele Dimension gesogen. Karen hat schließlich genug von der Unentschlossenheit ihres Bruders und entzieht ihm das Kommando, woraufhin sich der gesamte Trip als weitere Simulation entpuppt.

Oder etwa doch nicht? Während Karens Traum, Captain zu werden in Erfüllung ging, Kent endlich die Liebe seiner Mutter (auf sehr körperliche Weise) erfährt und Zalian ein traumhaftes Sandwich auf dem Boden findet, gesteht Tina dem Captain ihre Liebe. Etwas stimmt hier offensichtlich nicht, wie Captain Lipinski im letzten Moment durchschaut und verhindert, dass der Airlock aus feierlichen Gründen geöffnet wird. Nach wie vor in der fremden Dimension gestrandet, in der es offensichtlich nicht jeder gut mit den Neuankömmlingen meint, gelingt es ihm schließlich, ein wenig Respekt von seiner Schwester zu ernten und seine Crew dazu zu bringen, den Phaser noch nicht ins Korn zu werfen. Weitere Abenteuer warten schließlich in der Weite des unbekannten Parallelalls.
Fazit
Other Space legt gleich mit der ersten von acht Folgen einen gelungenen Start hin. Dies ist vor allem der liebenswerten Crew zu verdanken, die man mit all ihren Fehlern sofort ins Herz schließen kann. Science-Fiction-Referenzen wie die Aussage „Can't you see I'm dreaming of electric sheep here?“ („Kannst du nicht sehen, dass ich grad von elektrischen Schafen träume?") als Sidekick-Roboter A.R.T. versehentlich geweckt wird, oder der „2001"-Babyjoke sind unter Freunden des Genres natürlich gern gesehen.
Auch sonst hatte die erste Folge bereits zahlreiche Humoreinheiten auf Lager, auch wenn noch nicht jeder Gag ein Treffer war. Dies kann aber nur besser werden, sobald sich auch die durchweg fantastisch ausgewählten Darsteller miteinander eingespielt haben. Besonders die resolute Kapitänsschwester macht eine gute Figur und sowohl der Bordcomputer als auch der schluderige Ingenieur (den ihr vielleicht als Moderator von „Mystery Science Theater 3000" wiedererkennt) mit seinem Roboter sind frühe Kandidaten für Publikumslieblinge. Das ansprechende Design der Spacecomedy, die aus Battlestar Galactica abgeguckte (reportageähnliche) Kameraführung und ein intelligentes Drehbuch, das sich vor allem einiges bei Red Dwarf notiert hat und in kürzester Zeit die Charaktere vorzustellen weiß, tragen darüber hinaus zu einem äußerst gelungenen Gesamtpaket bei.
Wenn es noch zwei Erkenntnisse aus Other Space zu ziehen gibt, dann die, dass das „Ghostbusters“-Franchise bei Paul Feig nicht in den schlechtesten Händen ist und dass wir die in der letzten Woche angedrohte TV-Adaption von „Galaxy Quest“ womöglich überhaupt nicht nötig haben.