Die lesbische Lizzy und ihr bester Freund und Mitbewohner Luke wollen keine Romanze, aber Kinder miteinander. Dumm nur, dass Luke in der Pilotepisode der Serie One Big Happy auf seine Traumfrau trifft.

Cast der Serie „One Big Happy“ / (c) NBC
Cast der Serie „One Big Happy“ / (c) NBC

Was erwartet einen in der Pilotepisode One Big Happy? Viel überzogene Komik, durchschnittliche Texte, ein lückenhaftes Drehbuch, aber immerhin mehr komödiantisches Talent aufseiten der Schauspieler als erwartet. Am besten vorbereitet geht man in die erste Episode, wenn man bedenkt, dass Serienschöpferin Liz Feldman als Autorin und Produzentin auch einer anderen aktuellen Comedy ihren Stempel aufgedrückt hat: 2 Broke Girls.

Worum geht es?

Lizzy (Elisha Cuthbert; 24, Happy Endings) und Luke (Nick Zano, What I Like About You) sind schon seit ihrer Jugend beste Freunde. Sie leben zusammen und wollen sich nun einen alten Plan erfüllen: Wenn sie mit 30 Jahren beide noch keine Kinder haben, wollen sie zusammen welche bekommen und eine Familie unkonventioneller Art gründen. Doch das angestrebte Glück lässt auf sich warten, denn die Schwangerschaftstests bleiben hartnäckig negativ.

Statt sich darüber zu grämen, gehen die beiden mit ihren Freunden Roy (Chris Williams, Satisfaction) und Leisha (Rebecca Corry) in eine Bar. Dort trifft Luke hinter der Bar auf eine Frau, die ihn direkt bezaubert. Prudence (Kelly Brook, Smallville, „Piranha 3D“), so die Angebetete, überredet ihn zum Tanzen, etwas, das Lizzy noch nie geschafft hat. Spätestens, als Prudence am nächsten Morgen noch in der Wohnung ist und den Tag mit Luke verbringt, ist klar, dass hier mehr als ein One-Night-Stand vor sich geht.

Doch für das große Glück bleiben nur noch wenige Tage, denn Prudence muss ohne Greencard schon bald zurück in ihr Heimatland Großbritannien reisen. Um das zu vermeiden, trifft Luke eine Entscheidung und heiratet sie in Las Vegas.

Als das frisch getraute Paar sich zum gemeinschaftlichen Abendessen einfindet und die anderen mit ihrer Neuigkeit überraschen will, stellt sich heraus, dass auch Lizzy eine Meldung machen will. Was wohl? Richtig, sie ist schwanger!

Baby übertrumpft Ehering und so setzt Lizzy die Braut erst einmal auf die Straße. Doch es passiert, was passieren muss und am Ende rast Lizzy zum Flughafen, um ihrem angetrunkenen Freund die Frau zurückzuholen und eine gemeinsame Familie zu gründen.

Wie kommt es rüber?

Alle, die auch Liz Feldmans andere Serie 2 Broke Girls schauen, wird schon in der Pilotepisode One Big Happy eine Art Déjà-vu überfallen. Irgendwoher kommen einem die Charaktere bekannt vor, aber nur ein Stück weit. So zur Mitte der Pilotepisode trifft es einen: Lizzie ist schon äußerlich eine lockere Version von Caroline (Beth Behrs), aber ohne Geldproblematik und Prudence ist eine glücklichere Version von Max (Kat Dennings). Luke ist der einzig Originelle, doch ihm fehlt ohnehin so einiges an Charakter. Er ist naiv und ein bisschen dümmlich, er ist der Stereotyp jedes Typen im Fernsehen, der im Grunde ein kleiner Junge im Körper eines Mannes ist.

Im Grunde haben wir also die zugeknöpfte Blondine und die offenherzigere Brünette, die eine schlank, die andere gut gebaut, die eine ruht sich auf ihrem Stil, ihrer Bildung aus, die andere lebt ihre Bodenständigkeit, ihre Bauernschläue aus. Wenn Max eine bessere Kindheit gehabt hätte, wäre sie vielleicht so herzenswarm wie Prudence, wenn Caroline nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden wäre, hätte sie vielleicht einen besten Freund wie Luke.

Die Nebencharaktere sind ähnlich wie in der Vorbildserie nicht direkt unlustig, aber vor allem Stichwortgeber für einen weiteren mehr oder weniger lustigen Gag. Ebenfalls gemeinsam haben die beiden Serien, dass sie so manche Ungereimtheit mit einem Witz wegwischen, vor allem, wenn es darum geht, die Ausgangskonstellation zu konstruieren.

Wo die beiden Pleitegeier Max und Caroline in eine Situation geschubst wurden, die sie sich nicht ausgesucht haben, wählen Lizzie und Luke das Thema ihrer Konstellation selbst aus. Nach dem negativen Schwangerschaftstest in der Pilotepisode haben sie eine Unterhaltung, die man eigentlich ganz zu Beginn eines Schwangerschaftsplans haben sollte. Vieles wird übers Knie gebrochen, um auf jeden Fall am Ende der 20 Minuten da anzukommen, wo man hin will: in eine aufdringlich unterhaltsame, unkonventionelle Familienkonstellation.

Der Humor der Serie One Big Happy ist schrill und laut, dabei nicht durchgehend originell, aber auch nicht schmerzhaft klischeehaft.

Fazit

Durch den naiven, aber attraktiven Luke, der schon in der Pilotepisode keine besondere Rolle spielt, werden zwei komplett unterschiedliche Frauen in einer unausweichlichen Konstellation festgesetzt. Dass die beiden Schauspielerinnen einem sympathisch werden, ist wohl die Mindestvoraussetzung, um die Serie One Big Happy weiterzuverfolgen. Viel mehr Pluspunkte kann man zumindest aus der Pilotepisode nicht rausholen. Fans von Serien wie 2 Broke Girls dürften sich angesprochen fühlen, doch im Moment fehlt den Figuren noch das Charisma der Vorbildserienfiguren.

Promo zur Serie „One Big Happy“:

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