Once Upon a Time 2x22

Das passiert in der Once Upon a Time-Folge And Straight On 'Til Morning (2):
Mr. Gold (Robert Carlyle) will gerade dafür sorgen, dass sein Enkel Henry (Jared Gilmore) einen tragischen, kleinen Unfall erleidet, um dadurch eine gewisse Prophezeiung abzuwenden, als plötzlich Mary Margaret (Ginnifer Goodwin), David (Josh Dallas) und Emma (Jennifer Morrison) auftauchen - und eine für ihn und Henry gleichermaßen schockierende Nachricht im Gepäck haben: die Nachricht vom Tode Neals (Michael Raymond-James). Henry hat damit seinen Vater und Rumpel seinen Sohn verloren. Die zweite Nachricht, nämlich die, dass Greg (Ethan Embry) und Tamara (Sonequa Martin-Green) versuchen könnten, Storybrooke samt aller Einwohner, die nicht aus dieser Welt stammen, zu vernichten, interessiert Rumpel schon gar nicht mehr.
Tatsächlich lösen Greg und Tamara den Vernichtungsmechanismus aus. Regina (Lana Parrilla) versucht die Zerstörung aufzuhalten, sie kann den Prozess aber nur verlangsamen und nicht aufhalten. Die einzige Chance für die Bewohner von Storybrooke: sie müssen mindestens eine magische Bohne fnden und selbst ein Portal in die Märchenwelt öffnen, um vor der Zerstörung Storybrookes zu fliehen. Bei der Suche nach Tamara, Greg und den Bohnen erhalten Emma, David und Snow auf einmal Beistand von unerwarteter Seite...
Das geteilte Vergnügen
Die zweite Staffel von Once Upon a Time ist, wie bereits mehrfach geschrieben, extrem uneben verlaufen: die erste Hälfte mit Emma und Snow im Märchenland auf der Suche nach einem Weg zurück nach Hause war richtig gut gelungen; ein dramaturgisch klar gezogenener Bogen, der sehr gut an die starke erste Staffel der Serie anzuknüpfen wusste. Die zweite Hälfte fiel dagegen ganz stark ab. Ja, es gab zwischendurch auch mal die ein oder andere richtig gute Folge (etwa Welcome to Storybrooke). Im Großen und Ganzen verlief die zweite Staffelhälfte jedoch recht enttäuschend. Die Gegenspieler (erst Cora, dann Greg und Tamara) wollten mal dieses, mal jenes. Und irgendwie fehlte jede klare Struktur - und jeder Sinn dafür, was für eine Geschichte hier überhaupt erzählt werden soll.
Im Grunde setzt sich diese negative Linie bis zum Staffelfinale fort. Auch wenn das Ende durchaus Anlass zur Hoffnung bietet, dass die Serie sich in der dritten Staffel wieder fangen wird. Aber dazu später mehr.
Verwirrte Bösewichte
Nachdem Greg und Tamara in Second Star to the Right (1) gerade erst etwas an Statur gewonnen hatten, macht And Straight On 'Til Morning (2) wieder alles zunichte. Als ihr Plan, Storybrooke zu vernichten, scheitert, kidnappen sie Henry, weil es ja „um Storybrooke sowieso nie gegangen sei“, öffnen ein Portal und springen mit ihm hindurch in eine der Märchenwelten. Neverland, wie wir später herausfinden.
Greg und Tamara sind damit als Bösewichte jedoch nicht länger glaubwürdig (sofern sie es je waren). Es ist einfach nicht mehr zu durchschauen, was sie wirklich wollen. Das ist nicht komplex oder hintergründig, sondern einfach nur noch verworren. Ein Wraith möge die beiden holen und möglichst schnell aus der Serie entsorgen!
Verwirrte Verfolger
Umgekehrt muss David dringend mal lernen, in gewissen Situationen seinem Instinkt zu folgen. Denn hier liegt eine andere Schwäche der Folge. In Second Star to the Right (1) ließ er sich von einer weiteren Verfolgung Gregs ablenken, als Mary Margaret nach ihm rief: „Wir müssen Regina helfen, wir müssen Regina helfen!“ So als ob sie das in der Situation nicht auch allein hätte tun können.
