One Day at a Time 1x01

© ast der Serie „One Day at a Time“ / (c) Michael Yarish / Netflix
Von 1975 bis 1984 lief die Originalserie One Day at a Time auf den US-Bildschirmen und begeisterte als Sitcom über eine alleinerziehende Mutter mit einer gehörigen Portion Feminismus in der Story. Nun kehrt die Serie in neuer Gestalt zurück und überrascht uns als clevere, aber nicht zu schwere Sitcom bei Netflix.
Worum geht es?
Penelope (Justina Machado) ist eine alleinerziehende Krankenschwester. Sie hat mit ihren beiden Kindern im Teenageralter alle Hände voll zu tun. Dass ihre Mutter Lydia (Rita Moreno) bei ihr wohnt, macht den Alltag zwar oft heiterer, aber nicht unbedingt einfacher. Doch Penelope ist hart im Nehmen, schließlich hat sie als Soldatin schon Afghanistan überstanden. Ihr Ehemann, ebenfalls einst Soldat, nun als privater Wachmann im Nahen Osten, lebt getrennt von ihr, was Penelope selbst auch ganz okay findet. Wenn da nicht nur ihre Mutter wäre, die versucht, sie davon zu überzeugen, dass eine Versöhnung der einzige Weg sei, den sie als Kubanerin gehen könne.
Doch genau da, in der Wahrnehmung der eigenen Identität, liegt der Zündstoff zwischen den drei Frauen im Haushalt. Lydia geht nicht ohne Make-Up ins Bett und findet Spanisch nach wie vor wichtiger als Englisch. Penelopes Tochter Elena (Isabella Gomez) weigert sich in der Pilotepisode, eine Quinceañera zu feiern, die Feier zum 15. Geburtstag eines Mädchens, die in Lateinamerika traditionell als Übergang vom Kind zur Frau angesehen wird. Elena findet das frauenfeindlich und ist auch darüber hinaus nicht besonders häufig von den kubanischen Traditionen begeistert.
Dazwischen landet Penelope. Dass ihr jemand ungebeten und unangemessen auf den Körper stiert, empfindet sie als Belästigung. Doch dass das herablassende Verhalten ihres Arbeitskollegen ebenso Sexismus sein könnte, will sie zunächst nicht einsehen. Und so, man ahnt es, können besonders Mutter und Tochter noch einiges voneinander lernen, während Großmutter weitgehend ihrer Linie treu bleibt und immer für einen Gag gut ist. Dazwischen gibt es noch Sohn Alex (Marcel Ruiz), der sich am liebsten mit seiner eigenen Erscheinung beschäftigt.
Wie kommt es rüber?
Die Pilot bleibt noch etwas auf der Oberfläche, stellt uns die Figuren und ihre Besonderheiten vor, doch es dauert nicht lange und die ganz großen Themen und Gefühle kommen ans Licht. In der Episode Making Up Is Hard to Do schon kündigt Penelope ihren Job als Krankenschwester in einer Praxis, weil sie erfährt, dass ihr nerviger Kollege mehr verdient. Unterdessen versucht Lydia ihre Enkelin von dem Zweck der Schminke zu überzeugen und hat damit kurzzeitig Erfolg, denn in der Welt der Großmutter ist ein gutes Mittel zur Macht Schönheit. Doch die Enkelin sieht ihren Weg nach einem kurzen Versuch mit Lippenstift woanders.
Wirklich emotional wird es aber erst in der letzten Szene der Episode, als Lydia sich ihrer Enkelin ungeschminkt zeigt, zum ersten Mal überhaupt jemandem ohne Make-Up begegnet. Und spätestens da weiß man, hier ist keine seelenlose Sitcom am Werk, auch wenn die eingespielten Lacher manchen Zuschauer zunächst befremden könnten.
Doch die Hauptdarstellerin Justina Machado kann einen über dieses Gefühl schnell hinwegtragen, denn die Darstellerin, die man kennt, auch wenn einen nicht unbedingt spontan einfällt, woher, hat eine eigene Serie schon lange verdient und in One Day at a Time zeigt sie, dass sie die auch tragen kann.
Fazit
„One Day at a Time“ macht Spaß, ohne anzustrengen und doch wird man mit einer cleveren Story belohnt. Nicht nur Justina Machado, auch die anderen Mitglieder des Stammcasts brauchen nicht einmal eine Stunde, bis sie sich in die Herzen des geneigten Zuschauers gespielt haben. Besonders Fans der Serie Mom könnten sich von der Netflix-Serie angesprochen fühlen.
Deutscher Trailer zur US-Serie „One Day at a Time“:
Verfasser: am Freitag, 6. Januar 2017One Day at a Time 1x01 Trailer
(One Day at a Time 1x01)
Schauspieler in der Episode One Day at a Time 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?