In And Straight On 'Til Morning (2) kommt es sogar noch besser: da lässt sich David von Captain Hook (Colin O'Donoghue) mit einem tiefsinnigen Spruch darüber, den Kampf auf ein ander Mal zu verschieben, von einer weiteren Verfolgung Gregs und Tamaras abbringen. Das ist so gewollt und konstruiert, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Genau so wie, dass Emma den Taschenspielertrick nicht erahnt, mit dem Hook die Bohnen-Täschchen austauscht.
Dass Greg und Tamara übrigens einfach ihre alte Unterkunft weiterbenutzen können, ohne dass die Bewohner von Storybrooke irgendwelche Maßnahmen getroffen hätten, um das Gebäude zu sichern, ist ebenfalls ein starkes Stück! Schon ein Wachhund hätte ausgereicht. Wo ist eigentlich Rotkäppchen abgeblieben?
Zu Herzen
Bei allen Schwachpunkten hat die Folge allerdings auch ihre guten Seiten: Dazu zählt auf der emotionalen Ebene insbesonders, dass Henry die Reue Reginas endlich einmal entsprechend anerkennt - und er für sie sogar tatsächlich ein „I love you, too“ und eine Umarmung in petto hat. Regina wiederum trägt den Reue-Gedanken so weit, dass sie offenkundig sogar bereit ist, dafür (und natürlich für die Sicherheit Henrys) ihr Leben zu geben, was am Ende jedoch nicht nötig ist, weil Emma auf ihre Eltern hört und gemeinsam mit Regina der Bedrohung für Storybrooke ein Ende setzt.
Hier sind gleich zwei märchenhaft schöne Botschaften enthalten: Zum einen, dass es richtig ist, das Gute zu tun, auch wenn es der gefährlichere und riskantere Weg ist. Zum anderen, dass nicht eine magische Bohne die Rettung bringt, sondern nur Kooperation, selbst über die größten Differenzen hinweg. Emma und Regina, die beiden Erzrivalinnen um die Zuneigung Henrys, vereinen ihre magischen Kräfte zum Wohle Storybrookes. Wem das nicht zumindest ein klein bisschen zu Herzen geht, der sollte dringend nachsehen, ob er überhaupt ein Herz hat!
Neverland
Der Neverland-B-Plot kommt auch in And Straight On 'Til Morning (2) etwas ablenkend daher, wenn auch nicht so sehr wie im ersten Teil. Dafür sorgt insbesondere der Umstand, dass Captain Hook erkennt, wessen Sohn er da aus dem Wasser gefischt hat. Und auch Bael (Dylan Schmid) wird schließlich klar, dass er es nicht nur mit irgendeinem Piraten zu tun hat, sondern mit dem, dessentwegen seine Mutter ihn und seinen Vater verlassen hat. Das ist auf jeden Fall guter Konfliktstoff. Am Ende liefert Hook Bael an die verlorenen Kinder aus, deren mysteriöser Anführer jedoch gar nicht Bael, sondern Henry will.
Vorfreude
Das ist ein schöner, kleiner Cliffhanger. Nicht einer, der uns bis September nicht schlafen lässt, aber schon einer, der das Interesse wach hält. Ohnehin schafft das Ende sehr gute Voraussetzungen für die dritte Staffel: Regina und die Charmings sowie Hook und Rumpel gehen gemeinsam auf eine Mission nach Neverland, um nach Henry zu suchen. Das ist einerseits ein klares Ziel, das ist andererseits von den Charakteren her eine sehr explosive Mischung. Und verspricht auf jeden Fall, ein Spaß zu werden. Zurückbleibt die in ihren Märchencharakter zurückverwandelte Belle (Emilie de Ravin), die in Rumpels Auftrag Storybrooke mit einem Tarn-Zauberspruch belegen soll. Und wir finden heraus, dass Neal gar nicht tot ist, sondern lediglich schwerverletzt in „unserem“ Märchenland - bei Prinz Phillip (Julian Morris) und Prinzessin Aurora (Sarah Bolger) - angespült wurde.
Fazit
And Straight On 'Til Morning (2) ist weit davon entfernt das epische Staffelfinale zu sein, das A Land Without Magic im vergangenen Jahr gewesen ist. Aber zumindest versteht es die Folge, Vorfreude auf die nächste, (hoffentlich) einheitlich bessere Staffel von Once Upon a Time zu wecken. Über die Spezialeffekte, vor allem die CGI zur Meeres-Simulation, hüllen wir derweil den Mantel des Schweigens.
Wir lesen uns im Herbst wieder! Bis dahin einen märchenhaften Sommer!
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 14. Mai 2013(Once Upon a Time 2x22)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 2x22
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